Agility Robotics prüft Roboter auf Rädern

- Im Video zur Vorstellung von Digit 5 war am Ende ein Roboter auf Rädern zu sehen.
- Geschäftsführer Hurst bestätigt, dass Agility verschiedene Bauformen prüft, darunter Räder.
- Offen ist, ob es eine Rad-Version von Digit oder einen völlig neuen Roboter geben wird.
- Räder sind auf flachem Boden stabiler, einfacher und sparsamer als Beine.
Agility Robotics, Hersteller des Humanoiden Digit, arbeitet an Robotern auf Rädern. Das hat Geschäftsführer Jonathan Hurst bestätigt. Ein Zeitplan fehlt. Für ein Unternehmen, das seit Jahren auf Beine setzt, ist das ein Kurswechsel.
Was Agility bestätigt hat. Im Video zur Vorstellung von Digit 5 war am Ende ein Roboter auf Rädern zu sehen. Auf Nachfrage sagte Hurst, man prüfe verschiedene Bauformen, darunter Räder, um mehr Umgebungen und Kundenanforderungen abzudecken. Ob daraus eine Rad-Version von Digit oder ein neuer Roboter wird, ließ er offen. Auch einen Termin nannte er nicht.
Warum Räder überhaupt ein Thema sind. Auf flachem, planbarem Boden sind Räder stabiler, mechanisch einfacher und verbrauchen weniger Energie. Beine bleiben dort nötig, wo Treppen, Hindernisse und unebener Boden zu bewältigen sind. Beides hat also seinen Platz. Das heißt konkret: Wer eine Halle mit glattem Boden automatisiert, braucht keine Beine, zahlt aber bei einem Beinroboter dafür mit.
Was sich beim eigenen Entwurf schon geändert hat. Agility hat mit Digit 5 die charakteristischen nach hinten gebogenen Knie der Vorgänger aufgegeben. Der Hersteller hält also auch grundlegende Konstruktionsentscheidungen für verhandelbar. Für ein Unternehmen, dessen Ruf auf zweibeinigem Gehen aufbaut, ist das bemerkenswert.
Der wirtschaftliche Hintergrund. Agility bereitet den Börsengang über eine Börsenhülle vor. Das Unternehmen muss seinen Umsatz ausbauen und mehr Kunden finden. Eine rollende Bauform wäre ein Weg, früher in Umgebungen zu kommen, für die Beine heute noch nicht bereit oder nicht nötig sind. Der Hersteller nennt selbst keinen Zeitpunkt für eine Markteinführung.
Was das für Anwender heißt. Für Betriebe ändert die Ankündigung kurzfristig nichts. Wer Digit heute plant, plant einen zweibeinigen Roboter. Interessant ist die Richtung: Der Hersteller richtet seine Technik stärker nach den Bedingungen im Kundenbetrieb aus als nach einer festen Design-Idee. Genau diese Anpassungsfähigkeit ist für die Preisfindung der Branche entscheidend.
| Unternehmen | Agility Robotics, USA |
| Produkt | Humanoid Digit, aktuell Digit 5 |
| Neu in Prüfung | Roboter auf Rädern |
| Bestätigt von | Geschäftsführer Jonathan Hurst |
| Zeitplan | keiner genannt |
| Bauform offen | Rad-Version von Digit oder neuer Roboter |
| Räder-Vorteil | stabiler, einfacher, sparsamer auf flachem Boden |
| Beine-Vorteil | Treppen, Hindernisse, unebener Boden |
Es gibt weder ein Produkt noch einen Termin, nur eine bestätigte Prüfung. Wer Digit einplant, plant weiterhin den zweibeinigen Roboter.
Einzuordnen
Agility zeigt, wie sich die Humanoid-Branche sortiert: Beine sind die Vision, Räder oft die wirtschaftlich vernünftige Antwort. Für Käufer ist das eine gute Nachricht, weil der Wettbewerb über Bauformen und Preise läuft. Wer Robotik ausschreibt, sollte die Bauform nicht vorschreiben, sondern die Aufgabe beschreiben und die günstigste Lösung gewinnen lassen.
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