ANYbotics startet Shift: eine Plattform für ganze Inspektions-Roboterflotten

- Shift besteht aus vier Bausteinen: Flotte, Auswertung, Anbindung und Karten.
- Jeder Messwert hängt an einer Anlagen-Kennung, nicht an einer Hallenposition.
- Angebunden sind unter anderem SAP, IBM Maximo, GE Vernova und Yokogawa.
- Shift läuft laut Hersteller in über 200 Robotereinsätzen.
- Ein Zementwerk hat in 16 Monaten über 33.000 Inspektionen gefahren.
Das Zürcher Unternehmen ANYbotics hat am 1. Oktober die Plattform Shift vorgestellt. Sie steuert ganze Flotten von Inspektionsrobotern und leitet Messwerte direkt in die Wartungssysteme der Anlage weiter. Betreiber sollen Ausfälle früher erkennen — bevor eine Anlage steht.
Was Shift genau macht. Shift besteht aus vier Bausteinen: Flottensteuerung, Auswertung, Anbindung an Wartungssoftware und Karten. Die Karten bilden die Anlage als digitales Abbild ab. Jeder Messwert hängt an einer Anlagen-Kennung. Das heißt konkret: Ein Temperaturwert ist keine Zahl im Nichts, sondern gehört zu einer bestimmten Pumpe in einer bestimmten Halle.
Die Zahlen, um die es geht. ANYbotics rechnet vor, dass die 500 größten Konzerne der Welt jährlich rund 1,27 Billionen Euro durch ungeplante Stillstände verlieren. Eine Stunde Stillstand kostet im Schnitt rund 227.000 Euro. Shift soll diese Lücke verkleinern, weil jeder Befund sofort als Auftrag in der Wartung landet. Ein Versorgungsbetrieb in Kalifornien hat nach Angaben des Herstellers in den ersten Monaten rund 3,2 Millionen Euro vermieden.
Die Anbindung ist der Verkaufsgrund. Shift spricht Systeme an, die in Industriebetrieben ohnehin laufen: SAP, IBM Maximo, GE Vernova und Yokogawa. Für eigene Software gibt es eine dokumentierte Schnittstelle. Für den Start braucht der Kunde laut Hersteller keine Systemanbindung, der Roboter arbeitet zunächst allein. Das heißt konkret: Der Betrieb kann klein anfangen und die Anbindung später nachziehen.
Ein Standard fehlt noch. Für fahrerlose Transportfahrzeuge gibt es die Norm VDA 5050, für Inspektionsroboter nicht. ANYbotics will deshalb an einem eigenen Standard mitarbeiten. Die Plattform soll ab Version 1.0 weltweit verfügbar sein, auch als Installation im eigenen Rechenzentrum. Daten laufen verschlüsselt und nach ISO 27001 zertifiziert.
Wer es schon nutzt. Shift läuft laut ANYbotics in mehr als 200 Roboter-Einsätzen, jeden Monat mit Hunderttausenden Inspektionen. Die Schulung dauert wenige Tage statt Wochen. ANYmal selbst ist ein Laufroboter mit vier Beinen für Energie-, Metall-, Bergbau- und Chemieanlagen.
| Module | Fleet, Insight, Connect, Maps |
| Anbindung | SAP, IBM Maximo, GE Vernova, Yokogawa, eigene API |
| Sicherheit | ISO 27001, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung |
| Betrieb | über 200 Robotereinsätze |
| Beispiel Zementwerk | über 33.000 Inspektionen in 16 Monaten |
| Verfügbarkeit | ab Version 1.0 weltweit, auch lokal |
Die genannten Einsparungen sind Herstellerangaben aus einzelnen Projekten. Sie lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere Anlagen übertragen.
Fazit
Inspektionsroboter waren bisher Einzelsysteme. Mit Shift werden sie Teil der Instandhaltung. Für Betreiber kritischer Anlagen ist das der Unterschied zwischen einem Datenhaufen und einem Wartungsauftrag.
ANYmal öffnet Türen selbst
Der Laufroboter übernimmt mit Dormakaba und Legic auch Zutrittsaufgaben.
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