5.100 Euro pro Hand: Unitree senkt den Preis für Greiftechnik

- Unitrees Dex5-S hat 22 motorisch angetriebene Gelenke, wiegt menschenhandähnlich und kostet ab rund 5.100 Euro pro Stück — ein Paar ab etwa 10.200 Euro.
- Der chinesische Tastsensor-Hersteller PaXini hat sein Börsenverfahren gestartet; Bewertung über 1,3 Milliarden Euro, mehr als eine Million ausgelieferte Sensorchips.
- Beide Meldungen zeigen denselben Trend: Nach den Beinen und Armen wird die Hand samt Fingerspitzen-Gefühl zum entscheidenden Bauteil.
Humanoiden können inzwischen laufen und greifen, aber das Gefühl in den Fingern fehlt. Zwei Meldungen dieser Woche zeigen, wie sich das ändert: Unitree bringt eine 22-Gelenk-Hand für umgerechnet rund 5.100 Euro auf den Markt, und der chinesische Tastsensor-Hersteller PaXini hat den Gang an die Börse eingeleitet.
Was Unitree vorstellt. Der Dex5-S ist eine Hand in Menschengröße mit 22 Freiheitsgraden — jeder Finger kann also mehrfach unabhängig bewegt werden. Alle Gelenke sind motorisch angetrieben und von außen nachgiebig, das heißt: Drückt etwas gegen die Hand, können die Motoren nachgeben, statt zu blockieren. Je Gelenk sitzen zwei Sensoren zur Positionskontrolle, neu gegenüber der Vorversion ist eine zusätzliche Rollachse am kleinen Finger. Die Nutzlast liegt bei etwa 2 Kilogramm in der Spitze und rund 1 Kilogramm im Dauerbetrieb.
Der Preis ist die Nachricht. Eine Hand kostet umgerechnet ab rund 5.100 Euro. Ein Paar liegt damit bei etwa 10.200 Euro — ohne Controller, Halterungen, Steuern und Integration. Forscherteams zahlten für vergleichbare Hände bisher ein Vielfaches. Zielgruppe sind Entwickler, die Fernsteuerung, Nachahmungslernen oder verstärkendes Lernen testen wollen.
Wo noch Lücken sind. Unitree nennt weder eine vollständige Tastempfindlichkeit für diese Variante noch fertige Softwarepakete oder Montageanleitungen für die eigenen Roboter der G1-, H1- und H2-Reihe. Wer die Hand produktiv einsetzen will, muss also selbst integrieren. Genau hier setzt der zweite Teil der Geschichte an: das Fingerspitzengefühl.
PaXini geht an die Börse. Der 2021 gegründete Shenzhener Hersteller taktiler Sensoren hat am 21. September sein Börsenvorbereitungsverfahren bei der Pekinger Wertpapieraufsicht eingereicht. PaXini hat nach eigenen Angaben umgerechnet über 512 Millionen Euro eingesammelt und wird mit rund 1,28 Milliarden Euro bewertet. Über eine Million Sensorchips wurden ausgeliefert; die Sensoren sitzen in Greifern und in Roboterhaut und messen Kontakt und Kraft. Zu den Investoren zählen unter anderem BYD und JD.com.
Warum das zusammengehört. Greifen ohne Tastgefühl ist Blindflug: Der Roboter merkt nicht, ob er ein Bauteil hält oder zerquetscht. Genau deshalb sinken die Preise bei den Händen, während die Sensorik zum eigenen Börsenkandidaten wird. Das heißt konkret: Wer heute eine Manipulations-Aufgabe plant, sollte das Budget für Hände und Sensorik getrennt rechnen — die Hand ist billig geworden, das Fingerspitzengefühl noch nicht.
| Dex5-S Preis | ab rund 5.100 Euro pro Hand |
| Preis pro Paar | ab rund 10.200 Euro, ohne Controller |
| Freiheitsgrade | 22, alle motorisch angetrieben |
| Nutzlast | ca. 2 kg Spitze, ca. 1 kg Dauerbetrieb |
| PaXini-Bewertung | rund 1,28 Mrd. Euro |
| PaXini-Kapital | über 512 Mio. Euro eingesammelt |
| Sensorchips | über 1 Million ausgeliefert |
Der Dex5-S ist eine einzelne Hand, kein kompletter Roboter. Angaben zu Taktilität, Steuersoftware und Montage fehlen bislang, ebenso ein Preis für die fertige Integration. Die PaXini-Zahlen sind Bewertung und Auslieferungsmenge, nicht Umsatz oder Gewinn.
Fazit
Die Hand wird zur Ware: Unitree setzt den Preis, PaXini sammelt Kapital für die Sensorik dahinter. Für Anwender heißt das, Manipulationsaufgaben früher als bisher zu kalkulieren — aber Integrationsaufwand und fehlende Schnittstellen einzupreisen.
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