Eka Robotics sammelt 137 Millionen Euro für die Roboterhand ein

- Series A über rund 137 Millionen Euro, Bewertung 1,32 Milliarden Euro, angeführt von Andreessen Horowitz und F-Prime.
- Eka trainiert Greifmodelle in der Physiksimulation und nutzt die Kraftrückmeldung des eigenen Greifers.
- 1.500 Griffe pro Stunde bei über 95 Prozent Erfolgsquote, Objekte bis ein Kilogramm.
- Der Greifer kostet unter 910 Euro, hält aber erst fünf Millionen Lastspiele; Ziel sind 20 Millionen.
Während andere Unternehmen ganze Humanoide bauen, konzentriert sich Eka Robotics auf die Hand. Das Spin-off aus dem Umfeld des Massachusetts Institute of Technology hat eine Series A über rund 137 Millionen Euro abgeschlossen. Die Bewertung liegt bei 1,32 Milliarden Euro. Angeführt wurde die Runde von Andreessen Horowitz und F-Prime, dem Wagniskapitalarm der Fidelity-Gruppe.
Wer dahintersteht. Gegründet wurde Eka von Pulkit Agrawal, Professor am MIT und Leiter des Improbable AI Lab, und von Tuomas Haarnoja, der bei Google DeepMind kleine Humanoide das Fußballspielen lehrte. Der Sitz ist Cambridge in Massachusetts. Insgesamt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 147 Millionen Euro eingesammelt.
Der Unterschied liegt im Tastsinn. Eka trainiert kein Modell, das nur Bilder auswertet. Sein Vision-Force-Action-Modell verarbeitet zusätzlich die Kräfte, die im Greifer wirken. Das heißt konkret: Rutscht eine Erdbeere, korrigiert der Roboter den Griff, statt die Bewegung blind zu Ende zu fahren.
Trainiert wird in der Simulation. Statt Menschen stundenlang Griffe vorführen zu lassen, lässt Eka virtuelle Roboter in einer Physiksimulation üben. Tausende Stunden Erfahrung entstehen so in Minuten. Überträgt sich das Gelernte auf die echte Hand, spart das die teuerste Ressource der Branche: Demonstrationsdaten von Menschen.
Die Zahlen. Eka nennt 1.500 Griffe pro Stunde bei mehr als 95 Prozent Erfolgsquote; als menschliche Vergleichsbasis gelten rund 600. Die Objekte wiegen bis zu einem Kilogramm. Der Greifer kostet unter 910 Euro und ist auf fünf Millionen Lastspiele ausgelegt. Standard-Industriearme sind auf 20 Millionen ausgelegt.
Wo es schon läuft. Erste Piloten mit Industriekunden betreffen das Aufnehmen und Ablegen von Teilen sowie den Umgang mit Kabeln. Namen nennt Eka nicht. Genau dort entscheidet sich, ob aus Demonstrationswerten Schichtwerte werden.
Die Skepsis. Kris Hauser von der University of Illinois sagt, die Vorführung habe ihn beeindruckt; der Roboter habe sich ohne neues Training an viele Objekte angepasst. Ob das System ein Jahr lang ohne Ausfall an einer Linie läuft, sei offen. Auch die Übertragung auf andere Aufgaben als das Greifen ist nicht gezeigt.
| Runde | Series A, rund 137 Mio. € |
| Bewertung | 1,32 Mrd. € |
| Angeführt von | Andreessen Horowitz, F-Prime |
| Bisher eingesammelt | rund 147 Mio. € |
| Gründer | Pulkit Agrawal (MIT), Tuomas Haarnoja (ex-DeepMind) |
| Modell | Vision-Force-Action, Training in der Physiksimulation |
| Leistung | 1.500 Griffe pro Stunde, über 95 % Erfolg, bis 1 kg |
| Greifer | unter 910 €, 5 Mio. Lastspiele (Ziel: 20 Mio.) |
Der offene Punkt: Fünf Millionen Lastspiele sind für einen Greifer im Akkord wenig. Eka muss die Mechanik vervierfachen, ohne den Preis zu vervierfachen. Sonst bleibt die Runde eine Wette auf die Software.
Unsere Einordnung
Wer über Robotik redet, redet meist über Beine. Das Geld fließt derzeit in die Hand, weil dort der wirtschaftliche Hebel liegt: sortieren, verpacken, bestücken. Ein Humanoide, der nicht greifen kann, ist eine teure Statue. Für Anwender ist die entscheidende Frage nicht die Bewertung, sondern ob der Greifer eine Schicht ohne Nachjustieren durchhält.
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