JoyIn wirft OpenAI Ideenklau vor — und stellt das Roboter-Modell Aether vor

- JoyIn-Chef Guo Renjie hat ein offenes Schreiben an OpenAI veröffentlicht
- Streitpunkt sind Ähnlichkeiten bei Modell-Konzepten und beim Webdesign
- Aether soll humanoide Roboter im ersten Versuch zu 90 % erfolgreich steuern
- Brisant, weil die USA chinesischen Laboren seit Wochen Modell-Diebstahl vorwerfen
Das chinesische Roboter-Start-up JoyIn wirft OpenAI Ideenklau vor. Firmenchef Guo Renjie hat ein offenes Schreiben veröffentlicht, in dem er Ähnlichkeiten zwischen seinem Modell Aether und jüngsten OpenAI-Veröffentlichungen beschreibt. JoyIn hat nach eigenen Angaben ein Klageverfahren eingeleitet. OpenAI äußerte sich zunächst nicht.
Wer die Beteiligten sind. JoyIn sitzt in Suzhou und wird unter anderem von der Alibaba nahestehenden Ant Group finanziert. Das Unternehmen stellte sein Modell Aether am 10. September vor — eine Woche nach OpenAIs GPT-6 Astra vom 3. September. Guo schreibt, JoyIn habe seinen Modell-Rahmen bereits Wochen zuvor im Silicon Valley gezeigt, bevor OpenAIs Chef-Wissenschaftler am 6. September den Beitrag „An Alien Mind“ veröffentlichte. Er sieht Parallelen bei Konzepten wie der Selbstverbesserung von Modellen und beim Einsatz von KI zur Optimierung von Rechenleistung. Auch das an Weltraum erinnernde Design beider Webseiten nennt er.
Was Aether technisch behauptet. Das Modell steuert humanoide Roboter nicht über Textbefehle, sondern über Wahrnehmung. Nach Angaben von JoyIn lösen die Roboter damit Aufgaben im ersten Versuch zu 90 Prozent. Entwicklungsleiterin Zhu Mingxuan wechselte im vergangenen Jahr vom US-Hersteller Figure zu JoyIn. Sie sagt, Aether verkürze die Trainingszeit um zwei Drittel. Teile des Modells will JoyIn offenlegen — den Bereich Tastsinn ja, den Energieverbrauch nicht.
Der politische Hintergrund. Seit Wochen werfen US-Behörden chinesischen Laboren vor, amerikanische Modelle unerlaubt nachzubauen. Eine US-Cyberbehörde nannte Mitte September sechs Firmen, darunter DeepSeek und Alibaba. Chinas Außenministerium wies das zurück. Nun dreht ein chinesisches Start-up den Vorwurf um. Garry Tan, Chef des Start-up-Beschleunigers Y Combinator, sagt, er würde gegen solche Vorwürfe „gar nichts“ unternehmen.
Was das für Einkäufer bedeutet. CNBC konnte die Vorwürfe nicht unabhängig prüfen, und einige der genannten Konzepte sind ältere Forschung. Für Betriebe wird die Frage trotzdem praktisch: Wer Roboter mit KI-Modellen einkauft, sollte Herkunft, Lizenz und Update-Pfad kennen. Das heißt konkret: Lassen Sie sich schriftlich zusichern, welches Modell im Roboter steckt und wer es künftig aktualisiert.
| Modell | Aether (JoyIn, vorgestellt am 10.09.2026) |
| Gegenstück | GPT-6 Astra (OpenAI, 03.09.2026) |
| Erfolgsquote | 90 % im ersten Versuch (Herstellerangabe) |
| Trainingszeit | laut JoyIn um zwei Drittel kürzer |
| Sitz | Suzhou, China |
| Finanzierung | unter anderem Ant Group |
Die Vorwürfe sind unbelegt und Gegenstand eines laufenden Verfahrens. Die Erfolgsquote von 90 % ist eine Angabe des Herstellers, nicht unabhängig gemessen.
Fazit
Der Streit zeigt, wie sehr Modell-Herkunft zum Geschäftsthema wird. Für Käufer von Robotern zählt künftig nicht nur die Mechanik, sondern auch, welches KI-Modell darin arbeitet und welche Rechte daran hängen. Wir unterstützen Sie gern dabei, Anbieterangaben zu Modell und Lizenz zu prüfen.
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