Zweibeinig
Humanoid mit Beinen
12.300 € – 169.500 €
Beispiel im Bild: Unitree G1
Menschenähnlicher Roboter, der auf zwei Beinen läuft — die aufwendigste, aber flexibelste Bauform.
Dafür spricht
- Arbeitet in Umgebungen, die für Menschen gebaut sind — ohne Umbau
- Bewältigt Stufen, Schwellen und enge Gänge
- Kann Werkzeuge und Bedienelemente für Menschen nutzen
- Bei wechselnden Aufgaben am vielseitigsten
Dagegen spricht
- Teuerste Bauform bei gleicher Aufgabe
- Balancieren kostet dauerhaft Energie und Rechenleistung
- Kürzere Akkulaufzeiten, geringere Nutzlast
- Mehr bewegliche Teile — mehr Verschleiß und Störungen
- Sicherheitsabnahme aufwendiger
So sieht das im Betrieb aus
- Holt Material aus dem Lager im Obergeschoss und bringt es über die Treppe an die Werkbank.
- Bedient eine vorhandene Maschine mit Knöpfen, Hebeln und Tür — ohne dass Sie die Zelle umbauen.
- Arbeitet vormittags an der Presse, nachmittags an der Verpackung — derselbe Roboter, andere Aufgabe.
- Übernimmt in der Nachtschicht Handgriffe an einem Arbeitsplatz, der für Menschen eingerichtet ist.
Reicht das für Sie? Ja — wenn Ihre Aufgaben wechseln und Ihr Gebäude Stufen, Schwellen oder enge Wege hat, die Sie nicht umbauen wollen. Nein, wenn immer derselbe Handgriff an einem festen Platz anfällt: Dafür ist ein Cobot-Arm günstiger und zuverlässiger.
Wo er an Grenzen stößt
- Akku: meist 2–4 Stunden. Für eine durchgehende Schicht brauchen Sie zwei Geräte oder einen Akkuwechsel.
- Hebt in dieser Klasse selten mehr als 15–25 kg — ein 40-kg-Sack ist ausgeschlossen.
- Öliger, nasser oder verschmutzter Boden macht das Laufen zum Sturzrisiko.
- Arbeitet langsamer als ein fest installierter Roboterarm.
Sinnvoll wennIhre Umgebung nicht umgebaut werden kann oder soll — etwa in Bestandsgebäuden mit Stufen und engen Wegen.
★ Für die meisten Industriefälle
Radbasiert
Humanoid auf Rädern
ab etwa 135.000 €
Beispiel im Bild: AgiBot G2
Oberkörper mit zwei Armen wie ein Humanoid, aber ein Fahrgestell statt Beinen.
Dafür spricht
- Deutlich robuster — kein Sturzrisiko, keine Balanceregelung
- Längere Laufzeiten, weil keine Energie ins Balancieren geht
- Höhere Nutzlast und stabilerer Stand beim Greifen
- Schneller auf ebenen Flächen
- Industrielle Schutzklasse für Dauerbetrieb möglich
Dagegen spricht
- Keine Treppen und Stufen
- Braucht ebene, befahrbare Böden
- Weniger beeindruckend in der Außenwirkung
So sieht das im Betrieb aus
- Beschickt die CNC-Maschine: Rohteil vom Wagen nehmen, einlegen, Tür schließen, fertiges Teil entnehmen, stapeln — im Takt, die ganze Schicht.
- Palettiert Kartons am Ende der Linie und wechselt selbstständig die Palette.
- Fährt Kleinteile zwischen Lager und Montage und legt sie an den Arbeitsplätzen ab.
- Nimmt Teile aus der Maschine, prüft sie mit Kamera und sortiert Ausschuss aus.
Reicht das für Sie? Ja — wenn die Arbeit an einem Ort oder auf einer ebenen Route stattfindet. Das gilt für nahezu jede Fertigungshalle und jedes Lager. Sie geben nur die Fähigkeit auf, Stufen zu überwinden — und das brauchen die wenigsten Aufgaben wirklich.
Wo er an Grenzen stößt
- Schon eine 3 cm hohe Türschwelle oder eine steile Rampe kann Endstation sein.
- Zwischengeschoss ohne Aufzug ist ausgeschlossen.
- Kabel, Paletten und Späne auf dem Boden behindern die Fahrt — Ordnung wird zur Voraussetzung.
- Kommt in sehr enge Winkel schlechter als ein Mensch.
Sinnvoll wennIhre Halle einen ebenen Boden hat — das trifft auf die große Mehrheit von Produktion und Lager zu.
Vierbeinig
Quadruped („Roboterhund")
2.618 € – 3.570 €
Beispiel im Bild: Unitree Go2
Vierbeiniger Laufroboter mit Kameras und Sensorik, optional mit aufgesetztem Greifarm.
Dafür spricht
- Mit Abstand günstigste Bauform
- Sehr trittsicher in unwegsamem Gelände und auf Treppen
- Robust, auch für Außenbereich und Baustelle
- Ideal für wiederkehrende Kontrollgänge
Dagegen spricht
- Greift ohne Zusatzarm gar nicht
- Arbeitet nicht auf Menschenhöhe — keine Werkbank, kein Regal
- Geringe Nutzlast
- Ersetzt keine Handarbeit, sondern ergänzt sie
So sieht das im Betrieb aus
- Nachtrunde durch die Halle: liest Manometer und Zählerstände ab, fotografiert und meldet Abweichungen.
- Sucht mit Wärmebildkamera heißgelaufene Lager und Motoren, bevor sie ausfallen.
- Dokumentiert den Baufortschritt und erstellt wöchentlich einen 3D-Scan der Baustelle.
- Geht Kontrollrunden dort, wo Menschen Gehörschutz, Gasmessgerät oder Absturzsicherung bräuchten.
Reicht das für Sie? Ja — wenn Sie Augen brauchen, keine Hände: überwachen, messen, dokumentieren, melden. Nein, sobald etwas angefasst, getragen oder eingelegt werden muss.
Wo er an Grenzen stößt
- Er sieht die umgefallene Kiste und meldet sie — aufheben kann er sie nicht.
- Erreicht keine Werkbank- oder Regalhöhe; er arbeitet am Boden.
- Ein Greifarm lässt sich aufsetzen, kostet aber extra und senkt Laufzeit und Nutzlast weiter.
- Ersetzt keine Arbeitskraft — er verlagert Kontrollgänge, die heute nebenbei miterledigt werden.
Sinnvoll wennSie überwachen, messen oder inspizieren wollen — Anlagenrundgänge, Baustellen, Außengelände, Leckage- und Wärmekontrolle.