Opentrons sammelt 36 Millionen Euro ein — 11.000 Laborroboter im Einsatz

- Runde über umgerechnet 36 Millionen Euro, angeführt von Avego und BroadOak Capital Partners
- Mehr als 11.000 Laborroboter in über 80 Ländern im Einsatz
- Tischgeräte automatisieren Pipettieren, DNA-Extraktion und PCR-Ansätze
- Geld fließt in Robotik, Software und Dateninfrastruktur
Opentrons hat in einer weiteren Finanzierungsrunde umgerechnet 36 Millionen Euro eingesammelt. Die Laborroboter des US-Herstellers stehen nach Firmenangaben in über 80 Ländern, mehr als 11.000 Stück. Angeführt wurde die Runde von Avego, mit dabei ist BroadOak Capital Partners.
Was macht Opentrons? Gegründet 2014, baut das Unternehmen Tischroboter, die Flüssigkeiten zwischen Proben bewegen — pipettieren. Das kleinere Modell OT-2 übernimmt einfache Wiederholungen. Das Flex genannte Gerät steht in einem geschlossenen Schrank, arbeitet mehr Proben gleichzeitig ab und kann mit einem Greifer Platten umsetzen. Dazu verkauft Opentrons Software, die Versuchsabläufe plant und ausführt.
Warum steckt Geld in Laborrobotern? KI-Modelle beschleunigen heute die Auswertung von Daten, aber die Arbeit am Labortisch bleibt Handarbeit. Genau dort sitzt der Engpass, sagt Vorstandschef James Atwood: Millionen Wissenschaftler verbrächten ihren Tag mit Tätigkeiten, die ein Roboter erledigen kann. Die Geräte stehen nach Firmenangaben bei 90 Prozent der 20 größten Pharmafirmen. Typische Aufgaben sind DNA-Extraktion, PCR-Ansätze, Proteinreinigung und Antikörpertests.
Was heißt das für mittelständische Labore? Der Roboter passt auf eine normale Laborbank und braucht keinen Umbau des Raums. Das heißt konkret: Ein Betrieb kann mit einer Gerätegruppe anfangen und die Probenzahl später erhöhen, statt eine komplette Automatisierungslinie zu bestellen. Sinnvoll ist der Einstieg bei Serien, die täglich gleich ablaufen — etwa Probenaufbereitung für Qualitätskontrollen.
Wo liegt die Grenze? Pipettieren ist eine mechanische Tätigkeit mit klaren Regeln. Sobald eine Probe ungewöhnlich aussieht oder das Protokoll geändert wird, braucht es weiter einen Menschen. Dazu kommen Dokumentationspflichten: Wer belegt, dass der Roboter die Methode einhält? Die neue Runde fließt laut Unternehmen in Robotik, Software und Dateninfrastruktur — also in genau diese Lücke zwischen Gerät und Nachweis.
| Runde | umgerechnet 36 Millionen Euro, Series E |
| Angeführt von | Avego, mit BroadOak Capital |
| Gegründet | 2014 |
| Roboter im Feld | über 11.000 |
| Länder | über 80 |
| Bei den Top-20-Pharma | 90 Prozent der Unternehmen |
Kleine Roboter, große Stückzahl
Laborautomation wächst nicht über spektakuläre Humanoide, sondern über Tischgeräte, die eine monotone Aufgabe zuverlässig wiederholen. Für Labore im Mittelstand ist das die realistischere Einstiegsgröße — und die Frage lautet nicht, ob ein Roboter pipettieren kann, sondern ob er es nachweisbar gleich tut.
Was würde ein Roboter in Ihrem Betrieb kosten?
Rechnen Sie Break-even und Monatsrate in 60 Sekunden aus — kostenlos, ohne Anmeldung.
Zum ROI-Rechner →