China hält 60,8 Prozent der Humanoid-Patente — Südkorea und USA verlieren Anteile

- China hält 60,8 Prozent der Humanoid-Patente bei den fünf größten Patentämtern (IP5) — 2024 waren es 51,8 Prozent.
- Südkorea fällt von 6,3 auf 4,6 Prozent, die USA von 27,3 auf 21,8 Prozent.
- Bei Roboter-Grundmodellen liegt China bei 66,3 Prozent, die USA bei 14,1 Prozent.
- Südkoreas eigene Bewertung: Beim autonomen Manipulieren lag China 2024 mit 90 Punkten vor Korea (80), Bezugsgröße USA = 100.
Wer humanoide Roboter baut, meldet seine Erfindungen vor allem in China an. Bei den fünf größten Patentämtern der Welt, kurz IP5 — das sind China, USA, Europa, Japan und Südkorea — kommen 60,8 Prozent aller Humanoid-Patente aus China. Das zeigen Daten, die das Büro des südkoreanischen Abgeordneten Lee Jeong-heon beim koreanischen Patentamt abgefragt hat.
Die Anteile verschieben sich schnell. Chinas Anteil steigt von 51,8 Prozent im Jahr 2024 auf 60,8 Prozent im ersten Halbjahr 2026. Südkorea fällt im gleichen Zeitraum von 6,3 auf 4,6 Prozent, die USA von 27,3 auf 21,8 Prozent. Bei den Anmeldungen liegt China allein im ersten Halbjahr 2026 bei 1.584 Stück; die USA kommen auf 113, Südkorea auf 35.
Roboter-Grundmodelle: 66,3 Prozent für China. Solche Modelle werden mit großen Datenmengen trainiert und sollen Roboter neue Aufgaben lernen lassen, ohne sie für jeden Handgriff neu zu programmieren. Auch hier führt China mit 66,3 Prozent, vor den USA (14,1 Prozent) und Südkorea (8,8 Prozent). Das heißt konkret: Wer Roboter-Intelligenz einkauft, kauft derzeit überwiegend chinesische Grundlagenarbeit.
Zahlen allein sind kein Technologienachweis. Südkorea hat deshalb eigene Bewertungen erhoben. Beim autonomen Manipulieren — dem geschickten Greifen und Bewegen von Teilen — lag Südkorea 2022 mit 85 Punkten vor China (79). 2024 waren es 80 Punkte für Korea und 90 für China; Bezugsgröße sind die USA mit 100. Bei der Mensch-Roboter-Interaktion kippte das Verhältnis genauso.
Der Grund liegt in der Lieferkette. Chinas Vorsprung kommt nicht nur aus Ämtern, sondern aus einer eng verzahnten Industrie — ähnlich wie beim E-Auto. Bauteile, Montage und Software liegen dort in einer Hand, was Kosten senkt und Entwicklung beschleunigt. Südkoreas Branche fehlt es dagegen an eigener Hardware und an Trainingsdaten für körperliche Aufgaben.
Was das für Einkäufer bedeutet. Die Erhebung nennt China, USA und Südkorea; Europa taucht als eigene Position nicht auf. Das heißt konkret: Wer 2026 Humanoide oder Komponenten einkauft, hängt überwiegend an chinesischer Technik — und damit an Schutzrechten, die dort angemeldet wurden. Für deutsche Zulieferer bleibt vor allem die Komponenten- und Fertigungsseite der realistische Einstieg.
| China | 60,8 % (2024: 51,8 %) |
| USA | 21,8 % (2024: 27,3 %) |
| Südkorea | 4,6 % (2024: 6,3 %) |
| Anmeldungen 2025 | China 2.573 / USA 640 / Korea 97 |
| Anmeldungen 1. Hj. 2026 | China 1.584 / USA 113 / Korea 35 |
| Roboter-Grundmodelle | China 66,3 %, USA 14,1 %, Korea 8,8 % |
| Manipulations-Score | Korea 85 auf 80, China 79 auf 90 (USA = 100) |
Patentzahlen sind kein Technologie-Ranking. Anmeldungen werden 18 Monate verzögert veröffentlicht, die Werte für 2026 sind vorläufig. Und: Ein Patent sagt nichts darüber, ob ein Roboter im Werk dauerhaft funktioniert.
Fazit
China sichert sich nicht nur die Fertigung, sondern die Grundlagen. Wer Roboter einsetzen will, sollte im Vertrag klären, welche Schutzrechte im Gerät stecken und was Ersatzteile und Software künftig kosten. Das ist kein Technikthema, sondern Einkauf.
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