Genisom AI sammelt Series B ein — und hat 15.000 Roboter ausgeliefert

- Series-B-Runde mit einem Volumen, das umgerechnet zwischen 26 und 51 Mio. Euro liegt.
- Lead-Investor ist der Fonds Stone Venture aus den Emiraten, dazu chinesische Wagniskapitalgeber und Industrieinvestoren.
- Das Unternehmen hat bis Juni 2026 rund 15.000 Roboter ausgeliefert, Ende 2025 waren es 5.000.
- Produkte sind vierbeinige Industrieroboter für Inspektion, Sicherheit und Rettung — plus eine humanoide Modellreihe.
Der chinesische Roboterbauer Genisom AI hat eine Series-B-Runde abgeschlossen. Angeführt wurde sie vom Fonds Stone Venture aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Firma produziert vor allem vierbeinige Industrieroboter und nennt erstmals eine eigene Auslieferungszahl: rund 15.000 Einheiten bis Juni 2026.
Wer investiert hat. Lead-Investor der Runde ist Stone Venture, ein Fonds aus den Emiraten. Beteiligt sind nach Firmenangaben außerdem die chinesischen Wagniskapitalgeber Hongshan Capital, Technology Financial Group, Wuzhong Rongyue und Wuzhong Innovation Investment. Dazu kommen Industrieinvestoren: die Softwaregruppe Neusoft, OpenTech, Yuanjian Capital und der Elektronikhersteller Riying Electronics. Die Runde liegt nach chinesischer Sprachregelung bei mehreren hundert Millionen, umgerechnet zwischen 26 und 51 Mio. Euro.
Wofür das Geld gedacht ist. Genisom will die Hardwareplattform weiterentwickeln, die Steuerungsebene aus „Gehirn und Kleinhirn" ausbauen und Aufgabenausführung im Feld verbessern. Ein Schwerpunkt ist die eigene Navigationstechnik GSD. Das Ziel: Roboter sollen ohne feste Karten, vorgegebene Routen und Projektkonfiguration auskommen und sich in komplexen Umgebungen selbst zurechtfinden.
Was die Firma baut. Das Unternehmen wurde im Dezember 2023 gegründet, beschäftigt rund 400 Mitarbeiter — etwa 70 Prozent in der Entwicklung — und betreibt in Suzhou ein Montagewerk für komplette Roboter und ein Werk für Antriebsmodule. Das Hauptgeschäft sind Vierbeiner: Der L1 trägt 8 Kilogramm im Lauf, steigt 40-Grad-Hänge und ist spritzwassergeschützt nach IP54. Der M1 trägt dauerhaft 30 Kilogramm, schafft 45 Grad Steigung und ist nach IP67 für Energieversorger, Feuerwehr und Rettung gebaut. Der 2026 vorgestellte L2 trägt 16 Kilogramm, überwindet 70 Zentimeter hohe Hindernisse und hat 756 Wattstunden Akku sowie 86 Recheneinheiten an Bord. Dazu kommt die humanoide Reihe Yinyi NE01 in drei Ausführungen.
Wie das Geschäft läuft. Ende 2025 hatte Genisom nach eigenen Angaben 5.000 Roboter ausgeliefert, bis Juni 2026 waren es 15.000 — eine Verdreifachung in rund sechs Monaten. Der Umsatz lag 2025 nach Firmenangaben über 12,8 Mio. Euro. Die Roboter arbeiten in Industrieinspektion, Sicherheitspatrouillen, Rettung, Energieversorgung, Bildung und Unterhaltung und werden über Kanalpartner verkauft.
Warum das den deutschen Markt betrifft. Vierbeinige Inspektionsroboter sind die Produktgruppe, die hierzulande zuerst in Anlagen, Tunneln und Kraftwerken getestet wird. Genisom steht dabei in direkter Konkurrenz zu Deep Robotics und Unitree, die beide ebenfalls vierbeinige Plattformen für Industrieinspektion verkaufen. Eine weitere Finanzierungsrunde in dieser Größenordnung bedeutet: Der Preisdruck auf diesem Markt bleibt hoch. Das heißt konkret: Wer heute Inspektionsroboter beschafft, sollte Angebote mehrerer Anbieter auf Nutzlast, Schutzart und Wartungsvertrag vergleichen — die Hardware wird austauschbarer, der Service entscheidet.
| Series B | 26 bis 51 Mio. Euro (Firmenangabe ohne genauen Betrag) |
| Lead-Investor | Stone Venture (Vereinigte Arabische Emirate) |
| Ausgeliefert bis Juni 2026 | rund 15.000 Roboter (Ende 2025: 5.000) |
| Mitarbeiter | rund 400, davon 70 Prozent in der Entwicklung |
| Umsatz 2025 | über 12,8 Mio. Euro (Firmenangabe) |
| Produkte | Vierbeiner L1, M1, L2 — humanoide Reihe Yinyi NE01 |
Alle Zahlen sind Firmenangaben aus chinesischen Medienberichten, keine geprüften Bilanzen. Den genauen Betrag der Runde nennt Genisom nicht — er bewegt sich zwischen 26 und 51 Mio. Euro. Zu Ausfallzeiten und Wartungskosten der Roboter im Dauerbetrieb liegen keine unabhängigen Daten vor.
Vierbeiner sind das Geschäft
Während Humanoiden noch in Pilotstückzahlen laufen, verkauft Genisom Tausende Vierbeiner für Inspektion und Sicherheit. Für Anlagenbetreiber heißt das: Das Angebot wird breiter und billiger. Vergleichen Sie vor der Beschaffung die Betriebskosten und lassen Sie sich Referenzanlagen zeigen, bevor Sie eine Flotte aufbauen.
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