Universal Robots setzt auf Stuttgarter KI: Sereacts Cortex steuert die Cobots

- Teradyne Robotics und das Stuttgarter Start-up Sereact haben eine Partnerschaft geschlossen, vorgestellt auf der NVIDIA GTC Berlin.
- Sereacts Software Cortex läuft auf Universal-Robots-Armen und greift Teile, die der Roboter nie gesehen hat.
- Bereits heute sind hunderte UR-Roboter in Zweiarmsystemen bei europäischen Kunden im Einsatz.
- Sereact hat im Sommer einen US-Sitz in Massachusetts eröffnet; Teradyne liefert das Vertriebsnetz.
Universal Robots bekommt ein KI-Gehirn aus Stuttgart. Der Mutterkonzern Teradyne Robotics hat eine Partnerschaft mit dem Start-up Sereact geschlossen: Dessen Software Cortex steuert künftig UR-Roboterarme in Retourenlogistik, Kommissionierung und Maschinenbeschickung. Vorgestellt wurde die Verbindung auf der NVIDIA GTC Berlin.
Wer mit wem. Teradyne Robotics bündelt zwei Töchter: Universal Robots für Cobots, also kraftbegrenzte Arme für die Zusammenarbeit mit Menschen, und MiR für fahrerlose Transportroboter. Sereact entwickelt Cortex, eine Software, die Objekte erkennt und greift, ohne für jedes Teil programmiert zu werden. Teradyne-Vertriebschef Jacob Pascual Pape sagt, die Technik sei längst über Demo und Pilot hinaus. Universal Robots hat nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Arme industriell installiert — ein Vertriebsnetz, das Sereact allein nicht aufbauen müsste.
Was schon läuft. Hunderte UR-Roboter in Zweiarmsystemen arbeiten nach Angaben beider Firmen bereits bei europäischen Kunden. Der sichtbarste Fall sind Zalando-Retouren in Greven und im polnischen Świebodzin, betrieben vom Logistiker CEVA. Zurückgesandte Kleidung kommt dort ungeordnet an, Form, Lage und Verpackung wechseln bei jedem Teil. Sereact-Chef Ralf Gulde beschreibt das Problem so: Retouren kommen fast nie in einer roboterfreundlichen Reihenfolge. Dazu kommt Druck von außen: Die EU verbietet das Vernichten zurückgesandter Ware, Wiederverkauf wird zur Pflicht.
Warum das ein Vertriebsthema ist. Sereact hat im Sommer einen US-Sitz in Charlestown im Bundesstaat Massachusetts eröffnet. Teradyne bringt dagegen ein weltweites Netz aus Distributoren und Systemintegratoren mit. Für Kunden heißt das: Der Arm kommt vom regionalen Händler, die Greifsoftware kommt als Teil desselben Pakets. Das heißt konkret: Ein mittelständischer Betrieb verhandelt nicht mehr mit zwei Anbietern, sondern bekommt Cortex über seinen bestehenden Cobot-Partner.
Woher die Rechenleistung kommt. Cortex wird in NVIDIAs Simulationsumgebung Isaac Sim trainiert, mit den Weltmodellen Cosmos vorbereitet und mit Isaac Lab nachgeschult. Im Betrieb rechnet ein Jetson-Thor-Modul direkt an der Zelle, damit die Bildauswertung mit dem Takt mitkommt; Updates und Prüfläufe für den ganzen Standort laufen auf einem DGX Spark. Ein Modell bedient alle Roboter, ohne Neutraining pro Artikel — der eigentliche Hebel gegenüber klassischer Bildverarbeitung.
| Partner | Teradyne Robotics (Universal Robots, MiR) und Sereact |
| Vorgestellt | NVIDIA GTC Berlin 2026 |
| Bestand | hunderte UR-Roboter in Zweiarmsystemen bei europäischen Kunden |
| UR-Installationen | über 100.000 industriell |
| Referenz | Zalando-Retouren in Greven und Świebodzin über CEVA |
| Rechner | Jetson Thor an der Zelle, DGX Spark im Standort |
| Sereact USA | Charlestown, Massachusetts (seit Sommer 2026) |
Was das für den Mittelstand heißt
Wer Retouren, Kommissionierung oder Maschinenbeschickung automatisieren will, bekommt künftig ein Paket aus Standardarm, KI-Software und lokalem Integrator. Entscheidend bleiben drei Zahlen: Griffe pro Stunde, Fehlgriffquote und Kosten pro bearbeitetem Teil. Lassen Sie sich diese Werte an Ihrer eigenen Ware zeigen — nicht an der Musterkiste des Herstellers.
Was würde ein Roboter in Ihrem Betrieb kosten?
Rechnen Sie Break-even und Monatsrate in 60 Sekunden aus — kostenlos, ohne Anmeldung.
Zum ROI-Rechner →