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Foxconn und IAT gründen Futekang: Auftragsfertigung für Humanoide in Peking

Foxconn und IAT gründen Futekang: Auftragsfertigung für Humanoide in Peking
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Foxconn und IAT haben am 21. September die Beijing Futekang Intelligent Robot Technology Co., Ltd. gegründet — Stammkapital umgerechnet rund 6,3 Mio. €.
  • Foxconn bringt Fertigung und Lieferkette ein, IAT die Fahrzeugentwicklung; beide halten 45 Prozent.
  • Vier Startpartner haben Verträge unterschrieben, darunter der Humanoid-Hersteller RoboParty.
  • Der Standort Yizhuang zählt über 300 Robotik-Firmen mit einer Wertschöpfungskette von mehr als 2,5 Mrd. €.
  • Foxconn setzt Humanoide auch selbst ein: in Houston arbeiten Roboter mit Nvidia-Steuerung in der Serverfertigung.

In Peking entsteht ein Auftragsfertiger für humanoide Roboter. Foxconn und der Fahrzeugentwickler IAT haben dafür am 21. September die Beijing Futekang Intelligent Robot Technology Co., Ltd. gegründet. Das Stammkapital liegt bei umgerechnet rund 6,3 Mio. €.

Wer dahintersteht. Foxconn, auch Hon Hai genannt, ist der größte Auftragsfertiger der Elektronikbranche; dort laufen unter anderem iPhones vom Band. IAT Automobile Technology entwickelt seit über 20 Jahren Fahrzeuge und hat nach eigener Angabe an rund 500 Modellen mitgearbeitet. Beide halten am neuen Unternehmen je 45 Prozent, die restlichen rund 10 Prozent hält die Beijing Gongxin Tongda Technology Partnership. Der Sitz liegt im Pekinger Bezirk Yizhuang.

Was ein Auftragsfertiger für Robotik bedeutet. Futekang baut keinen eigenen Roboter. Das Unternehmen bietet jungen Robotik-Firmen Fertigung, Einkauf, Erprobung und Serienprüfung an — eine Komplettlösung, bei der der Kunde nur Bauteile und Software beisteuert. Vier Partner haben laut 36Kr bereits Verträge unterschrieben, darunter der Humanoid-Hersteller RoboParty. Das heißt konkret: Ein Team, das heute 20 Prototypen im Jahr baut, kann dieselben Roboter künftig in Chargen zu Hunderten ordern, ohne selbst eine Fabrik zu errichten.

Warum die Fertigung der Engpass ist. Zwischen Labormuster und Serie fehlen nach Angaben der Plattform drei Dinge: eine belastbare Lieferkette, Erprobung nach Industriemaßstäben und kalkulierbare Stückkosten. Genau daran scheitern viele Robotik-Projekte. Ein Roboter, der auf einer Messe läuft, ist kein Roboter, der acht Stunden pro Schicht durchhält.

Ein zweibeiniger Humanoide im Testaufbau: Zwischen Prototyp und Serie liegen Erprobung, Ausschussquote und Ersatzteillog
Ein zweibeiniger Humanoide im Testaufbau: Zwischen Prototyp und Serie liegen Erprobung, Ausschussquote und Ersatzteillogistik (Quelle: The Robot Report)

Der Standort als Kunde. Yizhuang ist das Robotik-Zentrum Pekings: Dort arbeiten über 300 Unternehmen mit einer Wertschöpfungskette von mehr als 2,5 Mrd. €. Die Bezirksverwaltung bezuschusst Firmen, die Roboter kaufen. Für Futekang liegen Zulieferer und Abnehmer damit im Umkreis weniger Kilometer.

Foxconn kauft auch selbst. Der Konzern testet Humanoide im eigenen Werk: In Houston, wo Server für KI-Rechenzentren gebaut werden, sollen Roboter mit Nvidia-Steuerung in der Produktion arbeiten. Das heißt konkret: Foxconn kennt beide Seiten — als Fertiger und als Abnehmer. Wer Teile für Serienroboter liefern will, muss mit dieser Art Einkäufer rechnen: Taktzeit, Ausschussquote und Ersatzteil-Logistik werden zur Vertragsfrage.

Futekang auf einen Blick
Gründung21. September 2026, Peking-Yizhuang
Stammkapitalumgerechnet rund 6,3 Mio. €
AnteileFoxconn 45 %, IAT 45 %, Partner rund 10 %
Startpartnervier, darunter RoboParty
Standortnetzüber 300 Firmen, Kette > 2,5 Mrd. €

Aus einer Plattform-Ankündigung werden nicht automatisch Stückzahlen. Taktzeiten, Stückpreise und Abnahmemengen nennt bisher niemand. Einkäufer sollten Angebote prüfen, nicht Absichten.

Fazit

Chinas Robotik bekommt eine Fertigungsebene, die bisher fehlte. Für Zulieferer heißt das: Bauteile, Verpackung und Greifpunkte müssen schon in der Konstruktion roboterfähig sein. Wer seine Teile heute standardisiert, wird bei der ersten Serie gefragt.

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