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Hirebotics erweitert Cobots: Lackieren am laufenden Band und Schienen für große Teile

Der Cobot Painter von Hirebotics in einer Lackierkabine (Quelle: Hirebotics)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Line-Tracking: Der Cobot Painter folgt dem Bauteil auf dem laufenden Förderband und hält seine Lackierbahn, ohne dass die Linie stoppt.
  • Ein Sensor erkennt das ankommende Teil, ein Geber misst die Bandgeschwindigkeit — die Bahn wird automatisch nachgeführt.
  • Neue Linear-Schiene in Schritten von 1,5 Metern: Damit erreicht der Cobot Werkstücke von 3,6 oder 6 Metern Länge.
  • Die Steuerung läuft über die Cloud-Plattform Beacon; Programmierkenntnisse sind laut Hersteller nicht nötig.

Der Cobot-Hersteller Hirebotics hat auf der Messe IMTS in Chicago zwei Erweiterungen vorgestellt. Der Cobot Painter kann Bauteile jetzt lackieren, während das Förderband weiterläuft. Eine neue Linear-Schiene vergrößert den Arbeitsbereich, ohne die Zelle umzubauen.

Das Problem dahinter. Zwei Fälle passen nicht in eine feste Roboterzelle: Das Werkstück ist zu groß, oder es bewegt sich. Genau diese Fälle adressiert Hirebotics mit den neuen Erweiterungen. CEO Matthew Bush beschreibt es so: Die Arbeit passt nicht in das feste Arbeitsfeld des Roboters.

Lackieren am laufenden Band. Beim Line-Tracking folgt der Cobot Painter dem Bauteil auf dem Förderband und hält seine programmierte Bahn. Ein Sensor erkennt das ankommende Teil und startet den Ablauf, ein Geber misst die Bandbewegung. Ändert sich das Tempo, wird die Bahn nachgeführt. Das heißt konkret: Die Lackierlinie muss für den Roboter nicht angehalten werden, und niemand muss jedes Teil aus der Anlage nehmen.

Cobot von Hirebotics beim Schweißen in der Metallfertigung Quelle: Hirebotics
Cobot von Hirebotics beim Schweißen in der Metallfertigung (Quelle: Hirebotics)

Schiene statt größerem Roboter. Der Standardarm von Hirebotics erreicht 175 Zentimeter. Für Rahmen von 3,6 Metern oder Stahlbaugruppen von 6 Metern reicht das nicht. Die neue Schiene wird in Schritten von 1,5 Metern geliefert, auf Wunsch in Sonderlänge. Darauf fährt der Cobot entlang des Werkstücks und bearbeitet es in mehreren Positionen. Anwender nutzen heute schon Magnetfüße, Kopfüber-Montage oder Drehpositionierer.

Ohne Programmierer. Hirebotics liefert komplette Systeme zum Schweißen, Plasmaschneiden und Lackieren. Die Steuerung läuft über die Cloud-Plattform Beacon, ohne eigene Robotik-Ingenieure im Betrieb. Das Unternehmen sitzt in Nashville und wurde 2015 gegründet. Beide Neuerungen wurden auf der IMTS 2026 gezeigt, der großen US-Fertigungsmesse.

Cobot Painter und Linear-Schiene
HerstellerHirebotics LLC, Nashville (gegründet 2015)
PlattformBeacon (Cloud, ohne Programmierung)
Reichweite Standardarm175 cm (68,9 Zoll)
Neue Schiene1,5-Meter-Schritte oder Sonderlänge
Line-Trackingfolgt dem Teil auf dem laufenden Band
AnwendungenSchweißen, Plasmaschneiden, Lackieren

Einordnung

Die Erweiterungen lösen ein Mittelstands-Problem: große oder bewegte Teile, kleine Stückzahlen, kein eigenes Robotik-Team. Wer lackiert oder schweißt und die Linie nicht anhalten will, bekommt hier eine Lösung ohne Umbau. Entscheidend bleibt der Praxistest: Taktzeit, Ausschussquote und Lackbild gehören in die Abnahme.

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