Agility Robotics: SEC gibt Börsengang frei, Abstimmung am 2. November

- Die SEC hat den Prospekt des Zusammenschlusses am 13. Oktober für gültig erklärt — der Börsengang ist damit nur noch eine Abstimmung entfernt.
- Der Deal soll brutto mehr als 564 Mio. € einbringen, davon rund 182 Mio. € frisches Kapital mit Foxconn an der Spitze.
- Agility wird vor der Kapitalerhöhung mit rund 2,3 Mrd. € bewertet.
- Nach dem Abschluss wäre Agility nach eigener Darstellung die einzige börsennotierte reine Humanoid-Firma der USA mit laufenden Kundeneinsätzen.
Die US-Börsenaufsicht SEC hat am 13. Oktober den Fusionsprospekt von Agility Robotics für gültig erklärt. Damit ist der Weg an die Börse frei: Die Aktionäre der Börsenhülle Churchill Capital Corp. XI stimmen am 2. November ab, mit dem Start an der Nasdaq wird im November gerechnet.
Wie der Börsengang läuft. Agility geht nicht den klassischen Weg über neue Aktien, sondern über eine SPAC: eine bereits an der Börse notierte, leere Hülle, die mit dem Roboterhersteller zusammengelegt wird. Der Deal soll brutto mehr als 564 Mio. € einbringen. Rund 386 Mio. € davon liegen im Treuhandkonto von Churchill XI, etwa 182 Mio. € kommen als frisches Kapital aus einer Privatplatzierung, angeführt vom Elektronikfertiger Foxconn. Das heißt konkret: Agility bekommt Kapital für die Fertigung, ohne selbst am ersten Handelstag Aktien zu verkaufen — die Bewertung steht aber schon vorher fest.
Die Bewertung. Vor dieser Kapitalerhöhung bewerten die Parteien Agility mit rund 2,3 Mrd. €. Alle Alt-Aktionäre tauschen ihre Anteile in das neue Unternehmen und dürfen sie 180 Tage nach Abschluss nicht verkaufen. Für Agility ist das ein stabiles Aktionariat, für Anleger ein Hinweis darauf, wie stark die Gründer an den eigenen Plan glauben.
Warum der Schritt zählt. Nach dem Abschluss wäre Agility nach eigener Darstellung die einzige börsennotierte reine Humanoid-Firma der USA, die schon kommerziell im Einsatz ist. Gehandelt würde die Aktie an der Nasdaq — dort, wo auch NVIDIA und die großen Automatisierer gelistet sind. Für Käufer heißt das vor allem: mehr Zahlen, weil ein börsennotiertes Unternehmen vierteljährlich berichten muss.
Wo Digit arbeitet. Agility nennt Schaeffler, GXO, Toyota Motor Manufacturing Canada und Mercado Libre als Kunden. Frühere Digit-Generationen kamen an neun Kundenstandorten auf über 65.000 Betriebsstunden. Für Digit 5 meldet das Unternehmen mehr als 273 Mio. € bestellte Einheiten — allerdings unter dem Vorbehalt technischer Meilensteine. Erste Kunden sollen Anfang 2027 bedient werden. Das Werk RoboFab in Salem (Oregon) ist auf bis zu 10.000 Roboter pro Jahr ausgelegt, rund drei Viertel der Teile stammen aus den USA.
Der Plan nach der Börse. Bis Ende 2027 will Agility von neun auf bis zu 25 Kundenstandorte wachsen und die Pipeline von rund 30 Interessenten auf etwa 100 ausbauen. Das Geld aus dem Börsengang ist für genau diese Skalierung vorgesehen: Kundenaufträge abarbeiten, Digit 5 in Serie fertigen und Software sowie Sicherheitssysteme weiterentwickeln.
| Notierung | Nasdaq, Start im November 2026 erwartet |
| Aktionärs-Abstimmung | 2. November 2026 |
| Bruttoerlös | mehr als 564 Mio. € |
| Bewertung vor Kapitalerhöhung | rund 2,3 Mrd. € |
| Kundenstandorte heute | 9, Ziel bis Ende 2027: bis zu 25 |
| Bestellungen Digit 5 | mehr als 273 Mio. € (unter Vorbehalt) |
Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt der Aktionärs-Abstimmung und üblicher Bedingungen. Die Auftragszahlen sind Unternehmensangaben und gelten teilweise nur, wenn technische Meilensteine erreicht werden.
Einordnung
Agility wird die erste reine Humanoid-Firma an einer US-Börse — und damit die erste, deren Geschäftszahlen dauerhaft öffentlich sind. Wer Humanoiden einkaufen will, kann künftig nachrechnen, ob Ankündigungen zu Auslieferungen und Betriebsstunden zu den eigenen Stückzahlen passen. Spannend bleibt, wie viele der 273 Mio. € Bestellungen tatsächlich in Serie gehen.
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