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Wonik Robotics: Koreanische Roboterhände sollen in Samsungs Chipwerken arbeiten

Schild von Samsung Electronics in Südkorea (Quelle: Humanoid Guide)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Wonik Robotics prüft mit Samsung Electronics und weiteren Chipfirmen fahrbare Roboter für den Materialtransport.
  • Samsung bewertet in drei Stufen: Funktion, Zuverlässigkeit unter Vibration und Staub, Gesamtprüfung.
  • Wonik baut Arme, Hände und Unterkörper selbst — die Hand gilt als teuerste Einzelkomponente eines Humanoiden.
  • Über 200 Mio. Euro Kapital für eine Roboterhand-Fabrik in Wanju; rund 100 Mio. Euro kommen vom staatlichen Korea Growth Fund.
  • Die Allegro-Hand des Herstellers ist bei Nvidia und Meta im Einsatz.

In Südkorea bahnt sich der nächste Robotereinsatz in der Chipfertigung an. Der Hersteller Wonik Robotics testet mit Samsung Electronics und weiteren Halbleiterfirmen fahrbare Roboter, die Wafer und Material durch die Werke transportieren. Das berichtete das Fachmedium The Elec am 16. September.

Wer und wo. Wonik Robotics sitzt in Seongnam bei Seoul, das Forschungszentrum in Anyang. Das Unternehmen baut fahrbare Roboter und Roboterhände und beliefert seit Jahren Automatisierungslinien von Samsung Electronics — unter anderem die Prüfung von Smartphones. Executive Director Kim Min-cheol sagte am 15. September auf dem Sensor-Forum des koreanischen Halbleiterverbands in Seoul, man führe derzeit Machbarkeitstests mit Samsung und weiteren großen Chipfirmen durch.

Warum Chipwerke die härteste Prüfung sind. Samsung bewertet in drei Stufen: erst die Funktion, dann die Zuverlässigkeit, am Ende die Gesamtbewertung. In der Zuverlässigkeitsphase prüft der Konzern, ob der Roboter mit Vibrationen und Staub zurechtkommt. Halbleiterwerke reagieren auf beides extrem empfindlich. Das heißt konkret: Ein Roboter, der im Lager zuverlässig läuft, kann an einer Wafer-Linie durchfallen. Stückzahlen und Termine nennt Wonik nicht; ein Bestehen wäre laut Kim vor allem als Referenz bei einem Großkunden wertvoll.

Roboterhände auf einer Fachmesse: Hände gelten als größter technischer Engpass und als teuerste Komponente eines Humanoi
Roboterhände auf einer Fachmesse: Hände gelten als größter technischer Engpass und als teuerste Komponente eines Humanoiden (Quelle: Digitimes)

Die Hände sind das Geschäft. Wonik entwickelt Körper, Arme, Hände und Unterkörper selbst — und schließt nicht aus, später nur noch die Hände zu liefern und den Rest zuzukaufen. Roboterhände sind der technische Engpass der Branche: Sie brauchen die präzisesten Bewegungen und kosten am meisten. Die Allegro-Hand des Unternehmens ist bei Nvidia und Meta im Einsatz, mit Meta läuft seit 2024 eine gemeinsame Entwicklung.

Das Geld für die Serienfertigung. Im August hat Wonik umgerechnet mehr als 200 Millionen Euro eingesammelt. Den größten Teil führt der staatliche Korea Growth Fund: rund 100 Millionen Euro fließen direkt, der Rest kommt von privaten Investoren. Damit baut das Unternehmen eine Fabrik für Roboterhände und ein Zentrum für KI-Umstellung in Wanju in der Provinz Nord-Jeolla. Die Fertigung soll damit vom Forschungsbetrieb auf Stückzahlen umgestellt werden.

Was der Fall zeigt. Der Wettbewerb um Humanoide entscheidet sich nicht mehr an der Frage, ob Roboter laufen können. Entscheidend ist das Greifen — und wer die Hand selbst baut, kontrolliert die teuerste Komponente. Deutsche Zulieferer von Antrieben, Sensoren und Greifern sind hier Wettbewerber und mögliche Lieferanten zugleich. Südkorea hat mit dem staatlichen Fonds ein Werkzeug, das es in Europa so nicht gibt.

Wonik Robotics — Roboter für die Chipfertigung
HerstellerWonik Robotics, Seongnam (Südkorea), Teil der Wonik-Gruppe
TestkundeSamsung Electronics und weitere Chipfirmen (Machbarkeitstest)
AufgabeTransport von Wafern und Material in Halbleiterwerken
PrüfungFunktion, dann Zuverlässigkeit (Vibration, Staub), dann Gesamtbewertung
Finanzierungüber 200 Mio. Euro, davon rund 100 Mio. Euro staatlich
NeubauRoboterhand-Fabrik und KI-Zentrum in Wanju (Nord-Jeolla)
ReferenzenAllegro-Hand bei Nvidia und Meta im Einsatz
Offenkeine Stückzahlen, keine Preise, keine Termine

Noch kein Auftrag. Wonik beschreibt Machbarkeitstests, nicht eine Bestellung. Das ist der erste Schritt einer dreistufigen Bewertung — Zwischenergebnisse nennt niemand. Wer aus der Meldung einen gesicherten Absatzmarkt für Roboterhände ableitet, geht zu weit: Serienbestellungen von Humanoiden in Halbleiterwerken sind bislang nirgends belegt.

Einordnung

Der Humanoiden-Wettbewerb hat sich vom Laufen zum Greifen verschoben. Wonik konzentriert sich auf genau diesen Teil und bekommt dafür staatliches Kapital — ein Modell, das den Markt verändert, weil es Stückzahlen statt Prototypen finanziert. Für Zulieferer und Integratoren in Deutschland ist Südkorea damit in diesem Jahr interessanter als die großen Robotik-Messen.

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