Google Gemini 4 Argon bringt dem Humanoiden Apollo das Werfen bei

- Gemini 4 Argon ist seit dem 13. Oktober 2026 über die Gemini-Schnittstelle für Entwickler und Firmen verfügbar.
- Das Modell erfasste aus einem Video die Raumkoordinaten, berechnete die Gelenkbewegungen und schrieb den Simulationscode selbst.
- Google nennt 87 Prozent im Test ERQA, der räumliches Verständnis prüft.
- Der Zugang kostet in der Einführung umgerechnet rund 1,80 Euro je Million Eingabe-Token, ab Dezember rund 3,64 Euro.
Google hat am 13. Oktober sein neues Modell Gemini 4 Argon vorgestellt. In einem internen Versuch sah das Modell einem Menschen beim Werfen zu und brachte dem Humanoiden Apollo von Apptronik sieben Treffer in Folge bei. Für Firmen ist Argon über Googles bezahlte Schnittstelle erhältlich.
Was das Modell selbst gebaut hat. Argon bekam ein rohes Video eines Menschen, der Bohnensäckchen wirft. Das Modell erfasste die Raumkoordinaten der Umgebung, berechnete die nötigen Gelenkbewegungen und schrieb den Simulationscode selbst. Danach wurde das Ergebnis auf den Humanoiden Apollo übertragen. Google nennt den Ablauf Video-to-Sim-to-Real und spricht von wenigen Stunden statt Wochen Handarbeit. Das heißt konkret: Wer eine neue Greif- oder Sortieraufgabe prüfen will, spart Vorbereitungszeit, bevor der Roboter in der Halle das erste Mal läuft.
Was der Versuch nicht beweist. Der Wurftest ist eine Vorführung von Google mit einer einzigen Aufgabe, kein Nachweis allgemeiner Roboterfähigkeit. Zusätzlich meldet Google 87 Prozent im Test ERQA, der räumliches Verstehen prüft. Firmenkunden sollten solche Werte als Laborergebnis lesen, nicht als Zusage für den eigenen Ablauf.
Wo es schon läuft. Google hat Argon nach eigener Mitteilung in die Bildplattform Roboflow eingebunden. Dort führt das Modell die Auswertung zur Objekterkennung an, genutzt wird das für Produktprüfung, Bestandsverfolgung und Maschinenführung. Der Zugang startet bei umgerechnet rund 1,80 Euro je Million Eingabe-Token und rund 9,10 Euro je Million Ausgabe-Token. Ab dem 1. Dezember 2026 gelten rund 3,64 Euro und 18,20 Euro. Token sind die kleinen Textbausteine, die ein solches Modell verarbeitet.
Warum das den Markt sortiert. Google tritt damit gegen Anbieter an, die ihre Robotermodelle selbst bauen. Neura Robotics aus Mettingen hat diese Woche sein Modell Neuron AI vorgestellt, Figure AI und Tesla setzen ebenfalls auf eigene Software. Für Einkäufer wird damit eine zweite Frage wichtig: Nicht nur, wer den Roboter liefert, sondern auch, wer das Modell dahinter pflegt und aktualisiert.
| Modell | Gemini 4 Argon von Google |
| Verfügbar seit | 13. Oktober 2026, über die Gemini-Schnittstelle |
| Vorführroboter | Apollo von Apptronik, ein Werftest |
| Testwert | 87 Prozent im Benchmark ERQA (Angabe von Google) |
| Preis Einführung | rund 1,80 Euro je Mio. Eingabe-Token |
| Preis ab 1. Dezember 2026 | rund 3,64 Euro und 18,20 Euro je Mio. Token |
| Beispielanwendung | Produktprüfung, Bestandsverfolgung bei Roboflow |
Der Werftest ist eine interne Vorführung von Google. Messungen aus dem Dauerbetrieb bei Kunden gibt es dazu nicht.
Der Nutzen liegt nicht im Wurf
Für den Betrieb zählt weniger, dass ein Humanoide Bohnensäckchen trifft. Entscheidend ist, dass ein Modell die Vorbereitung von Simulationen verkürzt. Fragen Sie Anbieter deshalb künftig danach, welche Aufgabe das Modell schon kann, wer die Trainingsdaten liefert und was ein Modellwechsel für Ihre Anlage bedeutet.
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