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ANYmal bekommt einen digitalen Schlüssel: Inspektionsroboter öffnet jetzt Stahltüren

Vierbeiniger Inspektionsroboter ANYmal in einem Stollen (Foto: ANYbotics)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • ANYmal passiert automatisch Türen mit den Türantrieben ED 100 und ED 250 von dormakaba.
  • Für gesperrte Bereiche trägt der Roboter einen digitalen Ausweis von LEGIC und wird wie ein Mitarbeiter geprüft.
  • Bei GE Vernova in Irland lief der Test mehrere Wochen, ohne dass jemand eingreifen musste.
  • Laut ANYbotics liegen 30 bis 50 Prozent der kritischen Anlagen hinter zugangsgeschützten Türen.

Geschlossene Türen waren für Inspektionsroboter bisher eine harte Grenze. Der Züricher Hersteller ANYbotics hat das jetzt gelöst: Sein vierbeiniger Roboter ANYmal öffnet Türen mit den automatischen Türantrieben von dormakaba und weist sich in gesperrten Bereichen mit einem digitalen Ausweis von LEGIC aus. Getestet wurde das im Kraftwerk Whitegate von GE Vernova in Irland.

Wie der Roboter durch die Tür kommt. Nähert sich ANYmal einer offenen Tür, erkennt ein Radarsensor den Roboter und löst den nachgerüsteten Türantrieb ED 100 oder ED 250 aus. Die Tür öffnet sich, der Roboter fährt durch, die Tür schließt hinter ihm. Der Umbau funktioniert an vorhandenen Türen und erfüllt laut Hersteller auch Anforderungen für Brandschutztüren.

Gesperrte Bereiche bleiben gesperrt. Für Sicherheitsbereiche reicht die Anwesenheit des Roboters nicht. ANYmal trägt dafür einen digitalen Ausweis von LEGIC und fragt den Zugang elektronisch an. Das System prüft die Berechtigung nach den Regeln des Werks und öffnet die Tür. Jede Anfahrt wird mit Zeitstempel protokolliert.

Die Frage nach dem Mitläufer. Wer hinter dem Roboter durch eine Tür geht, löst dasselbe Sicherheitsereignis aus wie beim Mitgehen hinter einem Mitarbeiter. Der Roboter ersetzt die bestehenden Schutzmaßnahmen nicht, sondern nutzt sie. Das heißt konkret: Der Inspektionslauf wird vollständig, ohne dass Brandschutz oder Zutrittskontrolle aufgeweicht werden.

Warum das wirtschaftlich zählt. Nach Angaben von ANYbotics liegen 30 bis 50 Prozent der kritischen Anlagen hinter zugangsgeschützten Türen. Ein Roboter, der nur die Hälfte des Werks erreicht, prüft auch nur die Hälfte. ANYbotics wurde 2016 aus der ETH Zürich ausgegründet, beschäftigt rund 200 Menschen und hat nach eigenen Angaben über 136 Millionen Euro Kapital erhalten. Die Erweiterung soll noch in diesem Jahr für bestehende und neue ANYmal-Modelle verfügbar sein.

ANYmal und Zutrittstechnik
HerstellerANYbotics, Zürich, gegründet 2016
Belegschaftrund 200 Mitarbeiter
Kapitalüber 136 Millionen Euro
Partnerdormakaba (Türantriebe), LEGIC (Zugangsausweis)
TestkundeGE Vernova, Kraftwerk Whitegate, Irland
Verfügbarkeitab Ende 2026 für die ANYmal-Flotte
Anteil kritischer Anlagen hinter Türen30 bis 50 Prozent

Der Test fand bei GE Vernova statt, nicht in einem produzierenden Werk. Wie sich das System in engen Schaltschränken oder bei starkem Personenverkehr verhält, ist nicht öffentlich belegt.

Was das für den Betrieb heißt

Inspektionsroboter scheiterten bisher an Türen. Mit nachgerüsteten Türantrieben und einem digitalen Ausweis fällt diese Grenze. Wer einen Rundgang automatisieren will, sollte vor dem Kauf prüfen, wie viele Türen im Werk nachgerüstet werden müssen und was das pro Tür kostet.

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