US-Armee wählt fünf Humanoide-Technologien aus 103 Vorschlägen

- 103 Vorschläge, zehn Finalisten, neun Vorführungen am 9. und 10. September in Quantico; die Gewinner wurden am 11. September bekanntgegeben.
- Gewinner sind das IHMC mit dem Humanoiden Alex, ACES Group und Hydroplane für Stromversorgung, Ras Labs für taktile Sensoren und Velocity Explorations für Steuerungssoftware.
- Die Armee prüft damit, wie kommerzielle Humanoide Soldaten von gefährlichen und körperlich schweren Aufgaben entlasten können.
Die US-Armee hat entschieden, welche kommerzielle Humanoid-Technik sie weiter verfolgt. Aus 103 Vorschlägen blieben zehn Finalisten, neun traten am 9. und 10. September auf dem Marine Corps Base Quantico an. Am 11. September benannte die Armee fünf Gewinner — einen kompletten Roboter und vier Zuliefersysteme.
Wer gewonnen hat. Den Zuschlag für den kompletten Humanoiden erhielt das Florida Institute for Human and Machine Cognition mit dem Roboter Alex. Die Maschine kombiniert stoßfeste Antriebe, Schutz gegen Beschuss und eine Mischung aus künstlicher Intelligenz und menschlicher Steuerung. Dazu kamen vier Zulieferer: ACES Group und Hydroplane für die Stromversorgung, Ras Labs für taktile Sensoren und Velocity Explorations für Software, die Befehle in Roboterbewegungen übersetzt.
Wie der Wettbewerb lief. Das Programm xTechHumanoid ist kein Papierverfahren. Die Armee ließ die Finalisten auf einem Stützpunkt vorführen und bewertete sie mit militärischen Führungskräften und Technikexperten. Armee-Technologiechef Alex Miller sagt, man suche die passende Mischung aus Werkzeugen für die eigenen Verbände. Die Armee will damit vor allem den Reifegrad handelsüblicher Systeme messen — nicht Prototypen aus der Forschung prämieren.
Die vier Baustellen. Die Ausschreibung zeigt, wo die Armee die Lücken sieht. Erstens Strom: Humanoide mit Akku halten nur wenige Stunden, im Feld fehlt die Ladeinfrastruktur. Zweitens Fühlen: Ohne taktile Sensoren greift ein Roboter zu fest oder daneben. Drittens Steuern: Ein Befehl wie „sichere diesen Gang" muss in einzelne Bewegungen zerlegt werden. Viertens der Roboter selbst. Das heißt konkret: Die Armee kauft heute keine fertigen Maschinen, sondern bezahlt die Bausteine, die noch fehlen.
Was Deutschland davon hat. Beschaffungsprogramme wie xTechHumanoid sind für Zulieferer der schnellste Weg ins Geschäft: kurze Verfahren, klare Testbedingungen, öffentlich benannte Gewinner. Deutsche Hersteller von Antrieben, Sensorik und Akkusystemen sind in solchen Programmen bislang selten sichtbar. Die Armee führt die Ergebnisse nun in einer Arbeitsgruppe zu Energie- und Leistungsgrenzen weiter — ein Fenster, das in Europa vergleichbar noch offen ist.
| Vorschläge | 103 |
| Finalisten | zehn, neun mit Vorführung |
| Vorführung | 9./10. September, Quantico |
| Bekanntgabe | 11. September 2026 |
| Kompletter Roboter | IHMC, Humanoid Alex |
| Zulieferer Strom | ACES Group, Hydroplane |
| Sensorik | Ras Labs, taktile Sensoren |
| Software | Velocity Explorations |
Die Armee hat die Technik bewertet, aber noch keine Serienbestellung ausgelöst. Ein gewonnener Wettbewerb ist eine Entwicklungsstufe, kein Auftrag. Angaben zum weiteren Zeitplan hat die Armee nicht veröffentlicht.
Wettbewerbe statt Großaufträge
Militärische Robotik beschafft inzwischen über offene Wettbewerbe mit Feldtests. Für Zulieferer ist das die günstigste Eintrittskarte — für Anwender zeigt es, welche Bausteine an Humanoiden noch fehlen. Wer in der Produktion ähnliche Aufgaben lösen will, findet dieselben vier Themen: Strom, Sensorik, Steuerung und Wartung.
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