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Google-Intrinsic gibt Roboter-Software frei — CNC-Beschickung als offener Bauplan

Roboterarm beim Beschicken einer Werkzeugmaschine (Quelle: The Robot Report)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Intrinsic Core ist ab sofort auf GitHub verfügbar, unter der Apache-2.0-Lizenz — kommerzielle Nutzung ist erlaubt.
  • Enthalten sind Echtzeit-Steuerung, Lageerkennung, Bewegungs- und Greifplanung, Simulation und Kamerakalibrierung.
  • Der Referenzaufbau Open Machine Tending Solution automatisiert die Beschickung von CNC-Maschinen, unter anderem mit FANUC und Universal Robots.
  • Angesprochen sind Entwickler mit ROS-Erfahrung; mobile Roboter und Humanoide unterstützt die Plattform bisher nicht.

Intrinsic, die Roboter-Software-Firma im Google-Konzern, hat auf der Fachkonferenz ROSCon in Toronto den Kern ihrer Plattform als Open Source freigegeben. Intrinsic Core steht seit dem 22. September auf GitHub, unter einer Lizenz, die auch kommerzielle Nutzung erlaubt. Dazu liefert das Unternehmen einen fertigen Referenzaufbau, der das Beschicken von CNC-Maschinen automatisiert — genau die Arbeit, für die Werkstätten heute Integratoren bezahlen.

Was steckt in dem Paket? Intrinsic Core bündelt die Bausteine, die Robotik-Teams sonst selbst programmieren: eine Echtzeit-Steuerung für Roboterarme, Bewegungs- und Greifplanung, Kamerakalibrierung und eine Simulationsumgebung für Tests. Die Software läuft auf lokaler Hardware und ist mit ROS kompatibel, dem offenen Baukasten der Robotik-Branche. Genau darin liegt der Nutzen: Wer ROS schon kennt, kann die Bausteine direkt in eigene Anwendungen einbauen.

Wie findet der Roboter das Werkstück? Für die Lageerkennung setzt Intrinsic auf ein KI-Modell von NVIDIA, das Bauteile selbst erkennt und verfolgt. Der Roboter sieht also, wie ein Teil liegt, und passt seinen Griff daran an. Das heißt konkret: Starre Vorrichtungen, in die jedes Werkstück exakt eingelegt werden muss, verlieren an Bedeutung. Arme, Greifer und Kameras lassen sich zudem tauschen, ohne die Steuerungssoftware neu zu schreiben.

Eine Roboterzelle mit lokaler Recheneinheit im Bild als Edge-Prozessor markiert: Intrinsic Core läuft auf Hardware direk
Eine Roboterzelle mit lokaler Recheneinheit (im Bild als Edge-Prozessor markiert): Intrinsic Core läuft auf Hardware direkt an der Anlage (Quelle: The Robot Report)

Und der fertige Aufbau? Zusammen mit dem Baukasten veröffentlicht Intrinsic die Open Machine Tending Solution. Das ist ein vorkonfigurierter Aufbau für eine echte Werkstattaufgabe: das Be- und Entladen von CNC-Maschinen. Er läuft mit Roboterarmen und Greifern mehrerer Hersteller, darunter FANUC und Universal Robots, und dient als Startpunkt für eigene Anpassungen. Der technische Leiter von Intrinsic, Brian Gerkey, nennt das einen vorbereiteten Weg: Man solle sehen, dass es sich nicht um eine Kiste mit Einzelteilen handelt, sondern um einen Aufbau, der sich nachweislich bauen lässt.

Wo liegen die Grenzen? Angesprochen sind Betriebe mit Entwicklern, die ROS bereits nutzen. Mobile Roboter und Humanoide unterstützt Intrinsic Core derzeit nicht. Und es bleibt offene Software: Greifer, Vorrichtungen, Absicherung und Sicherheitsnachweise für den eigenen Einsatz kommen weiterhin obendrauf.

Was hat Google damit vor? Intrinsic gehört zum Google-Konzern und begründet die Freigabe ausdrücklich als dauerhaftes Vorhaben, nicht als einmalige Code-Spende: Der veröffentlichte Code sei der Kern des eigenen Softwarestapels, auf den das Unternehmen selbst baut. Für den Mittelstand ist das ein Signal — die Einstiegshürde in die Roboter-Programmierung sinkt, ohne dass man sich an einen einzigen Anbieter bindet.

Projekt Intrinsic Core
Veröffentlicht22. September 2026, ROSCon Toronto
LizenzApache 2.0, Quellcode auf GitHub
EnthaltenSteuerung, Lageerkennung, Bewegungs-/Greifplanung
Weiter enthaltenSimulation (Gazebo), Kamerakalibrierung, ROS-Treiber
ReferenzaufbauOpen Machine Tending Solution (CNC-Beschickung)
Unterstützte Armeunter anderem FANUC und Universal Robots
Unterstützt bisher nichtmobile Roboter und Humanoide

Open Source ist kein fertiges Produkt. Sicherheitsfunktionen, CE-Kennzeichnung, Greifer und Vorrichtungen bleiben Aufgabe des Integrators. Preise, Integrationskosten und Angaben zu Amortisationszeiten nennt Intrinsic nicht.

Fazit

Google öffnet mit Intrinsic Core das Software-Fundament für Roboterzellen und legt eine funktionierende CNC-Beschickung als Bauplan dazu. Für Werkstätten mit eigenem Automatisierungsteam wird damit ein Vorhaben realistisch, das bisher an Programmieraufwand scheiterte. Der erste Schritt ist klein: den Code ansehen und den Referenzaufbau gegen die eigene Zelle prüfen.

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