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Einsatz

US-Marine vervierfacht Roboter-Auftrag auf 273 Millionen Euro

Drohnenansicht eines großen Hallendachs während einer automatisierten Inspektion
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Auftragswert steigt von rund 65 auf 273 Millionen Euro, sechs Monate nach dem ersten Auftrag.
  • Geckos Roboter tasten Decks, Rümpfe und Schweißnähte ab; Prüfungen dauern Tage statt Monate.
  • Laut Unternehmen bis zu 7,3 Millionen Euro Reparaturkosten gespart, pro Schiff.
  • Ziel der Marine: 80 Prozent der Flotte einsatzbereit.

Ein halbes Jahr nach dem ersten Auftrag hat die US-Marine den Vertrag mit Gecko Robotics auf 273 Millionen Euro ausgeweitet. Das ist mehr als das Vierfache des ursprünglichen Rahmens von rund 65 Millionen Euro. Die Marine begründet den Schritt nicht mit Strategie, sondern mit Rechnungen, die aufgehen.

Was die Roboter tun. Gecko baut kletternde und fahrende Roboter, dazu Drohnen und feste Sensoren. Sie tasten Schiffsdecks, Rümpfe, Schweißnähte und Bauteile ab und liefern die Daten an eine Software, die daraus ein Schadensbild rechnet. Beim Kernstück, dem System Komodo, geht es um eine Eigenheit von Flugdecks: Die dicke Anti-Rutsch-Schicht muss für eine Prüfung bisher abgetragen werden.

Das heißt konkret: Komodo misst durch die Beschichtung hindurch und erzeugt eine Karte aus Korrosion und Materialdicke. Reparaturen lassen sich planen, bevor das Schiff ins Dock geht, nicht erst, wenn es dort steht.

Die Zahlen. Nach Angaben des Unternehmens finden die Roboter Schäden bis zu 50-mal schneller als herkömmliche Verfahren; aus Monaten werden Tage. Pro Schiff nennt Gecko ein Einsparpotenzial von bis zu 7,3 Millionen Euro. Der ursprüngliche Auftrag war ein Rahmenvertrag über fünf Jahre und rund 49 Millionen Euro für 18 Schiffe der Pazifikflotte.

Warum die Marine nachlegt. Ihr Ziel sind 80 Prozent einsatzbereite Schiffe. Jeder Tag im Dock ist ein Tag ohne Präsenz. Wenn ein Roboter die Bestandsaufnahme vorzieht, wird die Dockzeit kürzer. Das ist der ganze Geschäftsfall.

Der Blick über die Marine hinaus. Gecko sitzt in Pittsburgh und arbeitet auch für Anlagen in Energie, Öl und Gas sowie für die US-Luftwaffe. Prüfungen von Unterseeboot-Bauteilen sollen künftig in den geplanten Werften des Rüstungsunternehmens Anduril laufen.

Was das für den Mittelstand bedeutet. In Chemie, Stahl und Energie sind Kessel, Tanks und Rohrbrücken das gleiche Problem wie ein Flugdeck: Die Prüfung kostet mehr Stillstand als Personal. Ein Roboter, der im Betrieb misst, verändert diese Rechnung.

Der Auftrag im Überblick
AuftraggeberUS-Marine und GSA
Auftragswert neu273 Mio. € (vorher rund 65 Mio. €)
Ursprünglicher Rahmenrund 49 Mio. € über fünf Jahre, 18 Schiffe
Einsparung pro Schiffbis zu 7,3 Mio. € (Unternehmensangabe)
Geschwindigkeitbis zu 50-mal schneller, aus Monaten werden Tage
TechnikKletterroboter, Drohnen, feste Sensoren; System Komodo
Ziel der Marine80 % Einsatzbereitschaft

Der offene Punkt: Die Einsparungen pro Schiff sind eine Unternehmensangabe, keine geprüfte Zahl der Marine. Und der Vertrag ist ein Rahmen: Wie viel davon tatsächlich abgerufen wird, steht nicht fest.

Unsere Einordnung

Der Fall zeigt, wo Robotik gerade wirklich Geld verdient: nicht auf der Bühne, sondern in der Instandhaltung. Wer Anlagen besitzt, die nicht stillstehen dürfen, ist derzeit der beste Kunde der Branche. Der Unterschied zu vielen Humanoiden-Ankündigungen ist banal und entscheidend: Hier wird eine Rechnung pro Schiff gerechnet.

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