72 Prozent der chinesischen Käufer verlangen Humanoide unter 12.800 Euro

- 72 Prozent der potenziellen Käufer fordern Stückpreise unter 12.800 Euro — 2025 waren es 53 Prozent
- 82 Prozent verlangen Amortisation in höchstens drei Jahren, im Schnitt nach 26 Monaten
- Erwartete Deployment-Termine verschieben sich um rund ein Jahr nach hinten
- Nur 18 Prozent sind mit der Leistung heutiger Humanoide zufrieden
Die Bereitschaft chinesischer Unternehmen, Humanoide zu testen, wächst — aber der Preis entscheidet. In einer Umfrage von Morgan Stanleys Research-Plattform AlphaWise verlangen 72 Prozent der potenziellen Käufer einen Stückpreis unter umgerechnet 12.800 Euro. Vor einem Jahr lag dieser Anteil bei 53 Prozent. Gleichzeitig verschieben sich die geplanten Einführungstermine um rund ein Jahr nach hinten.
Wer befragt wurde. AlphaWise hat im September 2026 insgesamt 94 Führungskräfte aus chinesischer Industrie, Fertigung und Dienstleistung befragt, zum zweiten Mal nach 2025. 60 dieser Unternehmen und damit 64 Prozent planen in den kommenden drei Jahren einen Pilotbetrieb oder eine größere Einführung von Rad- oder Beinhumanoiden. Die Absicht ist also gewachsen, von 62 auf 64 Prozent. Der Weg dorthin ist länger geworden.
Der Preis ist die eigentliche Hürde. 45 Prozent der Befragten halten 6.400 bis 12.800 Euro für den Bereich, in dem eine breite Einführung realistisch ist — 2025 sahen das nur 28 Prozent so. Der Anteil derer, die 12.800 bis 25.600 Euro akzeptieren würden, fiel von 40 auf 18 Prozent. Das heißt konkret: Der Markt hat seine Zahl nach unten korrigiert, nicht nach oben. Wer heute oberhalb von 12.800 Euro anbietet, verkauft an Pilotkunden, nicht an die Breite.
Die Amortisation ist die zweite Hürde. 82 Prozent fordern, dass sich ein Humanoide in höchstens drei Jahren bezahlt macht; der als akzeptabel genannte Durchschnitt liegt bei 26 Monaten. 65 Prozent verlangen, dass der Humanoide mindestens so schnell zurückfließt wie eine Investition in klassische Automatisierung. Die Bedeutung der Rendite ist in der Umfrage um 16 Punkte auf 80 Prozent gestiegen und liegt fast gleichauf mit Zuverlässigkeit und Sicherheit (85 Prozent) sowie Funktionsumfang (83 Prozent).
Die Zeitpläne rutschen nach hinten. Ende 2027 wollten 2025 noch 64 Prozent der Befragten zusammengesetzte Roboter im Einsatz haben; jetzt sind es 50 Prozent. Bei radgetriebenen Humanoiden fiel der Wert von 58 auf 36 Prozent, bei zweibeinigen von 41 auf 22 Prozent. Für Ende 2028 planen 46 Prozent der Unternehmen höchstens ein bis zehn Geräte. Die Stückzahlen bleiben also im Pilotbereich, und dort verdient niemand Geld über Skaleneffekte.
Warum die Produkte selbst der Grund sind. Nur 18 Prozent der potenziellen Käufer sind mit der Leistung heutiger Humanoide zufrieden, 2025 waren es 23 Prozent. Genannt werden Greiffähigkeit, Funktionsumfang und Preis. Morgan Stanley bleibt langfristig optimistisch und setzt im Aktiengeschäft eher auf Zulieferer von Getrieben und Hydraulikkomponenten als auf die Hersteller ganzer Roboter. Das heißt konkret: Geld wird derzeit eine Ebene tiefer verdient als beim fertigen Humanoiden.
Was deutsche Anbieter daraus mitnehmen. Die Umfrage beschreibt einen Käufer, der rechnen kann und nicht mehr an Demonstrationen glaubt. Wer im deutschen Mittelstand einen Humanoiden prüft, sollte dieselben zwei Fragen stellen, die chinesische Einkäufer stellen: Wie hoch ist der Preis inklusive Inbetriebnahme, und nach wie vielen Monaten ist das Gerät billiger als die Alternative? Wer diese beiden Zahlen nicht belegen kann, verkauft ein Versprechen.
| Befragte | 94 Führungskräfte, September 2026 |
| Potenzielle Käufer | 64 Prozent (2025: 62 Prozent) |
| Preisgrenze unter 12.800 Euro | 72 Prozent (2025: 53 Prozent) |
| Amortisation bis 3 Jahre | 82 Prozent, im Schnitt 26 Monate |
| Zufrieden mit heutiger Leistung | 18 Prozent (2025: 23 Prozent) |
| Geplant bis Ende 2028 | 46 Prozent nur 1 bis 10 Geräte |
Die Umfrage erfasst Absichten und Preisvorstellungen, keine abgeschlossenen Käufe. Befragt wurden 94 Unternehmen in China — die Zahlen beschreiben den chinesischen Markt und lassen sich nicht ohne Weiteres auf Deutschland übertragen.
Der Markt rechnet, bevor er kauft
Die chinesische Kundschaft hat aus dem Hype eine Kalkulation gemacht. 12.800 Euro Stückpreis und 26 Monate Amortisation sind keine Wünsche, sondern Einkaufskriterien. Wer Humanoide verkauft, muss künftig zuerst eine Rechnung vorlegen und danach den Roboter zeigen.
Wo die Preise tatsächlich stehen
Wie chinesische Hersteller ihre Humanoiden derzeit bepreisen und was davon in Europa ankommt.
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