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Humanoid für 2.270 Euro: Faraday Future drückt den Einstieg unter 2.500 Euro

Humanoide und Vierbeiner von Faraday Future neben Fahrzeugen des Herstellers im Freien (Quelle: The Robot Report)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • FF Nova kostet umgerechnet rund 2.270 Euro, der Nova Mini für Kinder ab acht Jahren rund 272 Euro.
  • Start mit 100 Einheiten nur auf Einladung, 20 davon sofort lieferbar; breiterer Verkauf erst in einer zweiten Phase.
  • Der kleine Humanoide bietet 20 Freiheitsgrade, 10 TOPS Rechenleistung, ROS 2 und eine Lernumgebung auf Basis von Nvidia Isaac.
  • FF EAI Robotics übernimmt Faraday Futures Robotikgeschäft per Aktientausch, bewertet mit rund 182 Millionen Euro.

Faraday Future und FF EAI Robotics haben am 15. Oktober den FF Nova vorgestellt. Der kleine Humanoide ist für Entwicklung und Bildung gedacht und kostet umgerechnet rund 2.270 Euro. Der Nova Mini für Kinder ab acht Jahren liegt bei rund 272 Euro. Gleichzeitig übernimmt FF EAI Robotics das Robotikgeschäft von Faraday Future.

Was der Nova kann. Der Roboter ist 49,7 Zentimeter groß und 2,8 Kilogramm schwer, mit 20 Freiheitsgraden: zwei im Kopf, sechs in den Armen, zwölf in den Beinen. Er läuft im Tempo eines gemütlichen Spaziergangs, also 0,1 Meter pro Sekunde. Auf einem abnehmbaren Radsatz schafft er 0,8 Meter pro Sekunde. An Bord sind 10 TOPS Rechenleistung, 8 GB Arbeitsspeicher, ein Lidar, eine Weitwinkelkamera, ein Tiefensensor und drei Mikrofone.

Wie man ihn anspricht. Der Nova läuft mit ROS 2, dem verbreiteten Baukasten für Roboter-Software. Ein Entwicklungspaket kostet zusätzlich rund 355 Euro. Wer eigene Bewegungen trainieren will, nutzt eine Umgebung auf Basis von Nvidia Isaac: erst in der Simulation üben, dann auf den Roboter spielen. Später soll ein Marktplatz für Fähigkeiten dazukommen, auf dem Entwickler ihre Programme teilen und verkaufen können.

Wie der Verkauf startet. Die erste Charge umfasst 100 Geräte, die nur auf Einladung verkauft werden; 20 davon sind sofort lieferbar. Danach folgt eine zweite Phase für Entwickler und Bildungseinrichtungen, erst später der Privatkunde. Das heißt konkret: Wer heute bestellt, kommt nicht in den regulären Handel — der Preis ist ein Signal, keine Verfügbarkeit.

Der Deal dahinter. FF EAI Robotics übernimmt das Robotikgeschäft von Faraday Future per Aktientausch. Bewertet wird es mit umgerechnet rund 182 Millionen Euro. Faraday Future hält nach dem Abschluss rund 65,7 Prozent an der neuen Einheit, der Abschluss wird bis Ende Oktober erwartet. Der Nova ist damit auch ein Argument für die Bewertung dieses Geschäfts.

Wie das einzuordnen ist. Im September hatte Faraday Future neun Robotermodelle vorgestellt, das günstigste ab 9.090 Euro. Der Nova ist kein Industrieroboter, sondern ein Lehrmittel mit Kamera, Lidar und offener Software. Für Produktion fehlen Nutzlast, Laufzeit im Dauerbetrieb, Wartungsintervalle und ein deutscher Servicepartner. Für Ausbildung, Prototyping und Forschung ist der Preis dagegen ein neuer Maßstab — ein Humanoide kostet jetzt so viel wie ein guter Laptop.

FF Nova: Zahlen
Preis Novarund 2.270 Euro, 100 Einheiten auf Einladung
Preis Nova Minirund 272 Euro, ab acht Jahren
Entwicklungspaketrund 355 Euro zusätzlich
Abmessungen49,7 cm, 2,8 kg, 20 Freiheitsgrade
Rechner10 TOPS, 8 GB RAM, 32 GB Speicher
Übernahme182 Mio. Euro, Faraday Future hält 65,7 Prozent

Der Nova ist ein Lehr- und Entwicklungsgerät, kein Produktionsroboter. Nutzlast, Dauerlauf, Ersatzteile und EU-Konformität sind offen.

Fazit

Der Nova setzt ein Preissignal: Humanoide für Ausbildung und Prototyping kosten jetzt vierstellig statt fünfstellig. Wer Produktion plant, muss weiter nach Nutzlast, Laufzeit und Service fragen — und sollte vor der Bestellung klären, wer das Gerät in Deutschland wartet.

Faraday Futures Modellpalette

Neun Roboter ab 9.090 Euro: was der Hersteller im September vorgestellt hat.

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