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Robotiq 2FC: Greifer mit Tastsinn — Nachrüstsatz für 30.000 bestehende Anlagen

Roboterarm mit Mehrfinger-Greifer über Behältern mit Bauteilen (Symbolbild)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Der 2FC erfasst Druck, Vibration, Kraft, Stellung und Strom millisekundengenau.
  • Ein Rechner im Handgelenk (AI Hub) verarbeitet die Signale direkt am Greifer.
  • Besitzer des 2F-Greifers können Sensoren und Rechner einzeln nachkaufen.
  • Robotiq hat nach eigenen Angaben mehr als 30.000 2F-Greifer im Markt.
  • Vorbestellungen laufen, Auslieferung ab dem ersten Quartal 2027, Preis offen.

Robotiq hat am 22. Oktober den Greifer 2FC vorgestellt. Er misst Druck, Vibration und Kraft, rechnet direkt im Handgelenk und soll ab dem ersten Quartal 2027 ausgeliefert werden. Bestandskunden können ihre vorhandenen 2F-Greifer nachrüsten, statt neu zu kaufen.

Was der 2FC anders macht. Der Greifer baut auf dem 2F auf, von dem Robotiq nach eigenen Angaben mehr als 30.000 Stück verkauft hat. Neu sind drei Bausteine: taktile Sensoren in den Fingern, ein Rechner im Handgelenk und die Software Contact Core. Zusammen erfassen sie Druck, Vibration, Stellung, Kraft und Strom — zeitlich auf die Millisekunde genau und in einer gemeinsamen Zeitbasis. Eine Schnittstelle bündelt die Werte, damit die Anwendung nicht fünf Signale einzeln zusammensuchen muss.

Taktile Sensorik heißt: Der Greifer fühlt, was er anfasst, ähnlich wie eine Hand. Das heißt konkret: Er merkt, ob ein Bauteil in der Bohrung sitzt oder verkantet ist, und kann den Griff korrigieren, ohne dass eine Kamera nachsieht. Für Fügeprozesse mit Kunststoff oder dünnem Blech ist das der Unterschied zwischen Taktzeit und Ausschuss.

Warum die Nachrüstung zählt. Wer bereits einen 2F-Greifer betreibt, kann die taktilen Finger und den Rechner einzeln dazukaufen. Der vorhandene Roboter samt Ansteuerung bleibt stehen. Für Betriebe, die ihre Zelle in den letzten zwei Jahren aufgebaut haben, ist das der günstigere Weg in die kraftbasierte Montage als eine neue Zelle.

Was Robotiq selbst sagt. Geschäftsführer Samuel Bouchard erklärt den Ansatz so: Man habe Jahrzehnte damit verbracht, Robotern das Sehen beizubringen; jetzt zeige sich, wie viel Intelligenz aus dem Kontakt entstehe. Für Entwickler ist die Software offen: Ein ROS-2-Paket und ein C++-SDK sollen über GitHub verfügbar werden.

Wann er kommt und was fehlt. Vorbestellungen laufen seit dem 22. Oktober, die Auslieferung beginnt im ersten Quartal 2027. Erhältlich ist der Greifer in zwei Hubweiten mit 85 und 140 Millimetern. Einen Preis nennt Robotiq nicht. Am 28. Oktober stellt das Unternehmen den 2FC in einem Webinar vor — für alle, die ihre Zelle ohnehin gerade planen, der günstigste Moment, eigene Fragen zu stellen.

Robotiq 2FC im Überblick
Varianten2FC-85 und 2FC-140 (Hubweite in Millimetern)
SensorikDruck, Vibration, Kraft, Stellung, Strom
AuswertungRechner im Handgelenk (AI Hub)
SoftwareContact Core, ROS 2 und C++-SDK
Basis2F-Greifer, über 30.000 Stück im Markt
BestellungVorbestellung seit 22. Oktober 2026
Auslieferungerstes Quartal 2027
Preisnicht genannt

Sensorupgrade statt neuer Zelle

Der 2FC ist kein neuer Roboter, sondern ein Sensorupgrade für eine der meistverkauften Greiflösungen. Wer kraftempfindliche Teile fügt, kommt damit günstiger voran als mit einer komplett neuen Zelle — vorausgesetzt, die Ansteuerung im Betrieb kann die zusätzlichen Signale verarbeiten.

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