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Texas Instruments rechnet mit 455 bis 910 Euro Chipinhalt pro Humanoidem

Weißer Roboterarm setzt ein Batteriemodul auf ein Montageband
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Texas Instruments rechnet mit 455 bis 910 Euro eigener Chips pro humanoidem Roboter.
  • Firmenchef Haviv Ilan erwartet für 2027 deutlich mehr Robotikproduktion.
  • TI setzt auf Galliumnitrid-Leistungsstufen, Echtzeit-Mikrocontroller und Präzisionsanalogtechnik.
  • Referenzdesigns für Robotergelenke mit 48 Volt und 1 Kilowatt sind veröffentlicht.
  • Apptronik wird beliefert, UBTECH-Humanoide laufen in TI-eigenen Werken.

Texas Instruments beziffert erstmals, was ein humanoider Roboter an Halbleitern aus dem eigenen Haus trägt: 455 bis 910 Euro pro Maschine. Firmenchef Haviv Ilan sagte das beim Termin zu den Geschäftszahlen am 21. Oktober. Für 2027 erwartet er einen deutlichen Sprung bei der Robotikproduktion.

Wie die Zahl entsteht. Die Spanne beschreibt die Bauteile, die TI in einem Humanoiden unterbringen kann. Sie ist keine Umsatzprognose und kein Verkaufspreis. Entscheidend ist die Stückzahl: Ein Roboter mit 40 Gelenken braucht in jedem Gelenk eigene Leistungselektronik, Positionssensoren und Strommessung. Das heißt konkret: Der Chipinhalt wächst mit der Zahl der Achsen, nicht mit der Rechenleistung.

Wo TI die Teile sieht. Drei Produktfamilien nennt das Unternehmen: Galliumnitrid-Leistungsstufen, Echtzeit-Mikrocontroller der C2000-Reihe und Präzisionsanalogtechnik. Galliumnitrid ist ein Halbleitermaterial, das Strom schneller und mit weniger Verlust schaltet als Silizium. Für Robotergelenke gibt es ein Referenzdesign mit 48 Volt und 1 Kilowatt, für Roboterhände eine Schaltung mit sechs Achsen.

Wer schon kauft. Apptronik gehört zu den Abnehmern. Im März 2026 vereinbarte TI zudem eine Zusammenarbeit mit Nvidia: Der Radar-Sensor IWR6243 und die Echtzeitsteuerung von TI wandern in Nvidias Jetson-Thor-Plattform, Ziel ist dreidimensionales Sehen für Humanoide. Bei UBTECH laufen Walker-S2-Humanoide in Halbleiterwerken von TI.

Warum die Versorgung zum Nadelöhr wird. Digitimes meldet für dieselbe Woche, dass analoge Bauteile knapp bleiben. TI stellt für das vierte Quartal 5,3 bis 5,7 Milliarden Euro Umsatz in Aussicht, etwas besser als im üblichen Jahresverlauf. Das heißt konkret: Wer 2027 Humanoide bauen will, konkurriert um Bauteile, deren Fertigungskapazität für ganz andere Märkte gebaut wurde.

Zahlen zu TI und Humanoiden
Chipinhalt pro Roboter455 bis 910 Euro
Erwarteter Hochlaufab 2027
Gelenk-Referenzdesign48 Volt, 1 Kilowatt
Prognose Q4 20265,3 bis 5,7 Mrd. Euro Umsatz
Bekannte AbnehmerApptronik, UBTECH

Die Spanne von 455 bis 910 Euro beschreibt die mögliche Bestückung, nicht den Umsatz pro Roboter. Sie fällt nur an, wenn Stückzahlen und Ausstattung stimmen.

Was davon hängen bleibt

Der KI-Chip macht Schlagzeilen, der Engpass sitzt in der Leistungselektronik. Wer Robotik einkauft oder integriert, sollte bei den Lieferzeiten der Leistungshalbleiter anfangen und die Analogbauteile im Pflichtenheft genauso prüfen wie den Rechner.

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