Tesla baut mehr Optimus-Roboter — die Hände bleiben der Engpass

- Tesla fertigt laut dem Fachdienst The Information inzwischen mehrere Hundert Optimus pro Woche; im zweiten Quartal waren es wenige Dutzend.
- Das Ziel von über 1.000 Robotern pro Woche bis Jahresende ist damit noch weit entfernt, die meisten Einheiten bleiben zu Testzwecken im Haus.
- Bei den Händen kämpft Tesla seit über einem Jahr mit Haltbarkeit und Montage und testet einen tauschbaren Handschuh mit Sensorik.
Tesla hat die Fertigung seines Humanoiden Optimus deutlich hochgefahren: Statt weniger Dutzend Roboter pro Quartal laufen nach einem Bericht des Fachdiensts The Information inzwischen mehrere Hundert pro Woche vom Band. Ausgerechnet die Hände bleiben die größte Baustelle des Projekts.
Was in Fremont passiert. Das Werk in Fremont, Kalifornien, wurde von den Modellen S und X auf den Humanoiden umgestellt. Die Stückzahl stieg nach Angaben des Fachdiensts von wenigen Dutzend im zweiten Quartal auf mehrere Hundert pro Woche. Tesla selbst nennt kein Ziel; Medienberichte sprechen von mehr als 1.000 Robotern pro Woche bis zum Jahresende und langfristig 20.000 pro Woche. Zum Vergleich: Aus dem ersten Halbjahr gibt es keine belastbare Zahl, Tesla veröffentlicht keine Produktionsstatistik für Optimus.
Die Hand bleibt das Problem. Nach Informationen von The Information arbeitet Tesla seit über einem Jahr an Haltbarkeit und zuverlässiger Montage der Hände. Statt die Tastsensoren fest in die Hand einzubauen, entwickelt das Unternehmen einen tauschbaren Handschuh. Der lässt sich im Betrieb wechseln, ohne den Roboter stillzulegen. Das heißt konkret: Die Hand ist bei Tesla noch kein Serienbauteil, sondern ein Verschleißteil mit Wartungsplan.
Noch keine Kundenflotte. Der größte Teil der gebauten Roboter geht nicht an Kunden. Die Einheiten bleiben im eigenen Haus, um Daten zu sammeln und die Software zu trainieren. Die Aufgaben sind eng begrenzt und wiederholen sich. Eine neue Tätigkeit anzulernen dauert laut Bericht mehrere Tage, obwohl Tesla nach eigenen Angaben Hunderttausende Stunden Trainingsmaterial gesammelt hat. Der Optimus ist damit heute ein Datensammler, kein Produktionsmitarbeiter.
Was von den Ankündigungen übrig bleibt. Elon Musk hatte 2024 für 2025 tausend bis ein paar tausend Roboter in den eigenen Werken versprochen, im Januar 2025 dann rund 10.000 Einheiten bis Jahresende. Beides wurde nicht erreicht. Wer heute Humanoiden für eigene Prozesse prüft, sollte nicht die Ankündigungen als Planungsgrundlage nehmen, sondern den Reifegrad der Baugruppen.
| Fertigung im 2. Quartal | wenige Dutzend |
| Fertigung laut Medienbericht | mehrere Hundert pro Woche |
| Ziel bis Jahresende | über 1.000 pro Woche |
| Fernziel | 20.000 pro Woche |
| Auslieferung an Kunden | noch keine nennenswerte |
Die Stückzahlen stammen aus Medienberichten und sind von Tesla nicht bestätigt. Tesla veröffentlicht keine Produktionszahlen für Optimus. Zahlen aus Ankündigungen sind kein belastbarer Planungswert für Einkauf oder Investition.
Was das für den Einkauf heißt
Die Hände entscheiden darüber, ob ein Humanoide wirtschaftlich arbeitet. Wer Systeme testet, sollte Belastungsprüfungen für Hände, Ersatzteilversorgung und Wartungsintervalle vertraglich festhalten — und Lieferzusagen an einen Probebetrieb koppeln statt an Ankündigungsdaten.
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