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Bis zu 500 Robotaxis in Deutschland: Münchner Taxi-Zentrum setzt auf Tensor

Zwei Männer stehen neben einem hellen Tensor Robocar mit Dach-Sensorik auf einer Veranstaltung (Quelle: Tensor)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • MTZ und Tensor haben eine Absichtserklärung über bis zu 500 autonome Taxis in Deutschland unterzeichnet, betrieben unter der Marke von MTZ.
  • Tensor verkauft die Fahrzeuge und liefert die Fahrsoftware im Abo; Flotte, Kundenbeziehung und Daten bleiben beim Taxiunternehmen.
  • Voraussetzung ist die Level-4-Genehmigung in Deutschland; Preise und verbindliche Verträge gibt es noch nicht.

Das Münchner Taxi Zentrum und der US-Anbieter Tensor Auto wollen bis zu 500 autonome Taxis in deutschen Städten betreiben. Die Absichtserklärung vom Dienstag sieht vor, dass MTZ die Flotte unter eigener Marke führt und Tensor die Fahrzeuge verkauft sowie die Fahrsoftware im Abo liefert. Voraussetzung ist die Genehmigung für Level 4 in Deutschland.

Das Modell. Der Betreiber fährt, der Technikanbieter liefert im Hintergrund. MTZ behält Marke, Kundenbeziehung und die Daten aus dem Betrieb, Tensor verkauft den Robocar und rechnet die Fahrsoftware als Abonnement ab, intern Autonomous Driving as a Service genannt. Die Fahrzeuge werden in die bestehende Disposition eingebunden, der Fahrgast bucht wie heute über die Kanäle des Taxiunternehmens. Die Finanzierung der Flotten sollen Finanzinstitute übernehmen, die Stadt entscheidet mit, wo und wann gefahren wird.

Die Zahlen hinter dem Plan. In Deutschland fahren rund 50.000 Taxis, in Europa rund 500.000. Nach dem Start in deutschen Städten wollen die Partner 10.000 weitere Fahrzeuge binnen 24 Monaten bei europäischen Betreibern platzieren. Dafür steht die Koalition Taxis 4 Smart Mobility aus sechs Ländern, deren Vorsitzender MTZ-Chef Gregor Beiner ist; er führt zugleich den Bundesverband Taxi und Mietwagen. MTZ beschäftigt mehr als 150 Mitarbeiter, ist seit über 40 Jahren in München aktiv und betreibt seit 2018 eine elektrische Taxiflotte mit eigener Ladeinfrastruktur.

Das Fahrzeug. Der Tensor Robocar ist ein Fahrzeug der Stufe 4, das von Anfang an für autonomes Fahren gebaut ist und auch an Privatkunden verkauft werden soll. Es prüft sich selbst, reinigt seine Sensoren, parkt selbstständig ein und fährt sie dabei in eine geschützte Position. Die Software soll Ansagen in natürlicher Sprache verstehen, also eine Route ändern oder einen Zwischenstopp einlegen. Ein Preis für Fahrzeug oder Abo wurde nicht genannt.

Was daran neu ist. Bisher haben Technologiekonzerne den Betrieb selbst übernommen und den Taxibetrieb zur Zulieferung degradiert. Waymo plant für 2027 einen Start in Madrid, und die Plattformen drängen nach Europa. Hier tritt erstmals ein mittelständischer Betreiber als Eigentümer der Flotte auf. Das ist der eigentliche Test: Kann ein Taxiunternehmen mit 150 Mitarbeitern eine autonome Flotte betreiben, ohne selbst Software zu entwickeln?

Tensor und MTZ — Eckdaten
Absichtbis zu 500 Tensor Robocars in deutschen Städten
Europa-Ziel10.000 weitere Fahrzeuge binnen 24 Monaten
VoraussetzungLevel-4-Genehmigung in Deutschland, definitive Verträge
BetreiberMTZ, über 150 Mitarbeiter, über 40 Jahre München
ModellFahrzeugkauf plus Software-Abo (ADaaS)
Marktrund 50.000 Taxis in Deutschland, 500.000 in Europa
Preisnicht genannt

Eine Absichtserklärung ist keine Bestellung. Es gibt keine verbindlichen Verträge, keinen Preis und noch keine Genehmigung für Level 4 in Deutschland. Wer als Betreiber einsteigt, bindet sich an einen Softwareanbieter, dessen Zulassung hierzulande aussteht, und muss Ausfälle, Reinigung und Werkstatt selbst organisiert bekommen.

Fazit

Für Taxi- und Mietwagenbetriebe ist das der erste Vertragstyp, der sie nicht zur Kulisse macht: Sie kaufen Fahrzeug und Abo, behalten Kunden und Daten. Ob das trägt, hängt an zwei Dingen, die noch fehlen, der Level-4-Genehmigung und einem Preis. Wer jetzt einsteigen will, sollte beides vertraglich an den Start binden, statt auf die Absichtserklärung zu bauen.

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