Namuga liefert Kameras an einen US-Humanoidhersteller und löst sich von Samsung

- Namuga liefert Kameramodule an einen US-Humanoidhersteller, der zu einem großen Autokonzern gehört.
- 2024 und 2025 kamen 99 Prozent des Umsatzes von Samsung Electronics.
- Ein humanoider Roboter braucht laut Namuga acht RGB-Kameras und fünf bis sechs Abstandssensoren.
- Die erste Serie soll Anfang 2027 laufen, die Großproduktion 2028.
Der koreanische Kameramodulhersteller Namuga hat einen Liefervertrag mit einem US-Humanoidhersteller abgeschlossen. Bisher hängt die Firma fast vollständig an Samsung. Mit dem Robotergeschäft will sie sich ein zweites Standbein bauen.
Wie abhängig Namuga von Samsung ist. 99 Prozent des Umsatzes kamen 2024 und 2025 von Samsung Electronics, vor allem mit Kameramodulen für Galaxy-Telefone und Saugroboter. Das ist die eigentliche Nachricht hinter dem Roboterdeal: Ein Zulieferer mit einem einzigen Großkunden sucht den Ausweg. Das heißt konkret: Wer nur einen Kunden hat, verhandelt nicht über den Preis, sondern über das Überleben.
Was in einen Humanoiden an Kameras passt. Nach Angaben von Firmenchef Lee Dong-ho braucht ein humanoider Roboter rund acht RGB-Kameras am Kopf und fünf bis sechs Abstandssensoren an den Gelenken. Industrieroboter kommen mit acht Kameras und zwei bis vier Abstandssensoren aus. Für die Fertigung ist das ein Mengengeschäft: Statt einer Kamera pro Gerät wie im Telefon werden es Dutzende.
Woran es technisch hängt. Bei Stereokameras müssen zwei Sensoren exakt zueinander ausgerichtet sein, sonst stimmt die Tiefenmessung nicht. Namuga nennt dafür ein Justageverfahren, bei dem die Winkel im laufenden Prozess nachgeführt werden. Die koreanische Wirtschaftspresse berichtet von einem Exklusivauftrag; der Kunde wurde nicht genannt.
Wann geliefert wird. Die erste Serie soll Anfang 2027 laufen, die Großproduktion 2028. Parallel arbeitet Namuga mit der eigenen Softwarefirma Aimatics an Bildprüfung und fahrerlosen Transportfahrzeugen für Fabriken. Das heißt konkret: Die Kamera für den Humanoiden und die Kamera für die Qualitätskontrolle kommen aus derselben Fertigung.
| Samsung-Anteil am Umsatz | 99 Prozent, 2024 und 2025 |
| Kameras pro Humanoid | 8 RGB, 5 bis 6 Abstandssensoren |
| Kameras pro Industrieroboter | 8 RGB, 2 bis 4 Abstandssensoren |
| Lieferstart | Anfang 2027 |
| Großproduktion | 2028 |
| Kunde | nicht genannt |
Der Name des Kunden ist nicht bestätigt. Die Fachpresse nennt einen US-Humanoidhersteller, der zu einem großen Autokonzern gehört, und einen Exklusivauftrag. Beides ist nicht offiziell bestätigt.
Warum das den Einkauf betrifft
Die Humanoid-Welle kommt zuerst bei Zulieferern an, die Serienfertigung schon können. Für Einkäufer heißt das: Die Kameraqualität entscheidet über die Greifgenauigkeit, nicht das KI-Modell allein.
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