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TUM RoboGym in München: 48 Trainingszellen für rund 100 Roboter

Humanoider hebt eine blaue Kiste in einer Lagerhalle (Symbolbild)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Das TUM RoboGym steht am LabCampus nahe dem Flughafen München und umfasst 2.300 Quadratmeter.
  • 48 Trainingszellen sind mit ein bis zwei Robotern bestückt, zum Start rund 100 Systeme.
  • Firmen aus mehr als zehn Branchen trainieren dort seit September eigene Abläufe.
  • Die Partner investieren rund 17 Millionen Euro, NEURA trägt davon rund 11 Millionen Euro.
  • Ein weiteres Gym entsteht mit der RWTH Aachen, danach folgen Standorte in Europa, den USA und China.

Die Technische Universität München und NEURA Robotics haben am 22. Oktober das TUM RoboGym am LabCampus nahe dem Flughafen München eröffnet. Auf 2.300 Quadratmetern trainieren rund 100 Roboter in 48 Zellen. Die Partner investieren zusammen rund 17 Millionen Euro, den größten Teil davon trägt NEURA.

Wer dort trainiert. Jede der 48 Zellen ist mit einem oder zwei Robotern bestückt: Humanoide, Serviceroboter und Roboterarme. Die ersten Aufgaben stammen aus Intralogistik und Montage — Kartons falten, Bauteile zusammenstecken, Werkzeuge bedienen. Seit September bringen Firmen aus mehr als zehn Branchen ihre Abläufe mit, darunter Automobilbau, Pharma, Medizintechnik, Verpackung, Logistik, Landwirtschaft und Pflege.

Was ein Betrieb davon hat. Die Firmen stellen die Aufgabe und ihr Prozesswissen, das Zentrum liefert Roboter, Rechenleistung und Personal. Wer mitmacht, testet eine Anwendung, erkennt den Trainingsbedarf und prüft, welches Robotersystem zur eigenen Halle passt — bevor er es kauft. Das heißt konkret: Ein mittelständischer Betrieb kann einen Handgriff unter realen Bedingungen belegen, statt einem Messe-Video zu glauben.

Woher die Daten kommen. Verkörperte KI braucht Berührungsdaten, keine Internettexte. Deshalb werden drei Wege kombiniert: Roboter führen Aufgaben aus und messen Kraft, Weg und Ergebnis. Menschen zeigen Abläufe mit Sensoren, Bewegungsverfolgung und Fernsteuerung vor. Simulationen vervielfachen die Variationen, bevor die Fähigkeit wieder am echten Roboter geprüft wird. Über die Plattform Neuraverse fließen die Daten in die Modelle und an die internationale Forschungsgemeinschaft.

Was das für Deutschland bedeutet. TUM-Präsident Thomas Hofmann nennt das Zentrum einmalig in Deutschland und Europa und sieht darin ein Signal für den Industriestandort. NEURA-Chef David Reger sagt, gerade der Mittelstand solle diese Entwicklung mitgestalten und selbst entscheiden, wo er sein Wissen teilt. Die Kooperation ist zunächst auf drei Jahre angelegt. NEURA steuert rund 11 Millionen Euro bei, etwa zwei Drittel des Budgets, und deckt damit Roboter, Infrastruktur, Rechenleistung und Personal.

Wie es weitergeht. München ist der Anfang eines Netzes. In Deutschland entsteht ein weiteres Gym mit der RWTH Aachen, danach sind Standorte in Europa, den USA und China geplant. Wer einen Humanoiden oder Cobot ernsthaft prüft, hat damit einen Termin in Reichweite, den er wahrnehmen kann.

TUM RoboGym in Zahlen
StandortLabCampus, Flughafen München
Fläche2.300 Quadratmeter
Trainingszellen48, je ein bis zwei Roboter
Roboter zum Startrund 100
Investitionrund 17 Mio. Euro, davon NEURA rund 11 Mio. Euro
Laufzeitzunächst drei Jahre
Branchenmehr als zehn, unter anderem Automotive und Pharma
Nächstes deutsches Gymmit der RWTH Aachen

Deutsche Antwort auf die Trainingszentren in China

Das RoboGym ist keine Showfläche, sondern eine Werkstatt, in der Firmen ihren eigenen Ablauf beibringen. Für den Mittelstand ist das der praktische Weg, Humanoiden zu prüfen: mit der eigenen Aufgabe, im eigenen Takt, vor der Investitionsentscheidung.

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