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ISO 21423: Mobile Roboter verschiedener Hersteller reden jetzt miteinander

Autonomer Transportroboter in einer Industriehalle
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Die Association for Advancing Automation hat die Veröffentlichung der Norm ISO 21423:2026 gemeldet
  • Roboter teilen Position, Geschwindigkeit, Richtung, Zustand, Auftrag und Verfügbarkeit
  • Die Norm erfasst auch ERP-Systeme sowie Aufzüge, Türen und Alarmanlagen
  • Der Text kostet rund 340 €, für A3-Mitglieder rund 291 €

Die Association for Advancing Automation (A3) hat die Veröffentlichung der Norm ISO 21423:2026 gemeldet. Sie legt fest, wie industrielle mobile Roboter verschiedener Hersteller an einem Standort Informationen austauschen. Bisher mussten Betriebe ihre Flotten meist aus einer Hand kaufen oder teuer verbinden lassen.

Was die Norm regelt. Die Norm beschreibt, wie Roboter Position, Geschwindigkeit, Richtung, Zustand, laufenden Auftrag und Verfügbarkeit teilen. Flottenmanager und Anlagen bekommen damit eine gemeinsame Sprache. Das heißt konkret: Zwei Fahrzeuge unterschiedlicher Marken erkennen sich gegenseitig und planen keine Wege durch dieselbe Engstelle.

Was außerdem dazugehört. Die Norm deckt die Kommunikation mit Maschinen ab, die von Robotern bedient werden, mit dem ERP-System und mit Gebäudetechnik — Aufzüge, automatische Türen, Alarmanlagen. Menschen mit mobilen Geräten können dieselben Angaben teilen, damit ihre Wege mit eingeplant werden.

Warum das den Einkauf ändert. Firmen wollen die Roboter wählen, die zu ihrer Anwendung passen, und sie sollen auf derselben Fläche zusammenarbeiten, sagt Carole Franklin, bei A3 für Normen zuständig. Ein gemeinsames Protokoll soll mehr Wettbewerb bringen und Erweiterungen mit Fremdgeräten möglich machen, ohne die bestehende Flotte zu ersetzen.

Was in Deutschland gilt. In deutschen Fabriken ist die VDA-5050-Schnittstelle verbreitet, die der Verband der Automobilindustrie für die Flottensteuerung entwickelt hat. ISO 21423 ist breiter angelegt, gilt weltweit und nimmt Gebäudetechnik und ERP mit. Das heißt konkret: Wer heute VDA 5050 ausschreibt, sollte die neue Norm als zweite Anforderung nennen — sonst bleibt der Mischbetrieb wieder Sonderarbeit.

Was der Text kostet. ISO 21423:2026 ist über den A3-Shop für rund 340 € erhältlich, Mitglieder zahlen rund 291 €. Es ist die erste Nicht-Sicherheitsnorm, an der A3 mitgearbeitet hat. Das technische Komitee ist ISO/TC 299.

Die Norm im Überblick
NormISO 21423:2026
GremiumISO/TC 299, Robotik
GegenstandKommunikation und Interoperabilität mobiler Roboter
Erfasst auchERP, Aufzüge, Türen, Alarme
Preisrund 340 €, für A3-Mitglieder rund 291 €

Die Norm ersetzt keine Sicherheitsvorgaben. Sie regelt den Datenaustausch, nicht die Absicherung von Fahrwegen. Wer Flotten mischt, muss die Sicherheitsbewertung je Halle weiterhin selbst machen.

Einordnung

Für Betriebe, die 2027 eine zweite Robotermarke in dieselbe Halle holen wollen, wird die Schnittstelle zum Ausschreibungspunkt statt zum Forschungsprojekt. Der Aufwand liegt nicht mehr im Protokoll, sondern in der Frage, welche Daten der Lieferant tatsächlich freigibt.

Hintergrund

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