13 Millionen Euro für Roboterhaut: Ant Group führt Runde bei Juqiao an

- Serie A über umgerechnet rund 13 Millionen Euro, angeführt von Ant Group
- Juqiao webt leitfähige Fasern direkt in Gewebe und erzeugt so druckempfindliche Flächen
- Mehr als 400 Kunden, davon über 200 aus dem Bereich verkörperte KI, knapp 10.000 Tastik-Handschuhe ausgeliefert
- Die Fertigung soll bis zu 200.000 Quadratmeter pro Jahr schaffen, bei 95 Prozent Ausbeute
Das chinesische Unternehmen Juqiao Industrial hat eine Runde der Kategorie Serie A über umgerechnet rund 13 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird sie von der Ant Group, dem Finanz- und Technologiekonzern hinter Alipay. Juqiao stellt keine Roboter her, sondern deren Haut: Gewebe, das Berührung spürt.
Was Juqiao herstellt. Die Firma webt leitfähige Fasern direkt in Stoff. Drückt etwas auf das Gewebe, ändert sich ein elektrisches Signal, und die Stelle lässt sich genau bestimmen. Aus dem Stoff entstehen Handschuhe für Greifhände, Abdeckungen für Roboterarme und in Planung auch Flächen für Rumpf und Fußsohlen. Das heißt konkret: Der Roboter spürt Berührung dort, wo keine Kamera hinsieht.
Warum das der offene Punkt ist. Sehen und Hören funktionieren bei Robotern inzwischen gut. Beim Tastsinn hakt es. Übliche Kraftsensoren sitzen im Handgelenk, kosten viel und messen nur die Summe aller Kräfte. Sie sagen nicht, ob der Daumen zu fest drückt und die Handfläche gerade noch trägt. Textile Sensoren liefern dagegen zehntausende Messpunkte über eine gekrümmte Fläche. Das heißt konkret: Erst damit lassen sich rohe Eier, weiches Gebäck oder ein Arm greifen, ohne Schaden anzurichten.
Was die Firma schon liefert. Juqiao wurde im November 2023 gegründet und sitzt in Weihai in der Provinz Shandong. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen mehr als 400 Kunden, davon über 200 aus dem Feld der verkörperten KI, und knapp 10.000 Tastik-Handschuhe ausgeliefert. Die Produktionslinie soll bis zu 200.000 Quadratmeter pro Jahr schaffen, bei einer Ausbeute von 95 Prozent. Mit Unitree, AgiBot und Songyan gibt es laut der Bezirksverwaltung Weihai Lingang Vereinbarungen zur Versuchs- und Musterfertigung — nicht zur Serienlieferung. Das heißt konkret: Die Technik ist über den Prototyp hinaus, aber noch nicht im Massenmarkt.
Warum Geldgeber aus der Finanzbranche einsteigen. Für Ant Group ist die Beteiligung ein Schritt von der Software in die Sensorik. Wer Roboter mit Tastsinn ausstattet, bekommt auch die Daten, mit denen sich Greifen trainieren lässt. Analysten erwarten für China bis 2030 eine Nachfrage von rund 1,5 Millionen Quadratmetern Roboterhaut, ein Markt von umgerechnet etwa 3,5 Milliarden Euro. Das heißt konkret: Es geht nicht um ein Bauteil, sondern um die Datenschicht darunter.
| Betrag | rund 13 Millionen Euro |
| Art | Serie A, angeführt von Ant Group |
| Weitere Geber | Lingyi Venture Capital, Weihai Gangrong, Qingdao Hexin |
| Sitz | Weihai, Provinz Shandong, gegründet November 2023 |
| Kunden | über 400, davon über 200 im Feld verkörperte KI |
| Ausgeliefert | knapp 10.000 Tastik-Handschuhe |
| Kapazität | bis 200.000 Quadratmeter pro Jahr, 95 Prozent Ausbeute |
| Marktprognose 2030 | rund 1,5 Millionen Quadratmeter, etwa 3,5 Milliarden Euro |
Die Kunden- und Stückzahlen stammen vom Unternehmen selbst. Die Vereinbarungen mit Unitree, AgiBot und Songyan betreffen Versuche und Muster, nicht die Serienfertigung.
Tastsinn entscheidet, wo Roboter eingesetzt werden
Ob ein Roboter in einer Montagezelle oder an einer Verpackungslinie wirklich brauchbar ist, hängt selten am Greifer allein, sondern an der Rückmeldung. Wer heute Angebote vergleicht, sollte nach der Zahl der Messpunkte, ihrer Auflösung und der Lebensdauer im Dauerbetrieb fragen. Diese drei Angaben trennen eine Vorführung von einem Werkzeug.
Was würde ein Roboter in Ihrem Betrieb kosten?
Rechnen Sie Break-even und Monatsrate in 60 Sekunden aus — kostenlos, ohne Anmeldung.
Zum ROI-Rechner →