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Finanzierung

Tastsinn für Roboterhände: Matrix Innovation sammelt Geld für Datenhandschuhe ein

Roboterhände greifen Metallteile (Symbolbild)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Matrix Innovation sammelt einen zweistelligen Millionenbetrag in chinesischer Landeswährung ein, umgerechnet wenige Millionen Euro.
  • Die Firma baut flexible Drucksensoren und Datenhandschuhe mit mehr als 360 bis mehr als 800 Messpunkten.
  • 2025 lieferte sie 350.000 Sensorsets aus, für 2026 erwartet sie mehrere Tausend Datenhandschuhe.
  • Zu den Geldgebern zählen das Robotik-Start-up X Square Robot und der Fonds XBOT PARK.

Matrix Innovation hat nach Angaben des chinesischen Branchendiensts STAR Market Daily einen zweistelligen Millionenbetrag in chinesischer Landeswährung eingesammelt. Umgerechnet sind das wenige Millionen Euro. Die Firma aus Dongguan baut Datenhandschuhe, die aufzeichnen, wie Menschen greifen, und liefert damit Trainingsdaten für Roboterhände.

Was die Handschuhe liefern. Matrix Innovation baut flexible Drucksensoren und Handschuhe, die Druck, Kontakt und Stellung der Hand aufzeichnen. Ein Modell hat mehr als 360 Messpunkte, ein weiteres mehr als 800. Diese Aufzeichnungen dienen als Trainingsdaten für Roboterhände. Gegründet wurde die Firma 2021 von Kuang Zheng, einem früheren Sensorik-Ingenieur des Drohnenherstellers DJI.

Wie groß das Geschäft schon ist. 2025 lieferte das Unternehmen 350.000 Sensorsets aus, für 2026 erwartet es mehrere Tausend Datenhandschuhe. Zu den Geldgebern zählen das Robotik-Start-up X Square Robot, Songshan-Lake-Kapital aus der Region Dongguan, der bereits beteiligte Fonds XBOT PARK und ein weiteres Unternehmen der Embodied-AI-Branche. Mit dem Geld will die Firma eine neue Handschuh-Generation, die Lieferkette und die Fertigungskapazität ausbauen.

Warum Tastsinn der Engpass ist. Kameras sehen, ob ein Teil da ist, aber nicht, ob es rutscht. Ob ein Griff hält, entscheidet sich über Kraft und Reibung. Deshalb holt sich die Branche Daten direkt aus der Hand, über Handschuhe, mit denen Menschen normale Arbeitsabläufe nachstellen. Das heißt konkret: Ein Greifer ohne Kraftmessung bleibt für empfindliche oder schwere Teile ein Risiko, auch wenn die Kamera perfekt arbeitet.

Der Markt dahinter. Der Pekinger Anbieter Tashan Tech gibt an, mehr als 80 Prozent des Marktes für Taktilsensoren in Humanoiden zu halten; zu den Kunden zählen laut Berichten chinesische Roboterhersteller wie AgiBot und Galbot. Für deutsche Betriebe ändert das nichts am Kaufentscheid, aber an der Frage, die sie stellen sollten: Wer einen Greifer oder eine Roboterhand beschafft, sollte nach der Kraftmessung und nach der digitalen Schnittstelle für Messwerte fragen.

Matrix Innovation auf einen Blick
Gegründet2021 in Dongguan, China
GründerKuang Zheng, früher Sensorik-Ingenieur bei DJI
Produkteflexible Drucksensoren und Datenhandschuhe
Messpunktemehr als 360 beziehungsweise mehr als 800 je Handschuh
Auslieferung 2025350.000 Sensorsets
InvestorenX Square Robot, Songshan-Lake-Kapital, XBOT PARK
Rundezweistelliger Millionenbetrag in Landeswährung, umgerechnet wenige Millionen Euro

Der Betrag ist in chinesischer Landeswährung angegeben und wurde umgerechnet; die genaue Höhe nennt keiner der Berichte. Angaben zu Marktanteilen stammen von den Anbietern selbst.

Tastdaten sind der nächste Rohstoff

Greifen bleibt die schwierigste Aufgabe für Roboter, und die Daten dafür entstehen dort, wo Menschen arbeiten. Wer in zwei Jahren eine Roboterhand beschafft, sollte deshalb nicht nur nach Traglast und Preis fragen: Ob der Greifer Kräfte digital ausgibt, entscheidet später darüber, was automatisiert werden kann und was nicht.

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