China stoppt den Verkauf von ABB Robotics an SoftBank

- Chinas Amt für die Sicherheitsprüfung ausländischer Investitionen hat die Übernahme von ABB Robotics durch SoftBank untersagt
- Als Grund nennt Peking die Sorge, Roboterdaten könnten ins Ausland fließen und dort zum Training von KI-Modellen dienen
- ABB Robotics hat rund 7.000 Mitarbeiter, fertigt aber rund 90 Prozent der China-Maschinen im Werk Shanghai
- ABB und SoftBank sprechen von konstruktiven Gesprächen; offen ist, ob der Deal platzt oder umgebaut wird
Der Verkauf der ABB-Robotiksparte an SoftBank ist in China gestoppt. Die zuständige Prüfbehörde hat die Übernahme untersagt, ABB hat den Vorgang bestätigt. Für deutsche Anwender ist das keine Randnotiz: Es entscheidet mit, wer künftig Service, Ersatzteile und Produktplanung ihrer Roboter verantwortet.
Was China genau blockiert. Geprüft hat das Geschäft das Amt für die Sicherheitsprüfung ausländischer Investitionen. Nach Informationen der Financial Times begründet Peking die Ablehnung mit Roboterdaten, die ins Ausland fließen und dort zum Training von KI-Modellen dienen könnten. Der Kaufpreis liegt bei knapp 4,9 Milliarden Euro. ABB und SoftBank erklären, sie seien in engem Austausch und arbeiteten konstruktiv an der Transaktion.
Warum Peking mitreden kann. ABB Robotics beschäftigt rund 7.000 Menschen, der US-Sitz steht in Auburn Hills bei Detroit. China ist trotzdem ein Kerngeschäft: Im dritten Quartal 2026 wuchs das Geschäft der Sparte in China um 32 Prozent. Rund 90 Prozent der Maschinen für chinesische Kunden fertigt ABB im eigenen Werk in Shanghai. Das heißt konkret: Ohne chinesische Genehmigung lässt sich eine Robotikfirma dieser Größe nicht verkaufen, egal wo der Käufer sitzt.
Robotik wird zum Politikum. China hat in diesem Jahr bereits den Zukauf des KI-Start-ups Manus durch Meta verhindert. In den USA hat das Handelsministerium einen Bericht nach Paragraf 232 zu Robotern und Produktionsmaschinen vorgelegt, der Zölle auf ausländische Roboter möglich macht. Die US-Telekommunikationsbehörde FCC hat neue Importe fortgeschrittener Roboter aus dem Ausland gesperrt. Roboter sind damit endgültig Teil der Handelspolitik.
Was das für Käufer bedeutet. Wer 2026 oder 2027 ABB-Roboter beschafft, kauft bei einem Hersteller mit ungeklärtem Eigentümerwechsel. Fragen Sie im Angebot nach Ersatzteilzusagen, nach der Laufzeit des Servicevertrags und danach, welche Bauteile aus welchem Land kommen. Ein Ausfall trifft die Linie im Werk, nicht die Zentrale in Zürich.
| Transaktion | Verkauf von ABB Robotics an SoftBank |
| Kaufpreis | knapp 4,9 Mrd. Euro |
| Status | in China untersagt |
| Mitarbeiter | rund 7.000 |
| Chinageschäft Q3 2026 | plus 32 Prozent |
| Fertigung für China | rund 90 Prozent in Shanghai |
Offen ist, ob der Deal platzt oder umgebaut wird. Ein Verkauf ohne das Chinageschäft wäre für SoftBank deutlich weniger wert. ABB betont, das Gespräch laufe weiter.
Was jetzt zählt
Ein Eigentümerwechsel ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund für klare Verträge. Wer Roboter für zehn Jahre kauft, sollte wissen, wem die Firma in drei Jahren gehört. Und er sollte die Lieferkette kennen, bevor der Zoll sie kennt.
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