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Modell-Porträt

TU Delft: KI fliegt mit einer 30-Euro-Kamera schneller als Drohnen-Weltmeister

Drohne im Flug über einer Berglandschaft
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • MonoRace nutzt eine nach vorn gerichtete Kamera und einen Bewegungssensor, kein GPS.
  • Das Netz gibt 500 Steuerbefehle pro Sekunde direkt an die Motoren.
  • In Abu Dhabi 2025 gewann das System gegen alle autonomen Teams und drei frühere Weltmeister.
  • Die Kamera kostet rund 30 Euro, gerechnet wird auf einem kleinen Nvidia-Baustein.

Ein Forschungsteam der TU Delft hat eine KI entwickelt, die eine Renn-Drohne mit einer einzigen Kamera durch einen Parcours steuert. Beim Rennen in Abu Dhabi war das System schneller als drei frühere Weltmeister. Die Arbeit ist jetzt in Science Robotics erschienen.

Wie das System fliegt. MonoRace heißt es und kommt mit einer nach vorn gerichteten Kamera und einem Bewegungssensor aus. Kein GPS, keine externe Positionsmessung. Ein neuronales Netz erkennt die Tore im Bild, ein zweites berechnet direkt die Ansteuerung der Motoren, 500-mal pro Sekunde. Das heißt konkret: Der Umweg über eine geplante Flugbahn entfällt, das System reagiert unmittelbar.

Warum das technisch schwer ist. Bei 100 Kilometern pro Stunde ist jedes Bild unscharf und verzerrt. Das Team verarbeitet deshalb nur einen Ausschnitt von 384 mal 384 Bildpunkten und rechnet vorab, wo die nächsten Tore liegen müssten. Trainiert wurde das Netz im Simulator mit verstärkendem Lernen, inklusive Bildrauschen und Bewegungsunschärfe. Die Kamera kostet rund 30 Euro, gerechnet wird auf einem kleinen Nvidia-Baustein.

Woher die Bestätigung kommt. Beim Rennen in Abu Dhabi 2025 stellten die Veranstalter Drohne und Parcours, nicht die Forscher. MonoRace gewann gegen alle anderen autonomen Teams und gegen drei frühere Weltmeister der menschlichen Piloten. Die Ergebnisse erschienen nach unabhängiger Prüfung in Science Robotics.

Warum das über Drohnen hinausgeht. Guido de Croon von der TU Delft nennt als nächste Anwendungen kleine Saugroboter und große Schiff-zu-Land-Kräne. Das heißt konkret: Die Methode spart Sensorik und Rechenleistung, nicht Präzision. Wer Automatisierung nachrüstet, kann mit billigerer Hardware planen als bisher.

MonoRace
SystemMonoRace, TU Delft MAVLab
Sensorikeine Kamera, ein Bewegungssensor
Taktung500 Steuerbefehle pro Sekunde
Tempobis 100 km/h
Bildausschnitt384 mal 384 Bildpunkte
ErgebnisSieg in Abu Dhabi 2025

Ein Rennen im abgesteckten Parcours beweist keine Tauglichkeit im Alltag. Tore sind kontrastreich, eine volle Halle mit Menschen ist es nicht.

Die Lehre für Einkäufer

Mehr Intelligenz kann teure Sensorik ersetzen, das ist unbequem für Hardware-Verkäufer. Wer Automatisierung plant, sollte zuerst fragen, wie viel Rechenleistung eine Aufgabe wirklich braucht.

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