Unitree gibt Schwarm-Steuerung gratis: ein Bediener, viele Humanoide

- UniUni ist für alle Unitree-Kunden kostenlos und läuft auf Windows und macOS.
- Zum Start steuert die App die Humanoiden H2 und G1: Bahnen zeichnen, Abläufe takten, Bewegungen auf Musik legen.
- Roboter im gleichen Netz finden sich selbst, ein Not-Aus stoppt die ganze Gruppe.
- Offen bleiben die maximale Roboterzahl, Netzwerkanforderungen und die Positioniergenauigkeit.
Unitree hat UniUni veröffentlicht: eine Desktop-App für Windows und macOS, die mehrere Roboter gleichzeitig steuert. Für alle Kunden des Herstellers ist sie kostenlos. Zum Start funktioniert sie mit den Humanoiden H2 und G1.
Was die App kann. Der Bediener zeichnet in einer zwei- und dreidimensionalen Ansicht die Bahn, die jeder Roboter laufen soll. Eine Zeitleiste legt fest, wann welcher Roboter was tut; ein KI-Werkzeug baut ganze Körperbewegungen und legt sie auf Musik. Karten lassen sich als Punktwolke einlesen, die Roboter finden ihre Position per Laser-Abtastung. Roboter im gleichen Netzwerk koppeln sich automatisch.
Was im Betrieb passiert. Während des Laufs sieht der Bediener den Status jeder Maschine. Ein Not-Aus stoppt die gesamte Gruppe mit einem Griff. Das ist der praktisch wichtigste Punkt: Bei einer Vorführung mit zwanzig Maschinen ist der zentrale Stopp kein Komfort, sondern die Frage, ob man so etwas überhaupt verantworten kann.
Was Unitree offen lässt. Der Hersteller nennt keine maximale Zahl von Robotern, die UniUni gleichzeitig führt. Auch zu Netzwerkanforderungen, Positioniergenauigkeit und den Modellen nach H2 und G1 macht er keine Angaben. Die Versionen beim Start: 1.1.14 für Windows, 1.1.15 für macOS. Das heißt konkret: Die Software ist gratis, die Planungssicherheit für einen Betrieb mit 50 Geräten fehlt.
Warum Software hier zählt. Unitree baut seit Monaten eine Software-Schicht um seine Hardware: das Humanoiden-Modell UnifoLM-WLA-1.0 mit teilweise offenen Gewichten, dazu die überarbeitete G1-Reihe. Das passt zu einem Muster in der Branche: Die Mechanik wird zur Handelsware, die Steuerung entscheidet über den Preis. Wer Robotergruppen koordinieren kann, braucht weniger Bediener pro Maschine.
Für wen das taugt. Für Hochschulen, Showproduktionen, Messestände und Forschungsgruppen ist UniUni sofort brauchbar — die Einstiegshürde sinkt auf null Euro. Für die Produktion fehlen Taktzeiten, ein Sicherheitsnachweis und die Antwort auf die Haftungsfrage, wenn ein Not-Aus zu spät kommt. Ein zentraler Stopp ersetzt keine Risikobeurteilung.
| Preis | kostenlos für Unitree-Kunden |
| Plattformen | Windows 1.1.14, macOS 1.1.15 |
| Roboter zum Start | H2 und G1 |
| Funktionen | Bahnen in 2D/3D, Zeitleiste, Not-Aus für die Gruppe |
| Offen | maximale Roboterzahl, Netzwerk, Positioniergenauigkeit |
Kostenlose Software ist kein Sicherheitskonzept. Für den Einsatz in der Halle braucht es eine Risikobeurteilung nach Maschinenverordnung — unabhängig davon, was die App kann.
Fazit
UniUni senkt die Hürde, mehrere Humanoide von einem Platz aus zu führen, auf null Euro. Wer Robotergruppen für Vorführung, Lehre oder Forschung plant, sollte die App testen. Für die Produktion bleiben Taktzeit, Sicherheitsnachweis und Haftung die offenen Punkte.
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