Stretch Gen 2: Boston Dynamics baut den Entladeroboter um

- Stretch Gen 2 schafft bis zu 1.000 Kartons pro Stunde, abhängig von Gewicht und Stapelbild
- Die interne Verkabelung wurde um 81 Prozent reduziert, ein Fahrwerkstausch dauert rund eine Stunde statt eines Tages
- Der Akku hält zwei Schichten, auf 90 Prozent lädt der Roboter in rund 75 Minuten
- Einen Preis für die zweite Generation nennt Boston Dynamics nicht
Boston Dynamics hat Stretch Gen 2 vorgestellt, die zweite Generation seines Roboters zum Entladen von Lkw-Aufliegern. Der Hersteller verspricht vor allem weniger Ausfälle und schnellere Wartung. Die Konstruktion basiert auf über 100.000 Betriebsstunden der ersten Generation.
Was geändert wurde. Stretch Gen 2 nutzt Steckverbinder aus der Automobilfertigung, die Vibrationen und Rütteln aushalten. Der Greifer hat neue Ventilsysteme und feinere Sensorik bekommen. Die Armgelenke drehen sich jetzt durchgehend über 360 Grad und laufen nicht mehr gegen harte Anschläge. Die interne Verkabelung wurde um 81 Prozent reduziert, das sind rund 800 Meter weniger Kabel und laut Hersteller die häufigste Ursache für elektrische Störungen.
Wartung in Stunden statt Tagen. Ein kompletter Tausch des Fahrwerks dauert nach Angaben von Boston Dynamics etwa eine Stunde statt eines ganzen Arbeitstages. Bordinstrumente sollen Routineaufgaben an das Instandhaltungsteam des Kunden übergeben. Das heißt konkret: Der Roboter steht kürzer still, und der Kunde hängt seltener am Termin des Herstellers.
Was der Roboter leistet. Stretch Gen 2 schafft bis zu 1.000 Kartons pro Stunde, abhängig vom Gewicht und davon, wie ordentlich die Kartons gestapelt sind. Der Akku hält zwei Schichten, in rund 75 Minuten lädt er auf 90 Prozent. Bordlicht erlaubt Arbeiten in dunklen Aufliegern, das Sehsystem erkennt die meisten Pakete ohne Anlernphase.
Wie belastbar ist die Marktführerschaft? Boston Dynamics nennt Stretch den Marktführer beim automatischen Entladen und verweist auf mehr Einsätze als bei jedem Wettbewerber. Unabhängig belegen lässt sich das nicht, weil es keine öffentlichen Stückzahlen gibt. Einen Preis für die zweite Generation nennt das Unternehmen ebenfalls nicht.
| Leistung | bis 1.000 Kartons pro Stunde |
| Akkulaufzeit | zwei Schichten |
| Ladezeit | 90 Prozent in rund 75 Minuten |
| Verkabelung | 81 Prozent weniger |
| Fahrwerkstausch | rund eine Stunde |
| Datenbasis | über 100.000 Betriebsstunden |
Die Leistungsangaben stammen vom Hersteller. Für die Investitionsrechnung zählt der Durchsatz im eigenen Auflieger, nicht der Spitzenwert im Datenblatt.
Uptime statt Anschaffungspreis
Die zweite Generation ist kein neuer Roboter, sondern eine Reparatur der Schwachstellen der ersten. Wer Entladebuchten im Schichtbetrieb plant, sollte deshalb zuerst nach Ausfallzeiten, Ersatzteilverfügbarkeit und Reaktionszeit des Service fragen. Der Kaufpreis kommt danach.
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