84 Prozent Zustimmung: Agility startet am 5. November als AGLT an der Nasdaq

- 84 Prozent der abgegebenen Stimmen stimmten am 2. November für den Zusammenschluss
- Der Abschluss wird am 4. November erwartet, erster Handelstag an der Nasdaq ist der 5. November unter dem Kürzel AGLT
- Statt der geplanten 564 Millionen Euro fließen rund 423 Millionen Euro brutto
- Rund 183 Millionen Euro kommen aus einer Privatplatzierung unter Führung von Foxconn
Die letzte Hürde ist genommen. Am 2. November haben 84 Prozent der abstimmenden Anleger den Zusammenschluss von Agility Robotics mit Churchill Capital Corp. XI gebilligt. Gehandelt wird die Aktie voraussichtlich ab 5. November unter dem Kürzel AGLT — und der Erlös fällt kleiner aus als geplant.
Der Fahrplan. Der Abschluss ist für den 4. November angesetzt. Am Tag des Votums legte der Kurs der Hülle rund 14 Prozent zu. Agility wird damit der erste reine Humanoid-Hersteller an einer US-Börse. Das heißt konkret: Ab dem Handelsstart muss das Unternehmen Quartalsberichte vorlegen, in denen Umsatz, Verlust und Auslieferungen nachlesbar sind.
Wie viel Geld tatsächlich ankommt. Statt der angekündigten 564 Millionen Euro fließen rund 423 Millionen Euro. Aus dem gesperrten Anlegerkonto kommen nur noch etwa 149 Millionen Euro, weil ein Teil der Zeichner seine Anteile zurückgegeben hat statt zu tauschen. Dazu kommen rund 183 Millionen Euro aus einer Privatplatzierung bei institutionellen Anlegern, angeführt vom Elektronikfertiger Foxconn, und rund 91 Millionen Euro, die Agility im Juni selbst eingesammelt hat.
Wofür der Vorstand das Geld braucht. Genannt sind drei Posten: mehr Kundenstandorte, der Aufbau der Serienfertigung für Digit 5 und der Ausbau von Software und Service. An diesen drei Posten hängt die Frage, ob aus den vielen Ankündigungen der letzten Monate Lieferungen werden.
Neue Einsatzorte. Bei GXO Logistics kommen im kommenden Jahr zwei weitere Standorte hinzu: Statesville in North Carolina und Lebanon in Tennessee, zunächst mit Digit 4 und später mit Digit 5. Bei Landmaschinenhersteller AGCO in Hesston (Kansas) soll Digit ab 2027 Teile sortieren und stapeln. Insgesamt nennt das Unternehmen neun Kundenumgebungen.
Was Einkäufer ab jetzt prüfen können. Agility spricht von mehr als 30 Interessenten und einem mehrjährigen Auftragsvolumen von über 273 Millionen Euro für Digit 5. Beides bleibt eine Angabe des Verkäufers. Die Quartalsberichte zeigen, wie viel davon tatsächlich abgerufen wird — ein Vorteil, den kein privater Humanoid-Hersteller bietet.
| Erster Handelstag | 5. November 2026, Nasdaq, Kürzel AGLT |
| Zustimmung | 84 % der abgegebenen Stimmen |
| Bruttoerlös | rund 423 Millionen Euro (geplant waren 564 Millionen Euro) |
| Gesperrtes Anlegerkonto | rund 149 Millionen Euro |
| Privatplatzierung | rund 183 Millionen Euro, geführt von Foxconn |
| Eigenkapital Juni 2026 | rund 91 Millionen Euro |
Das Auftragsvolumen von über 273 Millionen Euro ist eine mehrjährige Größe und an technische Meilensteine gebunden. Es ist kein Umsatz und keine Lieferzusage. Die Zahl der Interessenten stammt ebenfalls vom Unternehmen selbst.
Einordnung
Agility bekommt rund ein Viertel weniger Kapital als geplant — und trotzdem den Börsenzettel. Ab dem 5. November lässt sich nachrechnen, ob Ankündigungen zu Auslieferungen und Betriebsstunden zu den Zahlen passen. Genau das ist der Nutzen für Einkäufer, die Humanoiden bisher nur aus Präsentationen kennen.
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