Universal Robots Gen 7: Drei neue Cobots bis 18 Kilogramm Nutzlast

- Drei neue Arme: UR10g-1750, UR17g-1300 und UR18g-950 mit 8, 15 und 18 Kilogramm Nutzlast.
- Controller CB7 rechnet laut Hersteller 40 Prozent schneller und braucht 30 Prozent weniger Platz.
- Anschluss von Kameras und Sensoren direkt am Werkzeugflansch; Sicherheit nach ISO 10218-1 und ISO 13849-1 (Kategorie 3).
- Universal Robots ist Teil von Teradyne und hat weltweit über 100.000 Cobots im Einsatz.
Universal Robots hat auf der Fachmesse IMTS in Chicago die siebte Generation seiner Cobot-Plattform vorgestellt. Gen 7 bringt drei neue Roboterarme bis 18 Kilogramm Nutzlast, einen kleineren Controller und Software, die KI-Anwendungen in der Fertigung vorbereitet. Der dänische Hersteller hat weltweit über 100.000 Arme ausgeliefert.
Was neu ist. Ein Cobot ist ein Roboterarm, der ohne Schutzzaun direkt neben Menschen arbeiten darf. Neu sind drei Arme der g-Serie: UR10g-1750, UR17g-1300 und UR18g-950. Die Namen nennen Nutzlast in Kilogramm und Reichweite in Millimetern. Mit 1.750 Millimetern Reichweite deckt der kleinste Arm Aufgaben ab, für die bisher ein größeres Modell nötig war.
Der Controller schrumpft. Der neue CB7 steuert die Arme und rechnet laut Hersteller 40 Prozent schneller als der Vorgänger. Gleichzeitig braucht er 30 Prozent weniger Platz. Er verbindet sich direkt mit Maschinensteuerungen, Leitständen, Fertigungssoftware und Kamerasystemen. Das heißt konkret: Im Schaltschrank entfallen zusätzliche Netzwerkgeräte — und damit Fehlerquellen.
Anschluss für KI-Sensorik. Der neue Werkzeugflansch liefert Strom, Daten und Sicherheitssignale direkt zum Werkzeug. Kameras und Sensoren lassen sich damit ohne eigenes Kabelwerk anschließen. Kraftmessung in den Gelenken gibt dem Arm ein Gefühl für Widerstand — nötig für Montage, Nacharbeit und schlecht greifbare Teile. Laut Hersteller laufen KI-Modelle so in Echtzeit am Roboter.
Was das für Betriebe bedeutet. Bestandsarme der e-Serie und der UR-Serie bleiben nutzbar; sie lassen sich mit dem neuen Controller betreiben. Der Hersteller nennt als wichtigsten Kaufgrund seit Jahren dieselben drei Punkte: einfache Einrichtung, einfache Programmierung, einfacher Service. Für den Mittelstand ist Gen 7 damit weniger ein neuer Roboter als ein neues Fundament. Wer 2027 Automatisierung plant, sollte die Amortisation mit eigenen Stückzahlen rechnen, nicht mit Datenblatt-Werten.
| Arme | UR10g-1750, UR17g-1300, UR18g-950 |
| Nutzlast | 8 / 15 / 18 kg (UR10g erweitert bis 10 kg) |
| Reichweite | 1.750 / 1.300 / 950 mm |
| Gewicht | 44,7 / 40,7 / 39,2 kg |
| Wiederholgenauigkeit | ±0,08 / ±0,05 / ±0,05 mm |
| Controller | CB7: 40 % mehr Rechenleistung, 30 % weniger Platz |
| Software | PolyScope X, ROS2, offene Schnittstellen |
| Sicherheit | TÜV nach ISO 10218-1, PLd / Kategorie 3 |
| Installierte Basis | über 100.000 Cobots weltweit |
| Hersteller | Universal Robots (Odense, Dänemark), Teil von Teradyne |
Zwei Angaben widersprechen sich: Zur Baugröße des Controllers nennt Universal Robots in der Ankündigung 30 Prozent weniger Platz, auf der eigenen Produktseite dagegen 20 Prozent. Preise für Gen 7 hat der Hersteller nicht genannt. Beide Punkte sollte man im Angebot schriftlich klären — vor der Bestellung, nicht danach.
Einordnung
Der Cobot-Markt ist reif. Die Neuerungen von Gen 7 liegen nicht in mehr Kraft, sondern in Netzwerk, Sensoranschluss und Software — genau dort, wo KI-Anwendungen in der Produktion bisher gescheitert sind. Für den Mittelstand bleibt entscheidend, ob die Teilevielfalt sinkt und die Einrichtung schneller wird. Das zeigt sich erst in der eigenen Halle.
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