Sechs Arme am Band: Midea-Roboter setzt Schrauben an 100.000 Waschmaschinen

- MIRO U setzt die Schrauben der Rückwand in einem Werk in Wuxi, sechs Stück in etwa zehn Sekunden
- Midea nennt eine Erfolgsquote von 99,8 Prozent — unabhängig geprüft ist das nicht
- Sechs Arme statt zwei: Ein Zweiarm-Humanoide erreicht laut Midea nur rund 30 Prozent der Leistung eines Menschen
- In der Provinz Guangdong laufen in diesem Jahr mehr als 2.000 Humanoide in Fabriken, erwartet werden über 3.000
Der sechsarmige Humanoide MIRO U von Midea arbeitet seit mehr als drei Monaten im Waschmaschinenwerk im chinesischen Wuxi. Dort hat er die Rückwandschrauben an 100.000 Geräten befestigt. Für sechs Schrauben braucht er nach Angaben des Herstellers im Schnitt etwa zehn Sekunden.
Was macht der Roboter genau? MIRO U fährt auf Rädern durch die Montagelinie und hebt seinen Körper elektrisch an, damit er auf Arbeitshöhe kommt. Am Heck der Waschmaschine setzt er die Schrauben der Rückwand. Die Erfolgsquote gibt Midea mit 99,8 Prozent an, gemessen in der eigenen Fertigung. Ein zweites Werk in Jingzhou und ein Logistikzentrum in Wuhu dienen als weitere Testfelder, bevor Kunden die Technik kaufen können.
Warum sechs Arme? Zweiarmige Humanoiden sind flexibel, erreichen laut Midea aber nur rund 30 Prozent der Leistung eines Menschen. Für ein Fließband mit fester Taktzeit reicht das nicht. Mit sechs Armen steigt der Ausstoß pro Quadratmeter Hallenfläche auf das Niveau erfahrener Arbeitskräfte. Das heißt konkret: Der Roboter ersetzt keine einzelne Bewegung, sondern eine ganze Station — und damit auch deren Taktzeit.
Wie weit ist die Provinz? Guangdong meldet für dieses Jahr mehr als 2.000 Humanoide, die in Betrieben tatsächlich laufen; bis Jahresende sollen es über 3.000 werden. Zum Vergleich: Die Provinz fertigte 2025 rund 336.000 Industrieroboter, das sind 43,5 Prozent der chinesischen Gesamtproduktion. Im Perlflussdelta steht ein Prototyp in 48 Stunden, eine Kleinserie in sieben Tagen.
Wo sind die Grenzen? Ein Manager von Huayan Robotics beschreibt im selben Bericht das eigentliche Problem: Was in der Simulation funktioniert, verliert in der Werkhalle an Genauigkeit — wegen wechselndem Licht, schwankenden Teilen, Vibration und Öl auf den Flächen. Die Zahl 100.000 ist zudem eine Herstellerangabe. Wer Humanoide einkauft, sollte eine eigene Abnahmeprüfung mit verschmutzten Teilen und Nachtschicht verlangen.
| Hersteller | Midea, Eigentümer von KUKA |
| Aufgabe | Rückwandschrauben, sechs Stück in rund zehn Sekunden |
| Leistung | 100.000 Waschmaschinen in über drei Monaten |
| Erfolgsquote | 99,8 Prozent laut Hersteller |
| Bauform | radgefahren, sechs Arme, höhenverstellbar |
| Humanoide in Guangdong | über 2.000 in 2026, Ziel über 3.000 |
Alle Leistungsdaten stammen von Midea. Eine unabhängige Prüfung der 100.000 Geräte und der Erfolgsquote ist nicht dokumentiert.
Mehr Arme statt mehr Roboter
Midea beantwortet die Frage, die viele Produktionsleiter stellen: Wozu ein Humanoide, wenn ein Knickarmroboter schneller ist? Die Antwort ist die Station als Ganzes — mehrere Arme auf einer fahrbaren Basis. Ob sich das rechnet, entscheidet nicht die Greifgeschwindigkeit, sondern die Zahl der Varianten, die dieselbe Station ohne Umbau schafft.
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