Vierbeiner läuft Marathon mit einer Akkuladung — 25 Kilometer bleiben übrig

- Der Roboter Raibo2 lief den Marathon von Sangju in Südkorea zwischen menschlichen Läufern und erreichte das Ziel nach etwa 4 Stunden und 19 Minuten.
- Er kam mit einer Akkuladung aus; die Forscher schätzen die Restreichweite nach dem Ziel auf rund 25 Kilometer — etwa drei Mal so weit wie vergleichbare Vierbeiner.
- Reichweite gewinnt Raibo2 über leichtere Beine, optimierte Antriebselektronik und Laufbewegungen, die mit maschinellem Lernen trainiert wurden.
- Die Auswertung erscheint im Fachjournal Nature. Als Einsatzzwecke nennen die Forscher Lieferung, Patrouille und Rettung in Berg- und Katastrophengebieten.
Ein vierbeiniger Roboter des Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) hat einen offiziellen Marathon absolviert: rund 42 Kilometer in etwa 4 Stunden und 19 Minuten — mit einer einzigen Akkuladung. Nach Angaben des Forscherteams hätte die Energie danach noch für rund 25 Kilometer gereicht.
Was gemessen wurde. Der Roboter mit dem Namen Raibo2 lief den Marathon von Sangju in Südkorea mitten im Läuferfeld. Er brauchte rund 4 Stunden und 19 Minuten und kam mit einer Ladung Strom ins Ziel. Das Rennen liegt knapp zwei Jahre zurück, die Auswertung erscheint jetzt im Fachjournal Nature. Zuvor hatte es laut Team kein vierbeiniger Roboter geschafft, einen Marathon außerhalb von Laborbedingungen offiziell zu beenden.
Warum Vierbeiner so viel Strom brauchen. Anders als Fahrzeuge auf Rädern müssen sie bei jedem Schritt ihr eigenes Gewicht abfangen. Das kostet Energie. Raibo2 gewinnt Reichweite über leichtere Beine, optimierte Antriebselektronik und Laufbewegungen, die mit maschinellem Lernen trainiert wurden. Das heißt konkret: Ein Roboterhund muss den Akku seltener wechseln und bleibt länger im Einsatz — bei Inspektion und Rundgängen ist genau das der Unterschied zwischen einem Werkzeug und einem Spielzeug.
Wie weit die Branche ist. Zum Vergleich: Bei einem Halbmarathon in Peking lief ein humanoider Roboter im April die 21 Kilometer in 50 Minuten. Vierbeiner sollen aber keine Rennen gewinnen, sondern Strecke machen — im Gelände, bei Wind und Wetter, über Stunden.
Wo das gebraucht wird. Die Forscher nennen Liefer- und Patrouillenaufgaben sowie Rettungseinsätze in Berg- und Katastrophengebieten. Wer heute schon Vierbeiner zur Anlagenkontrolle einsetzt, kennt die Grenze: Nach ein bis zwei Stunden ist die Batterie leer und der Roboter zurück an der Ladestation.
| Roboter | Raibo2, vierbeinig |
| Entwickler | KAIST, Daejeon (Südkorea) |
| Strecke | Marathon von Sangju, rund 42,2 Kilometer |
| Zeit | etwa 4 Stunden 19 Minuten |
| Energie | eine Akkuladung, laut Team danach noch rund 25 Kilometer möglich |
| Veröffentlichung | Fachjournal Nature |
| Denkbare Aufgaben | Lieferung, Patrouille, Rettung in Berg- und Katastrophengebieten |
Fazit
Vierbeiner werden dort interessant, wo Strecke und Gelände zählen: Werksgelände, Baustelle, Leitungs- und Anlagenkontrolle. Die Marathonfahrt zeigt, dass Reichweite längst kein Laborwert mehr ist. Für die Beschaffung heißt das: Ladung, Laufzeit und Wechselzeit gehören in die Ausschreibung — nicht nur Traglast und Preis.
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