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Schaeffler macht Wandelbots-Plattform zum Werksstandard — bis zu 40 Prozent niedrigere Automatisierungskosten

Schaeffler macht Wandelbots-Plattform zum Werksstandard — bis zu 40 Prozent niedrigere Automatisierungskosten
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Wandelbots NOVA soll bei Schaeffler zum Standard werden und allen Werken weltweit zur Verfügung stehen
  • Die Plattform trennt die Anwendungslogik von der Hardware — Industrieroboter, fahrerlose Systeme und Humanoide werden austauschbar
  • Simuliert wird mit NVIDIA Omniverse und Isaac Sim, Ziel sind bis zu 40 Prozent geringere Lebenszykluskosten
  • In einer Verpackungszelle sank die Entwicklungszeit um rund zwei Wochen pro Anwendung

Schaeffler und das Robotikunternehmen Wandelbots bauen gemeinsam eine Plattform für Physical AI. Auf ihr sollen Roboteranwendungen einmal entwickelt, digital geprüft und dann in vielen Werken ausgerollt werden. Schaeffler rechnet dadurch mit bis zu 40 Prozent niedrigeren Kosten über den gesamten Lebenszyklus einer Automatisierungslösung.

Was wurde vereinbart? Die Software Wandelbots NOVA soll bei Schaeffler zum Standard werden. Sie bündelt KI-Modelle, digitale Zwillinge, Maschinen und Produktionsdaten in einer Umgebung. Der entscheidende Punkt: Die Anwendungslogik hängt nicht mehr an einem bestimmten Roboter. Das heißt konkret: Eine einmal geprüfte Aufgabe lässt sich auf einen anderen Roboterarm, ein fahrerloses Transportfahrzeug oder einen Humanoiden übertragen, ohne neu programmiert zu werden.

Warum ist das mehr als eine Werkzeugfrage? Schaefflers Produktionsnetz umfasst mehrere tausend Robotersysteme. Bisher stirbt Wissen mit dem Projekt: Wer eine Zelle in Herzogenaurach einrichtet, kann sie nicht einfach nach China kopieren. NOVA soll eine Bibliothek wiederverwendbarer Fähigkeiten aufbauen. Entwickelt wird einmal, genutzt an vielen Standorten — und laut Schaeffler perspektivisch auch außerhalb des eigenen Netzes.

Was bringt die Simulation? Getestet wird mit NVIDIA Omniverse und Isaac Sim, also mit digitalen Nachbauten von Halle und Roboterzelle. In einem gemeinsamen Projekt lief eine robotergestützte Verpackungszelle zuerst vollständig im Zwilling. Die Entwicklungszeit sank um rund zwei Wochen pro Anwendung, Korrekturschleifen dauerten vorher Wochen bis Monate. Weil dieselbe Software später auch die echte Anlage steuert, wandert die geprüfte Logik unverändert in die Fertigung.

Wo bleibt die Skepsis? Wandelbots-Chef Christian Piechnick formuliert die Grenze selbst: Die technische Machbarkeit sei in den vergangenen zwölf Monaten gezeigt worden, jetzt gehe es um zuverlässigen Betrieb. Preise, Laufzeiten und die Zahl der Werke im ersten Schritt nennen die Partner nicht. Wer ähnlich plant, sollte deshalb zuerst eine Zelle mit klarer Taktzeit auswählen und den Nutzen daran messen — nicht an der Zahl der Roboter.

Schaeffler und Wandelbots — die Eckdaten
PartnerSchaeffler AG und Wandelbots
PlattformWandelbots NOVA, offen für Fremdhardware
Zielbis zu 40 Prozent geringere Lebenszykluskosten
SimulationNVIDIA Omniverse und Isaac Sim
Beispielzellerund zwei Wochen kürzere Entwicklung
Rolloutschrittweise in allen Schaeffler-Werken

Die 40 Prozent sind eine Zielmarke der Partner, kein gemessenes Ergebnis im Serienbetrieb. Ein Termin für den flächendeckenden Rollout ist nicht genannt.

Der Roboter wird austauschbar, die Anwendung bleibt

Schaeffler zeigt, wie Automatisierung künftig kalkuliert wird: nicht pro Roboter, sondern pro wiederverwendbarer Fähigkeit. Für mittelständische Betriebe ist das die eigentliche Botschaft — wer beim ersten Projekt sauber dokumentiert, kann die zweite Zelle deutlich günstiger bauen.

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