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Einsatz

Sereact und Zalando: Roboter sortieren Retouren in Greven

Mobile Manipulation im Lager (Symbolbild)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Zweiarmsysteme laufen im Live-Betrieb in Greven und im polnischen Swiebodzin
  • Die Sereact-Plattform Cortex greift unbekannte, zerknüllte Artikel ohne Training pro Kleidungsstück
  • Betrieb als Robotics-as-a-Service: bezahlt wird die bearbeitete Leistung, nicht die Maschine
  • Zalando ist seit Juli strategischer Investor bei Sereact

Sereact, der Online-Händler Zalando und der Logistiker CEVA Logistics haben am 8. Oktober den Start der automatischen Retourenbearbeitung gemeldet. Die Anlagen laufen in Greven in Nordrhein-Westfalen und im polnischen Swiebodzin. Es ist die erste Stufe eines Rollouts über weitere europäische Standorte.

Was dort konkret passiert. Zurückgesandte Kleidung kommt heute in Kartons an, ungeordnet und unterschiedlich verpackt. In Greven übernehmen zweiamige Robotersysteme das Aufnehmen, Erkennen und Sortieren. Sie laufen im regulären Betrieb, nicht als Test.

Warum Retouren die schwerste Griffaufgabe sind. Klassische Roboter brauchen für jedes Teil ein eigenes Programm. Bei Retouren hilft das nicht, weil Form und Zustand jedes Pakets anders sind. Sereacts Plattform Cortex erkennt und greift deshalb auch Objekte, die sie nie zuvor gesehen hat. Das heißt konkret: Ihr Lager braucht keine Stammdatenpflege pro Artikel, damit der Roboter greift.

Lagerroboter im Fulfillment: Der Griff nach dem Einzelteil ist der teuerste Schritt in der Retourenlogistik. Quelle: The
Lagerroboter im Fulfillment: Der Griff nach dem Einzelteil ist der teuerste Schritt in der Retourenlogistik. (Quelle: The Robot Report)

Bezahlt wird pro Leistung. Sereact liefert die Anlage als Robotics-as-a-Service. Der Kunde kauft also keine Maschine, sondern eine bearbeitete Menge Ware pro Zeitraum. Zalando ist seit Juli zusätzlich als strategischer Investor an Sereact beteiligt. Die Runde lag nach Firmenangaben bei rund 100 Millionen Euro.

Was die Partner sagen. Zalando-Logistikvorstand Masood Choudhry nennt die Zusammenarbeit einen Weg, Technik und Beschäftigte zusammen weiterzuentwickeln. CEVA-Manager Chris Walton sagt, Retouren wanderten vom Kostenblock zu einem kalkulierbaren Service. Sereact-Chef Ralf Gulde nennt die laufende Produktion bei Zalando-Volumen den stärksten Beweis für sein System.

Was das für deutsche Betriebe heißt. Retouren sind der Teil der Logistik mit den höchsten Stückkosten. Wer einen Anbieter prüft, sollte nach drei Dingen fragen: Fehlgriffquote bei ungeordneter Ware, Stück pro Stunde und den Preis pro bearbeiteter Retoure. Das heißt konkret: Sie vergleichen dann Kosten pro Teil und nicht den Anschaffungspreis.

Sereact bei Zalando — Eckdaten
Start8. Oktober 2026, Live-Betrieb
StandorteGreven (Deutschland), Swiebodzin (Polen)
PartnerSereact, Zalando, CEVA Logistics
TechnikZweiarmsysteme, Plattform Cortex
ModellRobotics-as-a-Service (Preis pro Leistung)
InvestorZalando, strategisch seit Juli 2026

Keiner der Partner nennt Durchsatz, Fehlgriffquote oder Preis pro Retoure. Die Angaben zur Skalierung über Europa sind eine Absichtserklärung, kein Fahrplan.

Fazit

Retouren sind die härteste Umgangsaufgabe im Modehandel. Sereact zeigt, dass Systeme ohne Artikel-Training dafür in den Live-Betrieb kommen. Wer prüft, sollte nach Kosten pro bearbeiteter Retoure fragen, nicht nach dem Anschaffungspreis.

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