Open-RAIL: China Mobile legt die Steuerung für Humanoide offen

- Open-RAIL trennt Beobachtung, KI-Modell und Motorsteuerung in getrennte Prozesse und glättet die Übergänge.
- Grund dafür ist ein Tempo-Unterschied: KI-Modelle planen 5 bis 10 Schritte pro Sekunde, Motoren brauchen 200 bis 1000 Befehle.
- Das Entwicklungsteam meldet 100-fach weniger Ruckeln und die doppelte Ausführungsgeschwindigkeit; unabhängig geprüft ist das nicht.
- Unterstützt werden unter anderem NVIDIA GR00T, π0 von Physical Intelligence, Unitree G1 und AgiBot G1.
China Mobile hat mit Open-RAIL eine offene Steuerungsschicht für humanoide Roboter veröffentlicht. Sie soll das Ruckeln beseitigen, das entsteht, wenn KI-Modelle die Bewegung vorgeben. Die Software ist frei verfügbar und läuft auf Robotern mehrerer Hersteller, darunter Unitree und AgiBot.
Wo das Problem liegt. Humanoide Roboter werden zunehmend von Vision-Language-Action-Modellen gesteuert. Diese Modelle verbinden Kamerabild, Sprache und Bewegung: Sie sehen eine Szene, verstehen den Auftrag und geben Bewegungsbefehle aus. Sie rechnen aber langsam. Sie liefern nur fünf bis zehn kurze Befehlsblöcke pro Sekunde. Die Motoren eines Roboters brauchen dagegen 200 bis 1000 Befehle pro Sekunde. Zwischen zwei Blöcken entsteht eine Lücke. Der Roboter stockt oder ruckelt.
Wie Open-RAIL das löst. Die Software trennt Beobachtung, Modell und Motorsteuerung in getrennte Prozesse. Die Kamera liefert 30 Bilder pro Sekunde, das Modell rechnet mit fünf bis zehn Schritten pro Sekunde, die Motoren bekommen 200 bis 1000 Befehle pro Sekunde. Während der Roboter einen Block ausführt, berechnet das Modell schon den nächsten. Eine zweistufige Glättung zieht die Bewegung innerhalb eines Blocks weich und verbindet danach die Übergänge. Das heißt konkret: Der Roboter wartet nicht mehr auf die nächste Rechnung, sondern bewegt sich durchgehend.
Was das Team berichtet. Die Entwickler nennen drei Ergebnisse: Das Ruckeln sei um den Faktor 100 gesunken, die Ausführung mehr als doppelt so schnell, die Erfolgsquote liege 10 bis 73 Prozent höher. Diese Zahlen sind nicht unabhängig nachgemessen. Eine Aufschlüsselung nach einzelnen Aufgaben fehlt. Sie sind deshalb als Angaben des Entwicklungsteams zu lesen, nicht als gemessener Standard.
Was sonst in der Software steckt. Open-RAIL bringt eine Server-Client-Architektur, eine Weboberfläche mit über 40 Parametern und die Aufzeichnung im Datenformat von Hugging Face LeRobot mit. Ein Mensch kann den Roboter fernsteuern; seine Korrekturen landen im Trainingsdatensatz. Ein anderes KI-Modell anzubinden kostet nach Angaben des Teams 50 bis 100 Zeilen Code.
Für welche Modelle und Roboter. Unterstützt werden unter anderem NVIDIA GR00T, π0 und π0.5 von Physical Intelligence, ACT, RDT, SmolVLA und AgiBot GO-1. Bei der Hardware nennt das Projekt AgiBot G1, Unitree G1, NAVIAI WA2 und China Mobile Lingxi. Physical Intelligence hatte 2025 bereits ein Verfahren für dasselbe Problem veröffentlicht, das Hugging Face in LeRobot übernommen hat. Offen ist, ob Open-RAIL auf fremder Hardware dieselben Werte erreicht.
| Beobachtung | 30 Bilder pro Sekunde |
| Modellausgabe | 5 bis 10 Befehlsblöcke pro Sekunde |
| Motorsteuerung | 200 bis 1000 Befehle pro Sekunde |
| Angabe des Teams | Ruckeln 100-fach reduziert, doppelt so schnell |
| Erfolgsquote | plus 10 bis 73 Prozent (Angabe) |
| Modelle | NVIDIA GR00T, π0, ACT, SmolVLA, AgiBot GO-1 |
| Plattformen | AgiBot G1, Unitree G1, NAVIAI WA2, Lingxi |
| Zugang | Open Source, frei verfügbar |
Die Leistungswerte stammen vom Entwicklungsteam von China Mobile und sind nicht unabhängig nachgemessen. Eine Aufschlüsselung nach Aufgaben fehlt bislang.
Einzuordnen
Der Engpass bei humanoiden Robotern liegt längst nicht mehr nur in der Mechanik. Bewegungen werden heute von KI-Modellen geplant, und die Software dazwischen entscheidet über Tempo und Zuverlässigkeit. Dass China Mobile diese Schicht offenlegt, senkt die Einstiegshürde für Hersteller und Forschung. Wer Robotik einkauft, sollte die Softwareebene künftig genauso prüfen wie Traglast und Laufzeit.
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