M2X: Offene Spezifikation soll mobile Roboter mit Aufzügen, Toren und Ladestationen verbinden

- M2X (Machine to X) regelt erstmals offen die Kommunikation zwischen mobilen Robotern und Infrastruktur wie Aufzügen, Toren und Ladestationen.
- Entwickelt wurde die Spezifikation von der TU Dortmund und dem Fraunhofer IML, unterstützt vom VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik.
- M2X baut auf dem Konzept der Fahrzeug-Schnittstelle VDA 5050 auf, setzt deren Nutzung aber nicht voraus.
- Der Entwurf steht auf GitHub und kann in der laufenden öffentlichen Kommentierungsphase erprobt und kommentiert werden.
Der Maschinenbauverband VDMA hat am 22. September den Entwurf M2X veröffentlicht. Die offene Spezifikation legt fest, wie ein mobiler Roboter mit seiner Umgebung spricht — konkret mit Aufzügen, Toren, Ladestationen, Lastübergabestationen und Signalanlagen. Bisher stammen solche Anlagen fast immer von anderen Herstellern als das Fahrzeug, jeder Fall wird einzeln programmiert.
Was M2X genau festlegt. Die Abkürzung steht für Machine to X, also Maschine zu allem anderen. Gemeint sind nicht die Fahrzeuge untereinander, sondern die Schnittstelle zur Halle: Wo der Roboter eine Tür öffnen, einen Aufzug rufen oder eine Ladestation belegen will, braucht er Regeln, die die Gegenseite versteht. Genau diese Regeln definiert die Spezifikation erstmals herstellerunabhängig.
Wer sie entwickelt hat. Die Spezifikation kommt nicht vom Verband allein, sondern aus der Forschung: Der Lehrstuhl für Förder- und Lagerwesen der TU Dortmund hat sie zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) erarbeitet. Unterstützt wird das Vorhaben vom VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik sowie von Industriepartnern.
Wie es sich zu VDA 5050 verhält. VDA 5050 ist die etablierte Schnittstelle zwischen einem Flottenmanagementsystem und den Fahrzeugen selbst. M2X greift deren Konzept auf, lässt sich aber auch ohne VDA 5050 nutzen. Das ist der praktische Kern: Der neue Teil betrifft die Geräte in der Halle, nicht die Fahrzeuge.
Was das für Betriebe heißt. Der Entwurf steht offen auf GitHub, und die Kommentierungsphase läuft: Hersteller, Integratoren und Anwender können Fehler melden und Änderungen vorschlagen. Das heißt konkret: Bei Investitionen lohnt künftig die Frage, ob Fahrzeug und Infrastruktur M2X unterstützen — dann entfällt die Einzelanbindung, die heute bei jedem Aufzug, Tor oder Ladepunkt neu bezahlt wird.
Wo M2X noch dünn ist. Es ist ein Entwurf, keine Norm. Es gibt keine Zertifizierung, keine geprüfte Konformitätsliste und keine Garantie, dass alle Anbieter mitziehen. Der Verband bewirbt die Spezifikation als Grundlage für eigene Entwicklungen und als Prüfstein für laufende Projekte.
| Veröffentlicht | 22. September 2026 (Entwurf) |
| Herausgeberseite | VDMA Fachverband Fördertechnik und Intralogistik |
| Entwickelt von | TU Dortmund und Fraunhofer IML |
| Umfasst | Ladestationen, Lastübergabe, Türen, Aufzüge, Signalanlagen |
| Verhältnis zu VDA 5050 | baut auf dem Konzept auf, setzt es nicht voraus |
| Status | Entwurf mit öffentlicher Kommentierungsphase |
| Bezug | GitHub-Repository der M2X-Initiative |
Ein Entwurf ist keine Norm: Verbindlichkeit entsteht erst mit Herstellerzusage und Zertifizierung. Wer jetzt in ein Projekt einsteigt, sollte im Lastenheft festhalten, ob M2X gefordert wird — und den Anbieter nach nachweisbaren Referenzen fragen.
Fazit
M2X räumt eine der teuersten Nebenkosten der Lagerautomatisierung ab: die Einzelanbindung jeder Anlage. Für Betriebe ändert sich heute nichts am Bestand, aber die nächste Ausschreibung sollte die Frage stellen. Wer sie stellt, verhandelt künftig über ein Merkmal statt über Sonderlösungen.
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