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Unitree G1 zerlegt: Planetengetriebe, Heatpipe und viele Schrauben

Präzisionsmotoren für Roboter-Antriebe (Quelle: Faulhaber)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Zerlegung durch Munro Live, mit Robo Strategy und Vertretern von Schaeffler.
  • Alle Gelenke nutzen dasselbe Prinzip: Motor mit zweistufigem Planetengetriebe, etwa 15 zu 1.
  • In den Knien kühlt eine Kupfer-Heatpipe den Motor; an der Hüfte arbeiten zwei Lüfter.
  • Viele kleine Schrauben — gut für Reparatur und Entwicklung, teuer in der Serienmontage.

Der Unitree G1 gehört zu den meistverkauften Humanoiden. Ein 38-minütiges Teardown zeigt jetzt, wie er innen gebaut ist — und wo bewusst gespart wurde. Mit dabei waren Ingenieure von Munro & Associates und Vertreter des Zulieferers Schaeffler.

Wer zerlegt hat. Der G1 wurde von Munro Live zerlegt, der Medienabteilung der Ingenieurberatung Munro & Associates. Mit dabei waren Scott Walter von Robo Strategy und Vertreter von Schaeffler. Der Blick galt den Gelenken, der Wärme und der Kraftübertragung — nicht den Werbeversprechen.

Getriebe statt High-Tech. In Hüften, Knien, Schultern und Ellbogen steckt dasselbe Grundprinzip: ein Motor mit zweistufigem Planetengetriebe und einer Übersetzung von etwa 15 zu 1. Industrieroboter nutzen dagegen Wellgetriebe mit 100 zu 1 oder mehr. Das niedrige Verhältnis macht die Gelenke leichtgängig. Das heißt konkret: Der G1 lässt sich von außen leicht bewegen, wird aber weniger präzise als ein Industrieroboter.

Kühlung im Detail. Die Alu-Gehäuse leiten Wärme in die Struktur ab. In den stark belasteten Knien sitzt eine Kupfer-Heatpipe direkt am Motor — ein Verfahren, das man sonst aus der Kühlung von Computern kennt. An der Hüfte blasen zwei Lüfter Luft durch gefräste Kanäle. Das macht den G1 im Betrieb hörbar.

Gebaut für Tempo, nicht für Stückzahl. Viele kleine Schrauben halten Rotor und Bauteile zusammen. Das erleichtert Reparaturen und spart Entwicklungszeit, kostet aber Teile und Montageschritte. Im Urteil der Prüfer ist der G1 auf schnelle Weiterentwicklung ausgelegt. Für eine günstige Serienfertigung müsste Unitree viele Details neu auslegen.

Der G1 im Teardown
Test38-minütige Zerlegung (Munro Live)
BeteiligtMunro & Associates, Schaeffler, Robo Strategy
AntriebMotor mit 2-stufigem Planetengetriebe (15:1)
KühlungKupfer-Heatpipe im Knie, zwei Lüfter an der Hüfte
FußMotoren sitzen über dem Gelenk, zwei Zugstangen
Urteilentwickelt für Tempo, nicht für Serienkosten

Ein Teardown ist eine Momentaufnahme eines einzelnen Geräts. Ob und wann Unitree Bauteile in späteren Serien ändert, sagt er nicht.

Einordnung

Der G1 zeigt, wie chinesische Hersteller Tempo machen: bewusst einfache Technik, schnell reparierbar, günstig in kleinen Stückzahlen. Ob das im Dauerbetrieb hält, entscheiden die Anwender — nicht die Zerlegung.

Weltmodell im Einsatz

Wie der G1 mit dem Weltmodell UnifoLM-X2-1.0 ohne Fernsteuerung boxt.

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