Robotaxis scheitern nicht am Fahren: Nur 54 Prozent der Waymo-Kilometer mit Fahrgast

- Von rund 138 Millionen Waymo-Kilometern bis 2025 trugen nur 54 Prozent einen Fahrgast.
- Ein neuer Stromanschluss dauert in Kalifornien im Schnitt 1,9 Jahre, ein neues Umspannwerk 8,9 Jahre.
- Waymo lagert längst aus: Zeekr baut die Fahrzeuge, externe Betreiber fahren die Betriebshöfe.
Robotaxis funktionieren. Waymo hat laut eigener Zählung über 220 Millionen Meilen autonom zurückgelegt und fährt rund eine halbe Million bezahlter Fahrten pro Woche. Die Frage ist nicht mehr, ob die Technik fährt, sondern wie sie sich vervielfachen lässt — und dort bremst die Werkstatt.
Die Ausgangslage. Waymo ist in 14 Städten unterwegs und meldet rund 94 Prozent weniger Unfälle mit Verletzten als menschliche Fahrer. Zum Vergleich: Uber fährt in über 15.000 Städten und wickelt pro Quartal 3,9 Milliarden Fahrten ab. Waymos Wochenvolumen wäre dort rechnerisch in 17 Minuten erreicht. An Fahrsoftware und Fahrzeugen arbeiten zahlreiche Firmen mit Milliardenbudgets.
Das Problem liegt zwischen zwei Fahrten. Nach jeder Fahrt muss ein Fahrzeug gereinigt, geladen und geprüft werden. Heute fährt es dafür bis zu rund 24 Kilometer leer zu einem zentralen Betriebshof, ein solcher Reset dauert rund zwei Stunden. Die Folge zeigt sich in den Zahlen: Von den bis 2025 gemeldeten rund 138 Millionen Waymo-Kilometern trugen nur 54 Prozent einen Fahrgast.
Warum das mit jeder Stadt teurer wird. Ein Betriebshof braucht Industriefläche und einen starken Stromanschluss, beides ist knapp. Datenzentren überbieten Industriekäufer bei erschlossenen Flächen. Dazu kommen die Genehmigungszeiten in Kalifornien: rund sechs Monate für die Stromversorgung eines Lade-Standorts, 1,9 Jahre für einen neuen Stromkreis, 2,8 Jahre für den Ausbau eines Umspannwerks und 8,9 Jahre für ein neues. Und jede Stadt tickt anders: Phoenix ist eine weite Fläche mit Parkplätzen, Zürich hat einen mittelalterlichen Stadtplan, Riad hat Hitze und Staub. Das heißt konkret: Für 14 Städte baut die Branche 14 verschiedene Höfe — bei 15.000 Städten bricht dieses Modell zusammen.
Wer daran verdient. Waymo macht nicht mehr alles selbst: Die Fahrzeuge kommen von Zeekr, die Betriebshöfe betreiben Firmen wie Moove, Avomo, Avis und Flexdrive. Die nächste Welle kommt von Spezialisten: Wayve, Nuro und Mobileye liefern die Fahrsoftware, Nissan, Lucid, Volkswagen und Mercedes bauen sie in eigene Fahrzeuge ein. Für Dienstleister entsteht daraus ein planbares Geschäft mit Reinigung, Wartung, Reifen und Ladeparks — die unauffällige Seite der Branche.
| Waymo-Städte | 14 |
| Uber-Städte | über 15.000 |
| Waymo-Fahrten | rund 500.000 pro Woche |
| Kilometer mit Fahrgast | 54 Prozent (bis 2025) |
| Leerfahrt zum Betriebshof | bis zu rund 24 km |
| Reset-Dauer | rund 2 Stunden |
| Neues Umspannwerk | 8,9 Jahre (Kalifornien) |
Fazit: Das Geschäft liegt hinter dem Fahrzeug
Wer Robotaxis nach Stückzahlen bewertet, übersieht den Engpass. Flächen, Stromanschlüsse und Werkstätten entscheiden darüber, wie viele Fahrzeuge eine Stadt verträgt. Genau dort entsteht derzeit das Geschäft für Dienstleister und Zulieferer — nicht am Fahrzeug selbst.
Was würde ein Roboter in Ihrem Betrieb kosten?
Rechnen Sie Break-even und Monatsrate in 60 Sekunden aus — kostenlos, ohne Anmeldung.
Zum ROI-Rechner →