Erster Humanoider von US-Sperrliste befreit — Lumi startet bei 36.000 Euro

- FCC nimmt Lumi als ersten Humanoiden von der Sperrliste für ausländische Roboter
- Voraussetzung: eigene Sensoren, eigener Rechner, eigene Software
- Founder Edition kostet rund 36.000 Euro, Auslieferung 2026
- Der mechanische Körper kommt weiter von Unitree aus China
Lightberry darf seinen Humanoiden Lumi in den USA verkaufen. Die US-Kommunikationsbehörde FCC hat das Gerät am 30. Oktober von ihrer Sperrliste für ausländische Roboter genommen, als erstes Humanoiden-Modell überhaupt. Der Kniff: Lumi steht auf dem Körper eines chinesischen Unitree G1, doch Lightberry tauscht Sensorik, Rechner und Software aus.
Was die Sperrliste bedeutet. Seit dem 28. Juli stehen neue Robotermodelle aus dem Ausland auf einer Liste, mit der die FCC Geräte als Sicherheitsrisiko einstuft. Solche Modelle bekommen keine Gerätezulassung mehr. Ohne diese Zulassung dürfen sie in den USA weder eingeführt noch beworben oder verkauft werden. Hersteller können beim Verteidigungsministerium eine Ausnahme beantragen.
Warum Lumi sie bekommt. Lightberry hat zwei Zusagen gemacht. Erstens ersetzt die Firma alle Sensoren, den Bordcomputer und die Software durch eigene Teile. Zweitens verlagert sie die Fertigung in die USA, beginnend mit Körper, Kopf und Händen. Die Ausnahme gilt nur, solange das Unternehmen diesen Plan einhält. Bei einem Verstoß landet Lumi wieder auf der Liste.
Das heißt konkret: Ein deutscher Hersteller ist nicht automatisch befreit, nur weil er in Europa sitzt. Entscheidend ist, wo gebaut wird und woher die Bauteile kommen. Die FCC verlangt einen Anteil heimischer Komponenten von über 65 Prozent der Bauteilkosten, ab 2029 dann 75 Prozent.
Was der Roboter kann und kostet. Lumi ist 1,27 Meter groß, hat 34 Gelenke und ein großes Bildschirmgesicht. Lightberry verkauft ihn an Unternehmen, nicht an Privatleute: Empfang, Messen, Events, Führungen. Die Founder Edition kostet umgerechnet rund 36.000 Euro, die ersten 100 Stück gehen 2026 raus. Danach soll der Hardware-Preis auf rund 18.000 Euro sinken. Die Software kostet zusätzlich rund 18.000 Euro pro Jahr.
Der Rahmen bleibt politisch. Die Sperrliste trifft nicht nur Humanoide. Auch Husqvarna bekam für seine Mähroboter eine Ausnahme, ebenso mehrere Router-Hersteller. Damit wird ein Muster sichtbar: Der US-Markt öffnet sich jenen, die ihre Lieferkette dorthin verschieben.
| Hersteller | Lightberry, San Francisco |
| Mechanische Basis | Unitree G1 aus China |
| Größe und Gelenke | 1,27 Meter, 34 Gelenke |
| Bordcomputer | Nvidia Jetson Thor |
| Preis Founder Edition | rund 36.000 Euro |
| Preis später (geplant) | rund 18.000 Euro |
| Software | rund 18.000 Euro pro Jahr |
| Ausnahme erteilt | 30. Oktober 2026 |
Die US-Behörde hat den Plan zur Fertigungsverlagerung nicht veröffentlicht. Niemand außerhalb der Regierung kann prüfen, welche Fristen gelten und wie viel von Lumi tatsächlich in den USA entsteht. Käufer verlassen sich auf Zusagen.
Wo der Wert entsteht
Die erste Ausnahme geht an ein Start-up, das den Körper einkauft und den Kopf selbst baut. Das ist die ehrlichste Beschreibung des Geschäftsmodells: Wert entsteht nicht in der Mechanik, sondern in Sensorik, Rechenleistung und Software. Wer aus Europa Humanoiden für den US-Markt plant, sollte diese Reihenfolge kennen.
Wohin chinesische Hersteller ausweichen
Die Beratung IDC sieht chinesische Humanoide auf dem Weg nach Europa — Deutschland als Hauptziel.
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