Omron kauft Industrie-PC-Hersteller OnLogic für rund 614 Millionen Euro

- Omron kauft die Muttergesellschaft von OnLogic für umgerechnet rund 614 Millionen Euro in bar.
- OnLogic baut robuste Industrie-PCs auf Bestellung: 301 Mitarbeiter, sieben Standorte, über 90 Prozent Umsatz in Amerika und Europa.
- Omron will vom Hersteller für Fabrikautomation zum Anbieter für Physical AI am Fertigungsstandort werden.
- OnLogic bleibt als Marke und eigenständige Einheit bestehen; der Abschluss ist für Januar 2027 angekündigt.
Omron übernimmt den Industrie-PC-Hersteller OnLogic. Der japanische Automatisierungskonzern zahlt umgerechnet rund 614 Millionen Euro in bar für die US-Muttergesellschaft Interlogic. Mit dem Zukauf soll Rechenleistung für Physical AI in die Fertigung kommen.
Was da verkauft wird. OnLogic baut robuste Industrie-PCs und liefert sie auftragsbezogen. Das Unternehmen wurde 2003 gegründet und betreibt zwei eigene Fertigungen; die Europa-Zentrale liegt in den Niederlanden, mit Gesellschaften unter anderem in Deutschland. Über 90 Prozent des Umsatzes kommen aus Amerika und Europa. Verkäufer sind die Gründerfamilie Groeneveld und 167 Mitarbeiter, die Anteile am Mutterunternehmen Interlogic halten.
Warum Rechner am Hallenboden zählen. Industrie-PCs sind das Rechengehäuse neben der Anlage: Sie holen Bilder aus Kameras, führen Programme aus und arbeiten in Staub, Hitze und Vibration. Physical AI heißt, dass Künstliche Intelligenz reale Maschinen steuert. Das braucht Rechenleistung dort, wo gearbeitet wird, und nicht in einem Serverraum weiter weg. Das heißt konkret: Wer Roboter, Bildprüfung oder Sensorik nachrüstet, braucht Rechner neben der Linie, die ausfallen dürfen, ohne die Produktion zu stoppen.
Die drei Pläne von Omron. Erstens will Omron die OnLogic-Rechner mit eigener Steuerungstechnik kombinieren und daraus neue Physical-AI-Plattformen entwickeln. Zweitens sollen sich beide Firmen gegenseitig Kunden vermitteln, vor allem in Amerika und Europa. Drittens sind gemeinsame Lösungen aus Rechnern, Sensorik und Robotik für die Digitalisierung von Fertigungen geplant. Omron beschreibt das Ziel offen: vom Hersteller für Fabrikautomation hin zum Anbieter für Physical AI am Fertigungsstandort.
Was Käufer jetzt prüfen sollten. OnLogic bleibt eine eigenständige Einheit mit eigener Marke, das Management um Chef Sean Larkin soll bleiben. Der Kauf steht noch unter Genehmigungsvorbehalt, der Abschluss ist für Januar 2027 angekündigt. Für Bestandskunden bedeutet die Übernahme vor allem einen großen Konzern im Hintergrund. Fragen Sie deshalb bei laufenden Rahmenverträgen nach Lieferzeiten, Ersatzteilen und Support-Zusagen: Solche Zusagen gelten oft nur bis zum Besitzerwechsel.
| Kaufpreis | umgerechnet rund 614 Millionen Euro, in bar |
| Verkäufer | Gründerfamilie Groeneveld und 167 Mitarbeiter |
| OnLogic | gegründet 2003, 301 Mitarbeiter, sieben Standorte |
| Fertigung und Europa | zwei eigene Werke, Europa-Zentrale in den Niederlanden |
| Umsatz | umgerechnet rund 140 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025 |
| Gewinn vor Zinsen und Steuern | umgerechnet rund 20,6 Millionen Euro (2025) |
| Abschluss | angekündigt für Januar 2027, unter Genehmigungsvorbehalt |
Der Kauf steht unter Genehmigungsvorbehalt. Ob und wann sich Preise, Vertriebswege und Support für Deutschland ändern, ist offen.
Rechenleistung wird zum Zukaufsthema
Physical AI zieht die Rechenleistung näher an die Maschine, und mit ihr einen japanischen Automatisierungskonzern. Für Betriebe, die in den nächsten zwei Jahren Roboter oder Bildprüfung nachrüsten, ist die Frage nach dem Industrie-PC damit keine IT-Detailfrage mehr. Prüfen Sie beim nächsten Angebot, welcher Rechner und welcher Servicevertrag dahinterstehen.
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