PNDbotics zeigt Adam beim Klettern: der Praxistest für Humanoide in gewachsenen Hallen

- PNDbotics aus Peking zeigt Adam beim Aufsteigen auf eine rund einen Meter hohe Kiste.
- Adam SP: 1,67 Meter, 62 Kilogramm, 41 angetriebene Achsen, bis zu 340 Newtonmeter Drehmoment.
- Über Distributoren kostet der Adam SP umgerechnet rund 91.000 Euro, die Oberkörper-Variante ab rund 41.000 Euro.
- Viele Auftritte sind ferngesteuert, ein zertifiziertes Sicherheitskonzept für den Betrieb neben Menschen fehlt.
Ein am 12. Oktober verbreitetes Video zeigt den Humanoiden Adam von PNDbotics beim Aufsteigen auf eine etwa einen Meter hohe Kiste. Der Roboter tastet das Hindernis ab, plant die Bewegung, setzt einen Fuß auf und verlagert das Gewicht. Interessant ist nicht die Vorführung, sondern die Frage dahinter: Kommt der Roboter mit dem Boden zurecht, der in Ihrer Halle liegt?
Der Roboter. PNDbotics wurde 2023 in Peking gegründet und baut Adam in drei Varianten: Adam Lite mit 1,60 Metern Höhe und 25 angetriebenen Achsen, Adam SP mit 1,67 Metern und 41 Achsen sowie Adam-U als Oberkörper-Station für die Datenaufnahme. Angetrieben wird Adam von kraftgeregelten Gelenken mit bis zu 340 Newtonmetern Drehmoment; über Distributoren kostet der Adam SP umgerechnet rund 91.000 Euro.
Warum Klettern der Praxistest ist. Stufen am Tor, Paletten im Gang, Kabelbrücken, Rampen: In gewachsenen Hallen ist der Boden selten frei. Ein Roboter, der ein Hindernis übersteigt, kann dort arbeiten, wo niemand umbauen will. Das heißt konkret: Der Wert solcher Fähigkeiten liegt nicht im Video, sondern darin, dass Umbau, Absperrungen und Sonderlösungen entfallen.
Wo die Forschung steht. Bereits im Februar 2026 zeigte ein Team von Amazon Frontier AI and Robotics mit der University of California in Berkeley an einem Unitree G1, wie weit das gehen kann: Hindernisse bis 1,25 Meter Höhe, Sprünge über Geländer mit etwa drei Metern pro Sekunde und ein Hindernisparcours über 60 Sekunden. Die Forscher wollen ihre Software als Open Source veröffentlichen. Wichtig bleibt: Das sind Laborergebnisse auf ausgewählten Strecken, kein Nachweis über einen Arbeitstag.
Was Adam noch nicht ist. Viele Auftritte von Adam, etwa Tanz oder synchronisierte Duos, sind ferngesteuert oder einstudiert. Teleoperation bedeutet, dass ein Mensch den Roboter steuert. Für das eigenständige Arbeiten neben Menschen fehlt der Nachweis, ein zertifiziertes Sicherheitskonzept gibt es nicht, und über 300 Newtonmeter in den Beingelenken sind eine ernste Gefahr in Reichweite von Personen.
| Adam Lite | 1,60 Meter, rund 60 Kilogramm, 25 angetriebene Achsen |
| Adam SP | 1,67 Meter, 62 Kilogramm, 41 angetriebene Achsen |
| Adam-U | Oberkörper-Station für Steuerung und Datenaufnahme |
| Antrieb | kraftgeregelte Gelenke mit bis zu 340 Newtonmetern |
| Preise | umgerechnet rund 91.000 Euro (SP), ab rund 41.000 Euro (U) |
| Video | 12. Oktober 2026, Hindernis rund einen Meter hoch |
Adam ist eine Entwicklungsplattform. Sicherheitsnachweise für den Einsatz in der Nähe von Menschen fehlen, und Spitzendrehmomente über 300 Newtonmeter verlangen Absperrung und geschultes Personal.
Der Boden entscheidet
Humanoide werden nicht daran scheitern, dass sie nicht gehen können, sondern daran, dass Hallen gewachsen sind. Wer einen Roboter prüft, sollte ihn an den Stellen testen, die es im eigenen Betrieb wirklich gibt: die Stufe am Tor, die Palette im Gang, die Rampe vor dem Lager. Diese Liste ist heute wichtiger als jedes Datenblatt.
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