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Markt

Erste Versicherung für Hausroboter — bis 6.000 Euro Deckung für Schäden

Humanoider Roboter steht in einem Pflegeheim neben älteren Menschen (Symbolbild)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Adrian Flux und Tokio Marine HCC starten die erste Hausversicherung für Humanoide
  • Gedeckt sind Diebstahl, Unfallschaden am Roboter und Schäden am Haus bis rund 6.000 Euro
  • Der Marktstart wird ab 2027 erwartet, frühe Modelle kosten 18.000 bis 24.000 Euro
  • Offen bleibt, wer bei Softwarefehlern haftet: Halter, Hersteller oder Softwareanbieter

In Großbritannien gibt es jetzt eine Hausversicherung für humanoide Roboter. Der Makler Adrian Flux und der Versicherer Tokio Marine HCC International haben die Police am Donnerstag vorgestellt. Sie schützt den Roboter und das Haus, in dem er arbeitet. Die Anbieter halten sie für die erste dieser Art weltweit.

Was gedeckt ist. Die Police lässt sich an eine bestehende Hausversicherung anhängen. Sie zahlt bei Unfallschaden, Feuer und Diebstahl des Roboters. Sie übernimmt auch die Bergung oder das sichere Abschalten, wenn das Gerät plötzlich verrücktspielt. Für Schäden, die der Roboter am Haus oder am Inventar anrichtet, nennen die Anbieter eine Deckung von umgerechnet rund 6.000 Euro. Dazu kommt eine Haftpflicht, wenn der Roboter einen Menschen verletzt oder fremdes Eigentum beschädigt.

Warum das Geschäft jetzt beginnt. Die Anbieter rechnen damit, dass Hausroboter ab 2027 in britische Haushalte kommen. Frühe Modelle kosten laut Adrian Flux umgerechnet 18.000 bis 24.000 Euro. Der Makler vergleicht den Fall mit der Police für selbstfahrende Autos, die das Unternehmen 2016 auflegte. Damals fehlte die Grundlage für Haftungsfragen, heute fehlt sie für Hausroboter.

Das heißt konkret: Wer einen Roboter betreibt, trägt das Risiko wie bei jedem anderen teuren Gerät im Haus. Ohne Zusatzdeckung bleibt er auf Schäden sitzen, weil keine klassische Hausratversicherung einen mobilen Roboter mit Kamera und Antrieb kennt.

Wer haftet, bleibt unklar. Wenn ein Roboter einen Schaden verursacht, kommen mehrere Parteien in Frage: der Halter, der Hersteller und der Anbieter der Software. Die Versicherung deckt die Haftung des Halters. Bei einem Konstruktions- oder Softwarefehler kann der Geschädigte dagegen beim Hersteller auf Produkthaftung klagen. Schwer zu beweisen ist vor allem, ob der Halter den Roboter falsch benutzt oder schlecht gewartet hat.

Die offene Flanke. Die Police beschreibt technische Schwachpunkte kaum. Ein humanoider Roboter mit Kameras, Mikrofonen und Netzverbindung lässt sich angreifen. Was passiert, wenn ein Angreifer die Steuerung übernimmt, regelt der Vertrag bislang nicht. Für Betriebe, die solche Geräte auf Messen oder im Empfang einsetzen, ist das die eigentliche Frage.

Die Police in Zahlen
AnbieterAdrian Flux (Makler), Tokio Marine HCC
MarktGroßbritannien, ab 30. Oktober 2026
Deckung Sachschaden am Hausbis umgerechnet rund 6.000 Euro
Gedeckte RoboterschädenUnfall, Feuer, Diebstahl
ZusatzleistungBergung und sicheres Abschalten
Erwarteter Marktstartab 2027
Preis früher Modellerund 18.000 bis 24.000 Euro

Die Deckungssumme von umgerechnet rund 6.000 Euro nennt der Makler auf seiner Produktseite; ein unabhängiges Vertragsdokument liegt öffentlich nicht vor. Angaben zu Prämien macht das Unternehmen nicht, weil jeder Fall einzeln kalkuliert wird.

Versicherung als Frühindikator

Wenn Versicherer Produkte für eine Gerätegattung bauen, ist der Markt näher als die Ankündigungen vermuten lassen. Für Betriebe heißt das: Wer humanoide Systeme im Kundenkontakt einsetzt, sollte Haftung, Wartung und Updates vorher klären — nicht nach dem ersten Schaden.

Haftung im Betrieb

Wer zahlt, wenn ein Roboter in der Halle einen Menschen verletzt? Die Grundlagen im Überblick.

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