Atlas wird koreanisch eingekauft: Boston Dynamics bereitet 10.000 Einheiten vor

- Die Zulieferer für Atlas stehen laut KED Global fest und sollen sich auf 10.000 Einheiten vorbereiten, eine Bestellung ist das noch nicht.
- Hyundai Mobis übernimmt alle 31 Aktuatoren und die Greifer, Akkus kommen von Samsung SDI und LG Energy Solution, der Rechner von NVIDIA.
- Der geplante Atlas-Preis liegt Schätzungen zufolge bei rund 118.000 Euro, das Vier- bis Sechsfache chinesischer Modelle.
Boston Dynamics hat die Zulieferer für die Serienfertigung seines Humanoiden Atlas festgelegt und die Unternehmen gebeten, sich auf Bestellungen über 10.000 Einheiten vorzubereiten. Das berichtet das koreanische Wirtschaftsblatt KED Global unter Berufung auf Branchenkreise. Herzstück des Pakets ist Hyundai Mobis, das alle 31 Aktuatoren liefern soll.
Wer was liefert. Hyundai Mobis übernimmt sämtliche Aktuatoren und die Greifer. Kopfleuchte und Hauptkamera kommen aus einem Konsortium um Mobis mit IL und Namuga. Die Akkus steuern Samsung SDI und LG Energy Solution bei, es handelt sich um 21-Millimeter-Rundzellen aus Werken in Malaysia und Georgia. Dazu kommen Handkameras von MCNEX und Cammsys, die Ladelösung von BH EVS, Steuerarme von CTR und als einziger nichtkoreanischer Baustein der Rechner von NVIDIA. Keines der genannten Unternehmen hat die Liste bestätigt, eine Meldung an die koreanische Börsenaufsicht gibt es nicht.
Warum die Wahl auf koreanische Zulieferer fiel. Der Bericht nennt drei Motive: Kostenkontrolle, Schutz des technischen Know-hows und weniger Abhängigkeit von chinesischen Bauteilen. Die Aktuatoren sind der Hebel, denn sie machen rund 70 Prozent der Bauteilkosten eines Humanoiden aus. Das heißt konkret: Wer die Aktuatoren baut, bestimmt den Preis des Roboters, und wer diesen Preis kennt, kennt den Spielraum gegenüber Tesla und den chinesischen Anbietern.
Der Zeitplan ist vorsichtig formuliert. Die Aufforderung, sich auf 10.000 Einheiten vorzubereiten, ist eine Vorbereitung und keine Bestellung. Erste verbindliche Aufträge werden frühestens Ende 2027 oder Anfang 2028 erwartet, Stückzahlen und Stückpreise sind offen. Ab 2028 will der Hyundai-Konzern 30.000 Roboter pro Jahr bauen, nicht nur Atlas. Der erste Einsatz ist die Teilelogistik im Werk HMGMA im US-Bundesstaat Georgia, für 2030 ist die Montage von Komponenten vorgesehen.
Der Preis bleibt die offene Flanke. Marktbeobachter rechnen mit rund 118.000 Euro pro Atlas. Tesla nennt für Optimus eine Größenordnung von 18.000 bis 27.000 Euro, der Unitree H2 liegt bei rund 27.000 Euro. Damit ist Atlas vier- bis sechsmal so teuer wie die Konkurrenz aus China und den USA. Finanzchefin Amanda McMaster nennt Kostenkontrolle und schnelle Skalierung als Strategie; für deutsche Zulieferer von Aktuatorik, Getrieben, Sensorik oder Wälzlagern ist in der bisher bekannten Liste kein Platz vorgesehen.
| Vorbereitung | 10.000 Einheiten, keine Bestellung |
| Aktuatoren | 31 Stück, alle von Hyundai Mobis |
| Kostenanteil | rund 70 Prozent der Bauteilkosten |
| Akkus | 21-mm-Rundzellen von Samsung SDI und LG Energy Solution |
| Rechner | NVIDIA, einziger nichtkoreanischer Baustein |
| Zielproduktion | 30.000 Roboter pro Jahr ab 2028 |
| Erste Bestellungen | frühestens Ende 2027, Anfang 2028 |
| Geschätzter Preis | rund 118.000 Euro pro Atlas |
Die Zuliefererliste stammt aus Branchenkreisen und wurde von Boston Dynamics, Hyundai und den genannten Firmen nicht bestätigt. Stückzahlen, Preise und Vertragslaufzeiten sind offen. Die 10.000 Einheiten sind eine Vorbereitungsbitte, kein Auftragsvolumen.
Fazit
Wer in der Aktuator- oder Sensorfertigung sitzt, sollte die Preisfrage ernst nehmen: Bei rund 118.000 Euro pro Atlas und 70 Prozent Bauteilkosten entscheidet die Stückzahl darüber, ob das Geschäft trägt. Ein belastbares Signal wäre die erste verbindliche Bestellung; bis dahin bleibt die 10.000 eine Vorbereitungsbitte aus Branchenkreisen.
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