Foundry Robotics sammelt 90 Millionen Euro ein — Fabrik als Dienstleistung

- Rund 90 Millionen Euro Series A, angeführt von Marlinspike Partners
- Halle in Emeryville wächst auf rund 12.000 Quadratmeter
- Kunden sind Rüstung, Drohnen, Auto-Zulieferer und Telekom-Ausrüster
- Bezahlt wird die Fertigung, nicht die Anlage — ohne Investition beim Kunden
Foundry Robotics hat eine Series A über rund 90 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Marlinspike Partners, beteiligt sind unter anderen Khosla Ventures, SE Ventures und Wing VC. Das Unternehmen betreibt Fabriken für komplexe Montage und verkauft die Fertigung als Dienstleistung.
Was die Firma macht. Foundry baut keine Anlagen für Kunden, sondern betreibt sie selbst. In einer Halle stehen Roboterzellen, die wechselnde Produkte montieren: Drohnen, Kabelbäume, Unterwassergeräte, Baugruppen für autonome Fahrzeuge, Satelliten. Der Kunde kommt mit einer Konstruktion und bekommt gefertigte Stückzahlen, ohne eine Linie zu kaufen.
Wie das technisch läuft. Die Steuerung übernimmt FoundryOS, ein System, das Roboter, Halle und Cloud verbindet. Die Modelle werden auf wiederkehrenden Montageschritten trainiert. Jeder Fertigungslauf fließt in die Modelle zurück, sodass eine Zelle, die heute eine Drohne baut, morgen ein Satellitenteil lernen kann. Das ist der Kern des Versprechens.
Das heißt konkret: Ein Mittelständler mit kleiner Serie muss keine Montagelinie finanzieren und keine Roboter programmieren. Er kauft Fertigung in Stückzahlen und kann sie beenden, wenn das Produkt ausläuft. Das Risiko der Auslastung liegt beim Dienstleister.
Wie groß die Halle ist. Der Standort in Emeryville bei San Francisco wuchs nach Firmenangaben auf rund 12.000 Quadratmeter, das Zwanzigfache der bisherigen Fläche. Das Unternehmen wurde 2026 gegründet und hat nach eigenen Angaben bereits Produkte an Kunden in Energie, Telekom, Autozulieferung und Rüstung geliefert. Zur Bewertung machte Foundry keine Angaben.
Was das für Europa bedeutet. Das Modell trifft einen wunden Punkt der hiesigen Fertigung: Werkzeugbau und Anlaufzeiten binden Kapital, bevor der erste Umsatz kommt. Wenn flexible Zellen wirklich in Wochen statt Monaten umgerüstet sind, wird Lohnfertigung zu einem anderen Geschäft. Ob die versprochene Lernkurve im Dauerbetrieb hält, muss sich allerdings erst zeigen.
| Volumen | rund 90 Millionen Euro |
| Runde | Series A, überzeichnet |
| Angeführt von | Marlinspike Partners |
| Weitere Investoren | Khosla Ventures, SE Ventures, Wing VC |
| Standort | Emeryville, Kalifornien |
| Hallenfläche | rund 12.000 Quadratmeter |
| Gegründet | 2026 |
| Bewertung | nicht genannt |
Die Angaben stammen aus der Mitteilung des Unternehmens und der Berichterstattung dazu. Unabhängige Zahlen zu Auslastung, Stückzahlen oder Erlösen je Kunde nennt Foundry nicht.
Fertigung wird zur Miete
Foundry verkauft nicht Roboter, sondern freie Kapazität. Für Firmen mit kurzen Produktzyklen ist das der interessantere Teil der Ankündigung: Die Frage lautet nicht mehr, welche Maschine man kauft, sondern wie schnell eine Zelle auf ein neues Teil umgestellt ist.
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